Stadt Münster will nicht auf Feuerwerk verzichten

Kein Böllern an Silvester? Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot – und erntet Kritik

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Kein Feuerwerk mehr an Silvester in den Innenstädten? Das fordert zumindest die Deutsche Umwelthilfe.

Wird an Silvester nicht mehr geböllert? Zumindest, wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht. Sie fordert einige Städte dazu auf, auf Feuerwerke zu verzichten. Münster reagierte bereits auf das Anliegen.

  • Deutsche Umwelthilfe fordert Verbot von Feuerwerken an Silvester
  • Laut Umfrage begrüßt die Mehrheit der Deutschen solch ein Verbot
  • Einige Städte lehnen das Verbot jedoch bereits ab

Münster – Weltweit wird das neue Jahr mit teilweise riesigen Feuerwerken eingeleitet – auch in knapp zwei Monaten wieder. Das Böllern hat neben den schönen visuellen jedoch auch einige negative Effekte. Darauf macht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) jetzt aufmerksam und fordert ein Umdenken.

Böllerverbot in Münster? DUH will Silvesternacht ohne verpestete Luft und Verletzte

Sie fordert 98 Städte, die mit Feinstaub belastet sind, dazu auf, Feuerwerke an Silvester zu verbieten. Unter anderem auch die Stadt Münster. "Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei", erklärt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov begrüßen 60 Prozent der Deutschen ein generelles Böllerverbot in dicht besiedelten Innenstädten. Durch die Böllerei zum Jahreswechsel entstehe nicht nur ein Umweltproblem – im vergangenen Jahr wurden in Münster 5,2 Tonnen Müll in der Silvesternacht produziert – auch Tiere würden durch den Lärm belastet. Nach der Silvesternacht 2018 verschwanden zahlreiche Hunde im Münsterland in der Silvesternacht

Silvester in Münster: DUH erntet Kritik

Jährlich werden an Silvesternächten 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt. "Dies entspricht etwa 16 Prozent der gesamten jährlichen Feinstaubmenge, die im Straßenverkehr entsteht", so die DUH. Gegenwind gibt es jedoch vom Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI). 

"Weder die veraltete dort zitierte YouGov-Umfrage aus dem Jahr 2018 noch die dort genannten Feinstaubgrenzwerte sind belastbare Argumente gegen Silvesterfeuerwerk", heißt es in einer Stellungnahme. Keine der von der Deutschen Umwelthilfe genannten Städte – unter anderem auch Münster – überschreite die Feinstaubgrenzwerte.

Münster macht beim Böllerverbot nicht mit

Einige NRW-Städte wie Dortmund, Oberhausen, Gelsenkirchen und Essen haben ein solches Verbot jedoch bereits abgelehnt – nun auch die Stadt, die in Münster die Anzahl der Parkplätze pro Gebäude regulieren will. In einer Pressemitteilung heißt es: "In Münster mit seiner vergleichsweise guten Luftqualität ist es nicht vorgesehen, das seit Jahrhunderten existierende Brauchtum der Silvesterfeuerwerke zu untersagen." Der am 1. Januar 2019 gemessene Wert an Feinstaub in der Domstadt habe nur die Hälfte des Wertes betragen, der im Höchstfall an Silvester erreicht wird (50 Mikrogramm pro Kubikmeter).

Das Bundesumweltministerium teilte hingegen mit: "Die Bundesregierung beabsichtigt, mittelfristig das Sprengstoffrecht zu novellieren, dabei werden auch weitere Einschränkungen im Hinblick auf Feuerwerkskörper geprüft."

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