Ermittlungen laufen

Kindesmissbrauch in Münster: Was wusste die Mutter des Opfers?

Im Mai erschütterte ein schwerer Fall von Kindesmissbrauch die Stadt Münster. Der Hauptverdächtige ist der 27-jährige Adrian V. Nun steht auch die Mutter des Opfers im Visier der Ermittlungen.

  • Ein Missbrauchs-Ring wurde in Münster im Mai zerschlagen.
  • Zwölf Personen befinden sich derzeit in U-Haft.
  • Die Rolle der Mutter des Hauptbeschuldigten ist noch unklar.

Münster – Über mehrere Monate hatte Adrian V. seinen zehnjährigen Stiefsohn in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus missbraucht und anderen Männern zum sexuellen Missbrauch angeboten. Im Mai wurde der 27-Jährige schließlich im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung festgenommen.

OrtMünster
Einwohner310.039 (2016)
BundeslandNRW

Am 4. September wurden neue Informationen zu den Missbrauchsfällen bekannt: Die Polizei hat heute neue erschreckende Details zum Kindesmissbrauch in Münster veröffentlicht und die Staatsanwaltschaft klagt mehrere verdächtige Personen an. Zudem erhob die Staatsanwaltschaft Münster kurz darauf gegen einen weiteren Mann Anklage wegen Kindesmissbrauchs.

Missbrauch in Münster: Mutter des Kindes im Visier

Neben Adrian V. und mittlerweile zehn weiteren Verdächtigen in dem Fall, sitzt auch die Mutter des Hauptbeschuldigten, die Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus, in U-Haft. Ihr wird Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch an dem Zehnjährigen sowie einem fünf Jahre alten Kind vorgeworfen. Zuletzt hatte es in dem Missbrauchsfall in Münster eine weitere Festnahme in Saarbrücken gegeben.

Die Ermittler gehen derzeit der Frage nach, was die Mutter des Zehnjährigen von den Vorfällen in der Gartenlaube wusste und ob sie sich strafbar gemacht hat. Die Freundin von Adrian V. sitzt zwar nicht in U-Haft, steht jedoch mittlerweile im Visier der laufenden Ermittlungen. Ein dringender Tatverdacht besteht gegen die Frau aus Münster bislang noch nicht, wie aus einem Bericht des NRW-Justizministeriums hervorgeht.

Kindesmissbrauch in Münster: Aussagen des Opfers führten zu Festnahmen

Der aktuelle Stand der Ermittlungen ist am Mittwoch (19. August) Bestandteil des Rechtsausschusses im NRW-Landtag in Düsseldorf. Für weitere Festnahmen im Missbrauchsfall aus Münster hatten zuvor die Aussagen des Zehnjährigen geführt, der von Adrian V. über mehrere Monate schwer missbraucht wurde. Die Gartenlaube auf der Kleingartenanlage „Am Bergbusch“ in Kinderhaus wurde mittlerweile abgerissen.

In dieser Gartenlaube sollen die Opfer missbraucht worden sein – darunter auch ein fünf Jahre alter Junge aus Staufenberg bei Gießen.

Im Zuge des Falles in der Domstadt wurde in der Politik viel über Strafen für Kindesmissbrauch debattiert. Nachdem sich Familienministerin Franziska Giffey (SPD) zunächst gegen härtere Urteile ausgesprochen hatte, kündigte Justizministerin Christine Lambrecht an, dass Taten wie die von Adrian V. aus Münster künftig härter bestraft werden sollen. Ein anderer Missbrauchsfall wird nun am Landgericht behandelt: Ein Mann aus Drensteinfurt steht in Münster auf der Anklagebank, weil er sich 60 Mal an seiner eigenen Tochter vergangen haben soll.

Rubriklistenbild: © dpa/Guido Kirchner

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