Prozess in Münster

Leibliche Tochter jahrelang missbraucht? Opfer belastet ihren Vater schwer

Es sind schwere Vorwürfe, die gegen einen 58-Jährigen erhoben werden. Er soll seine eigene Tochter immer wieder sexuell missbraucht haben. Nun sagte das mutmaßliche Opfer am Landgericht Münster aus

  • Prozess wegen sexuellen Missbrauchs am Landgericht Münster.
  • Ein Mann aus Drensteinfurt soll seine Tochter missbraucht haben.
  • Es geht um 60 Taten.

Update: 21. August. Es war vermutlich ein schwerer Gang an den Zeugenstand für die Geschädigte. Am Donnerstag (20. August) wurde das mutmaßliche Opfer, das von ihrem leiblichen Vater 60 Mal sexuell missbraucht worden sein soll, zur Aussage am Landgericht Münster geladen.

Die Taten sollen sich im Zeitraum von 2007 bis 2015 im Kreis Warendorf zugetragen haben. Der Angeklagte, der 52-jährige Vater aus Drensteinfurt, stritt die Vorwürfe am ersten Prozesstag in Münster vehement ab. Seine Tochter, die zum Zeitpunkt der ersten Tat erst acht Jahre alt war, belastete ihren Vater jedoch am Donnerstag vor Gericht. Details zur Aussage gibt es keine, da diese aus Schutz vor dem Opfer unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemacht wurde.

Gerichtspressesprecher Steffen Vahlhaus bestätigte jedoch auf Anfrage von msl24.de, dass die Mutter der Geschädigten ihren Ehemann schütze und sich ebenfalls nicht erklären könne, wieso die gemeinsame Tochter diese Anschuldigungen äußere. Der 52-Jährige ist in Münster unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt. Ihm droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von mindestens zwei Jahren.

Zwei junge Männer stehen in Münster vor Gericht – sie sollen zwei Jugendliche vergewaltigt haben. (Symbolbild)

Tochter 60 Mal missbraucht? Vater in Münster vor Gericht

Erstmeldung: 20. August. Münster/Drensteinfurt – Schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes – so lautet die Anklage gegen einen 58 Jahre alten Mann aus dem Kreis Warendorf. Bei dem Kind handelt es sich um die eigene Tochter des Drensteinfurters. Seit Dienstag (18. August) muss sich der Angeklagte vor dem Landgericht Münster verantworten. 

Die Vorwürfe sind schwerwiegend: 60 Mal soll der Mann seine leibliche Tochter in einem Zeitraum von acht Jahren missbraucht haben. Zu Beginn der ersten Taten soll das Mädchen erst acht Jahre alt gewesen sein, heißt es in der Anklageschrift, die am Dienstag in Münster vorgelesen wurde. Der 58-Jährige lebte mit seiner leiblichen Tochter in einem gemeinsamen Haushalt im Kreis Warendorf.

OrtMünster
Einwohner310.039 (2016)
BundeslandNRW

Prozess in Münster: Angeklagter bestreitet Vorwürfe

Der Beschuldigte streitet die Taten jedoch allesamt ab. Er könne sich nicht erklären, wieso seine Tochter derartige Anschuldigungen erhebe, teilte er zum Prozessauftakt in Münster mit. Zu den sexuellen Übergriffen soll es im Keller sowie im Schlafzimmer der Eltern gekommen sein, während die Frau des Angeklagten außer Haus war.

Nachdem es zu den ersten Übergriffen im Jahr 2007 in Ascheberg gekommen sein soll, zog die Familie – das Ehepaar hat noch zwei weitere Kinder – nach Drensteinfurt. Dort sei es weiterhin zum sexuellen Missbrauch gekommen. Bei einem gemeinsamen Urlaub des Angeklagten mit seiner Tochter im Sauerland sei das Kind ebenfalls missbraucht worden. Vor Gericht in Münster räumte der Beschuldigte ein, dass es diesen Urlaub gegeben habe, wie Gerichtspressesprecher Dr. Steffen Vahlhaus bestätigt, zu einem Missbrauch sei es jedoch nie gekommen, so der Angeklagte.

Der Prozess hat am Landgericht in Münster begonnen.

Opfer soll im Missbrauchsprozess in Münster aussagen

Die Tochter, die im Prozess am Landgericht Münster als Nebenklägerin auftritt, soll sich irgendwann einer Nachbarin anvertraut haben. Bei 50 der 60 Taten sei sie noch jünger als 14 Jahre alt gewesen sein. Am Donnerstag (20. August) wird der Prozess fortgeführt. Dann wird das Opfer, das inzwischen 20 Jahre alt ist, vor Gericht aussagen – vermutlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ein Urteil wird für den 3. September (Donnerstag) erwartet.

Vor wenigen Wochen wurde am Landgericht ein Urteil wegen Kindesmissbrauchs gesprochen: Ein Mann soll die Nachbarstochter aus Münster auf seinem Balkon missbraucht haben. Der Verurteilte war bereits vorbestraft. Nachdem in der Domstadt vor einigen Wochen ein anderer Missbrauchsskandal aufgedeckt worden war, wurde innerhalb der Bundespolitik über härtere Strafen für die Täter diskutiert. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte daraufhin angekündigt, härtere Strafen bei Kindesmissbrauch wie in Münster durchsetzen zu wollen.

Der Fall aus der Westfalenmetropole hatte für bundesweites Entsetzen gesorgt. Ein 27-Jähriger soll unter anderem den Sohn (10) seiner Lebensgefährtin mehrmals in einer Gartenlaube missbraucht haben – teilweise gemeinsam mit anderen Männern. Nun steht auch die Mutter des Opfers aus Münster im Visier der Ermittler. In einem anderen Fall wurde jetzt Anklage erhoben: Ein Mann wurde in Münster niedergestochen, weil er zu laut telefoniert hatte.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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