Verdächtiger vom Dienst freigestellt

Kindesmissbrauch in Münster: Mitarbeiter von Jugendzentrum im Visier

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Der Verdächtige arbeitete im Gleis 22 am JiB in Münster. Er wurde freigestellt.

Schwerwiegender Vorwurf: Ein Mitarbeiter der Stadt Münster soll Jugendliche sexuell missbraucht haben. Der Mann wurde vom Dienst freigestellt. Er ist vermutlich der vierte Verdächtige im Missbrauchsskandal, der die Domstadt erschüttert hat.

Münster – Mit großem Schock wurden die Vorwürfe bei der Stadt Münster aufgenommen: Ein Mitarbeiter des Jugendinformations- und -bildungszentrums (JiB) soll Jugendliche sexuell missbraucht haben. Der Mann wurde nun von seinen Aufgaben freigestellt.

"Ich bin entsetzt, dass ein Beschäftigter der Stadt Anlass zu einem solchen Verdacht gibt", äußerte sich Oberbürgermeister Markus Lewe zu den Vorwürfen gegen den Mitarbeiter. Gegen den Verdächtigen wird seitens der Staatsanwaltschaft ermittelt. Dabei handelt es sich vermutlich um den 50-Jährigen, der vor einigen Tagen als vierter Verdächtiger rund um den Kindesmissbrauch in Münster ins Visier geriet.

Münster: Verdächtiger kannte Opfer aus privatem Umfeld

Die Ermittler hatten am 29. April (Montag) Handy, Laptop und PC des Mitarbeiters am "Gleis 22" (Hafenstraße 34) in Münster untersucht. Der Missbrauch an den Jugendlichen – die er aus seinem privaten Umfeld kannte – soll einige Jahre zurückliegen und vermutlich zwischen 2014 und 2016 stattgefunden haben. 

Auf die Anfrage, ob es sich bei dem Stadt-Mitarbeiter um den vierten Verdächtigen im Missbrauchsfall handelt, verwies der zuständige Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf die Pressemitteilung der Stadt Münster zu diesem Fall. Dem Mann wurde der Zutritt zu den Büroräumen an der Hafenstraße untersagt. Da gegen ihn derzeit nur ein Anfangsverdacht besteht, ist der vermeintliche Täter noch auf freiem Fuß.

Johannes J. aus Münster seit März in U-Haft

Der Hauptverdächtige im Missbrauchsfall aus Münster (Johannes J.) sitzt seit März in Untersuchungshaft. Er soll sechs Jungen vergewaltigt haben. Er arbeitete in der Vergangenheit als Jugendtrainer einer Fußballmannschaft, als Sozialarbeiter und war zudem unter dem Pseudonym "Jizzo" als Musiker unterwegs. Dringend tatverdächtig sind daneben ein weiterer 50-Jähriger aus der Domstadt sowie ein Mann aus dem Kreis Warendorf (52).

Der Hauptverdächtige Johannes J., der sechs Kinder missbraucht haben soll, sitzt seit März in U-Haft. (Symbolbild)

Aufruhr gab es am Mittwoch in der Domstadt: Nach einem Bombenfund in Münster musste der gesamte Hauptbahnhof evakuiert werden. Die Polizei beschäftigt zudem ein Überfall: Ein Unbekannter hat eine Bäckerei in Münster überfallen. Der Bewaffnete forderte Bargeld. 

Zu einem Fall von sexuellen Missbrauch kam es kürzlich in Warendorf: Ein Mann verging sich an einer 13-Jährigen und fotografierte sie. 

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