Ermittlungen

Schwerer Kindesmissbrauch in Münster: Anklage gegen 53-Jährigen erhoben

Der Missbrauchsfall von Münster zieht immer weitere Kreise. Nun wird ein weiterer Mann wegen schweren Kindesmissbrauchs angeklagt. Er gestand die Tat.

Münster/Norderstedt – Im Kindesmissbrauchs-Fall in Münster wurde nun gegen einen weiteren Tatverdächtigen Anklage erhoben. Es handelt sich dabei um einen 53-Jährigen aus Norderstedt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schweren Missbrauch vor. „Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, Anfang August 2019 einen damals neun Jahre alten Jungen in einer Wohnung in Münster sexuell missbraucht zu haben", heißt es dazu in der Pressemeldung der Staatsanwaltschaft.

Stadt:Münster
Einwohnerzahl:315.293
Bundesland:NRW

Der Angeklagte soll demnach im Jahr 2019 den Hauptangeklagten Adrian V. (27) aus Münster* über die drei weiteren tatverdächtigen Männer aus Hannover sowie eine weitere Person kennengelernt haben, wie msl24.de* berichtet. Im Sommer desselben Jahres folgte ein gemeinsamer Aufenthalt auf einem Campingplatz in Niedersachsen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilt. Dort habe der 53-Jährige den damals neunjährigen Sohn der Lebensgefährtin von Adrian V. kennengelernt.

Im August 2019 sei der 53-Jährige dann auf die spontane Einladung des Hauptangeklagten Adrian V. hin nach Münster gereist. Dort habe er die Nacht in der Wohnung der Mutter von Adrian V. verbracht, die der 27-Jährige zu dieser Zeit vorübergehend genutzt habe. Am Tag darauf habe der Angeklagte dort die ihm zu Last gelegte Tat begangen: „Am nächsten Morgen soll der Angeschuldigte den Jungen schwer sexuell missbraucht haben", berichtet die Staatsanwaltschaft. Weder die Kindesmutter noch die Mutter (45) von Adrian V. seien in der Wohnung gewesen, während sich der 53-Jährige dort aufgehalten hatte.

Anklage im Kindesmissbrauchsfall von Münster: 53-Jähriger geständig

Laut Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte aus Norderstedt den Missbrauch an dem heute 10-jährigen Jungen gestanden. Der Mann befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen in dem Fall seien jedoch noch nicht abgeschlossen. So werde noch gesondert Anklage erhoben, sollte sich herausstellen, dass Adrian V. an der Tat des 53-Jährigen beteiligt gewesen war. Für einen Missbrauch auf dem Campingplatz in Niedersachsen gebe es laut aktuellem Ermittlungsstand keine Hinweise.

Immer wieder Festnahmen in Zusammenhang mit dem Kindesmissbrauchs-Fall in Münster

Immer wieder kommt es rund um den Missbrauchs-Komplex in Münster zu Festnahmen. Im Zentrum der Taten steht unter anderem Adrian V. Der 27-Jährige soll, ebenso wie weitere Angeklagte, den Sohn seiner Lebensgefährtin mehrfach sexuell missbraucht haben. Auch der Sohn (5) eines weiteren Angeklagten soll Opfer sexueller Gewalt geworden sein.

Der 27-Jährige aus Münster soll die Taten, die zwischen 2018 und Mai 2020 begangen worden sein sollen, zudem gefilmt und über das Darknet verbreitet haben. Die Kinder seien außerdem verschiedenen Männern für sexuelle Übergriffe angeboten worden. Einige der Taten sollen in einer Kleingartenhütte begangen worden sein, die der Mutter von Adrian V. gehörte. Fraglich ist auch, wie viel auch die Mutter des Opfers aus Münster über den Missbrauch wusste.*

Adrian V. hatte monatelang Kinder schwer missbraucht. Der bereits Vorbestrafte war zuvor in Therapie. 

Erst im August wurden zwei weitere Männer in Zusammenhang mit dem Kindesmissbrauch in Münster festgenommen, wie msl24.de* berichtete. Auch diese Tatverdächtigen wird vorgeworfen, den Sohn der Lebensgefährtin von Adrian V. missbraucht zu haben. Erst vor wenigen Tagen hatte zudem die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Adrian V. und dessen Mutter aus Münster erhoben.* Neben den beiden sollen auch ein 30-Jähriger aus Staufenberg, ein 35-Jähriger aus Hannover sowie ein 42-Jähriger aus Schorfheide auf der Anklagebank Platz nehmen.

Kindesmissbrauchs-Fall in Münster: Polizei findet Waffen im Büro des 53-Jährige aus Norderstedt

Der nun ebenfalls angeklagte 53-Jährige war bereits am 30. Juni von der Polizei festgenommen worden. An diesem Tag hatte die Polizei unter der Einsatzkommission "Rose" mehrere Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen durchgeführt. Sieben Beschuldigte, die in den Kindesmissbrauchs-Fall in Münster involviert sein sollen, waren in Untersuchungshaft gelandet.

Am Arbeitsplatz des 53-Jährigen aus Norderstedt, der keine Vorstrafen hat, hatte die Polizei zudem einen geladenen Luftdruckrevolver, zwei Schlagringe und ein Teleskopschlagstock gefunden. Den Revolver habe er für „Selbstverteidigungszwecken erworben", wie er den Ermittlern gegenüber aussagte. Die Staatsanwaltschaft erhob deswegen ebenfalls Anklage wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolbild) und picture alliance/Guido Kirchner/dpa Fotomontage)

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