Prozess am Landgericht

Sexueller Missbrauch am Nachbarskind: Gericht fällt Urteil gegen Paar

Zwei Muensteraner waren wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. (Symbolbild)
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Zwei Münsteraner waren wegen Kindesmissbrauchs angeklagt. (Symbolbild)

Ein 63-Jähriger und seine Lebensgefährtin sollen in Münster ein Nachbarskind sexuell missbraucht haben. Jetzt fiel das Urteil am Landgericht.

  • Ein Kind aus Münster soll von einem Paar aus Hiltrup sexuell missbraucht worden sein.
  • Die Angeklagten bestritten die Vorwürfe
  • Jetzt kam es zum Urteil.

Update: 1. Juli. Über mehrere Verhandlungstage ging der Prozess um den sexuellen Missbrauch einer Siebenjährigen. Angeklagt waren ein 63-Jähriger aus Münster sowie seine Lebensgefährtin (57). Sie sollen zwischen 2016 und 2017 im Beisein des Nachbarskindes sexuelle Handlungen an sich vorgenommen haben, so die Anklage. Die beiden Beschuldigten aus Hiltrup wiesen die Vorwürfe bereits zu Beginn der Verhandlung von sich.

In dieser Woche wurde nun das Urteil am Landgericht Münster gesprochen: Der 63-Jährige, der zuvor bereits wegen exhibitionistischer Handlungen sowie Kindesmissbrauchs vorbestraft war, wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung verurteilt. Zwar habe er das Mädchen nicht angefasst, das Gericht sah es dennoch als erwiesen an, dass er vor ihr sexuelle Handlungen vorgenommen habe. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 1,5 Jahren gefordert, wie die WN berichten.

Die Lebensgefährtin des 63-Jährigen wurde indes freigesprochen. Die Aussagen des Opfers hätten, so die Kammer, nicht für eine Verurteilung der Frau ausgereicht. Wie zuvor berichtet, gab ein Nachbar des Paares aus Münster-Hiltrup an, die Taten von seiner Wohnung aus beobachtet zu haben. Gericht und Staatsanwaltschaft bewerteten diese Aussagen jedoch als nicht glaubhaft. Das Urteil ist bereits rechtskräftig. 

Nachbarskind auf Terrasse sexuell missbraucht? Paar aus Münster vor Gericht

Erstmeldung: 17. Juni. Münster – Es sind schwere Vorwürfe, die gegen einen 63-Jährigen und seine zehn Jahre jüngere Partnerin erhoben werden. Das Paar aus Münster soll zwischen 2016 und 2017 gemeinsam ein Nachbarskind sexuell missbraucht haben.

Am Dienstag (16. Juni) begann der Prozess am Landgericht Münster. Der Vorwurf: Der 63-Jährige soll durch Geschenke und gemeinsames Spielen den Kontakt zum damals siebenjährigen Kind aufgebaut haben. Auf der Dachterrasse des Paares aus Hiltrup soll der Beschuldigte dann vor dem Kind sexuelle Handlungen an sich vorgenommen und sich zudem an seinem Opfer vergangen haben. Viermal sei es laut Anklageschrift in dem Zeitraum zu Übergriffen gekommen.

Münster

Bevölkerung

310.039

Fläche

302,9 km²

Oberbürgermeister

Markus Lewe

Prozess in Münster: Angeklagter bestreitet Missbrauch am Kind

Zudem soll es in einem Fall vor den Augen des Kindes zu sexuellen Handlungen des Paares untereinander gekommen sein, so die Anklage. Ein Nachbar des 63-Jährigen soll die Taten in Münster beobachtet haben. Der Angeklagte beteuerte vor dem Landgericht jedoch seine Unschuld. "Ich habe ihr nichts getan", wird er von der WN zitiert. Er behauptet, der Zeuge habe das Kind dazu gebracht, diese Aussagen zu treffen.

Der Richter am Landgericht wies den Beschuldigten darauf hin, dass die Anklageschrift gegen ihn spreche und sich ein Geständnis positiv auf ein Urteil auswirken würde. Der 63-Jährige ist zudem mehrfach vorbestraft: Wegen exhibitionistischer Handlungen und KindesmissbrauchEs kürzlich wurde in Münster ein schwerer Fall von Kindesmissbrauch aufgedeckt. Der 27-jährige Adrian V. aus Kinderhaus soll mit anderen Männern Jungen in einer Gartenlaube vergewaltigt haben.

Am Landgericht  sind zwei Münsteraner wegen Kindesmissbrauchs angeklagt.

Kindesmissbrauch in Münster: Muss das Kind vor Gericht aussagen?

In dem nun begonnenen Prozess in Münster bezeichnete der Staatsanwalt eine mögliche Aussage, die das betroffene Kind vor dem Gericht machen müsste, als "Tortur". Ein Geständnis des Mannes würde dem Opfer diesen Schritt ersparen. Der Angeklagte blieb jedoch weiterhin bei seiner Aussage und wollte die ihm vorgeworfenen Taten nicht zugeben. Am kommenden Dienstag (23. Juni) wird die Verhandlung fortgesetzt.

Derweil hatte es nach dem aufgedeckten Fall des schweren Kindesmissbrauchs in Münster Stimmen gegeben, die härtere Strafen für Täter forderten. Justizministerin Christine Lambrecht kündigte nun an, das Strafmaß in solchen Fällen erhöhen zu wollen. Jetzt gab es eine Wende in der Frage: Die Innenminister der Länder wollen nach dem Fall in Münster Kindesmissbrauch strafrechtlich wie Totschlag bewerten.

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