Kommunalwahl in NRW

Rechtspopulisten nur knapp vor Satirepartei: AfD verliert Sitz im Rat

Für viele Überraschungen sorgte die diesjährige Kommunalwahl in Münster. Doch eine Konstante gab es: In der Domstadt haben es die Rechtspopulisten der AfD schwer.

Münster – Strahlende Gesichter musste man am Sonntag (13. September) in der Domstadt nicht lange suchen. Die Grünen gehen nach ihrem Überraschungserfolg als gefühlte Gewinner aus der Kommunalwahl in Münster hervor und könnten demnächst sogar den neuen Oberbürgermeister stellen.

OrtMünster
Einwohner310.039
OberbürgermeisterMarkus Lewe (CDU)

Kommunalwahl 2020: AfD Münster verliert einen Sitz im Stadtrat

Nachdem OB-Kandidat Peter Todeskino bei der Kommunalwahl über 27 Prozent der Stimmen eingeheimst hatte, kommt es in zwei Wochen in Münster nun zur Stichwahl zwischen ihm und dem amtierenden Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU). Die Domstadt hat bei der Kommunalwahl einen stark grünen Anstrich erhalten – 15 Direktmandate gingen an die Partei. Hingegen haben es die Rechtspopulisten der Alternative für Deutschland (AfD) in der Westfalenmetropole weiterhin schwer.

Bei der Wahl zum neuen Stadtrat kam die AfD in Münster nur auf 2,19 Prozent der Stimmen. Ein Verlust von 0.41 Prozent im Vergleich zur vergangenen Kommunalwahl 2014. Die Rechtspopulisten verlieren im neuen Rat somit einen Sitz und sind dort zukünftig nur noch mit einer Person vertreten. Beinahe wäre die „Alternative für Deutschland“ in der Domstadt sogar von einer Satirepartei überholt worden.

Breiter Protest gegen AfD in Münster

Die PARTEI, 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins „Titanic“ gegründet, wurde in Münster von 2,07 Prozent der Menschen gewählt und lag, trotz Wahlslogans wie „Bli bla blubb“ nur 189 Stimmen hinter der AfD. Schon seit Jahren haben es die Rechtspopulisten in der Domstadt schwer. Bei der Europawahl im vergangenen Jahr schaffte es die AfD in Münster nur auf vier Prozent.

Zudem hat sich in der Studentenstadt seit jeher ein breiter Protest gegen Rechts gebildet. Immer wieder gehen Tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße – so wie zuletzt im Januar beim Neujahrsempfang der „Alternative für Deutschland“ in Münster. Besser sah es für die Rechtspopulisten indes in Ostwestfalen aus. Die AfD konnte sich im Paderborner Stadtrat drei Sitze sichern.

Rubriklistenbild: © dpa / Peter Steffen

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