Kommunalwahl in NRW

Überraschung in Münster: Grüne jubeln – Lewe muss zittern

Jubel und Ernüchterung lagen am Wahlabend nah beieinander. Während die Grünen bei der Kommunalwahl in Münster für eine faustdicke Überraschung sorgten, muss der amtierende Oberbürgermeister um seinen Posten bangen.

Münster – Krimis können sie in der Westfalenmetropole: Während der Tatort Münster bereits seit Jahren zu den beliebtesten Formaten der Deutschen gehört, geht es seit Sonntag (13. September) auch in der politischen Landschaft mit äußerster Spannung zu. Die diesjährige Kommunalwahl geht in die Verlängerung und endet in zwei Wochen im Showdown.

Für die größte Sensation sorgten an diesem Wahlabend die Grünen. Bei der Wahl des Stadtrates erlangten sie ein Rekordergebnis von 30,25 Prozent und konnten im Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren zehn Prozentpunkte hinzulegen. Ganze 14 Direktmandate der Stadt Münster gingen an die Partei, deren Oberbürgermeisterkandidat für die zweite Überraschung des Abends sorgte.

Kommunalwahl in Münster: Peter Todeskino (Die Grünen) sorgt für dicke Überraschung

Peter Todeskino trat für die Grünen an, um Markus Lewe (CDU), den amtierenden Oberbürgermeister, vom Thron zu stoßen. Dies könnte dem 62 Jahren nun gelingen. 28,47 Prozent der Stimmen gingen an den Juristen, der nun am 27. September gegen Lewe, der auf 44,55 Prozent kam, in der Stichwahl in Münster antritt.

Lange Gesichter gab es indes bei den Sozialdemokraten. Nur 17,6 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen bei der Wahl des Stadtrates auf die SPD – ein Verlust von über neun Prozentpunkten im Vergleich zu 2014. Auch für Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung wurde der Wahltag in Münster zur bitteren Enttäuschung. Mit nur 16,3 Prozent verpasste der SPD-Kandidat die Stichwahl und sprach anschließend von einem „bitteren Wahlabend". Christoph Strässer, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter und Präsident von Preußen Münster, bezeichnete das Ergebnis der Kommunalwahl 2020 sogar als "furchtbar".

Kommunalwahl: Stichwahl in Münster zwischen Markus Lewe und Peter Todeskino

Für Markus Lewe wird es nun eng. Zwar konnte er die mit Abstand meisten Stimmen für sich gewinnen. Doch sollten die anderen Parteien, allen voran die SPD, eine Wahlempfehlung für den Grünen Peter Todeskino aussprechen, könnte es in zwei Wochen zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters kommen. Der Christdemokrat sieht das Ergebnis der Kommunalwahl in Münster als „Anerkennung für die gute Politik der vergangenen Jahre und als Ansporn“. Sein Herausforderer war sich nach Bekanntwerden der Ergenisse hingegen sicher: „Münster wird grün".

Klarer waren hingegen die Wahlergebnisse in Ostwestfalen. Dort ging die CDU als klarer Wahlsieger der Kommunalwahl 2020 hervor.

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Rubriklistenbild: © Ina Fassbender/dpa

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