Prozessbeginn in Münster

Eigene Tante ermordet? Enkelin der Toten sagt vor Gericht aus

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Mord aus Habgier: So lautet der Vorwurf gegen einen 52-Jährigen. (Symbolbild)

Die Vorwürfe sind gravierend, wegen derer sich ein 52-Jähriger vor dem Landgericht Münster verantworten muss. Er soll vergangenes Jahr seine Tante aus Habgier ermordet haben. Nun begann der Prozess.

  • Ein 52-Jähriger aus Schleswig-Holstein soll seine Tante ermordet haben.
  • Am Landgericht Münster ging der Prozess weiter.
  • Die Enkelin der Toten wurde als Zeugen geladen.

Update: 17. März. Der Prozess gegen einen 52-Jährigen aus Schleswig-Holstein, der seine Tante in Münster ermordet haben soll, wurde am Montag (16. März) am Landgericht fortgesetzt. Am zweiten Prozesstag wurde die Enkelin der Verstorbenen als Zeugin geladen. 

Die 18-Jährige berichtete, dass sie am ersten Wochenende im August 2019 mit ihrer Großmutter in Münster verabredet war. Doch an diesem Tag meldete sich die 68-Jährige nicht bei ihrer Enkelin, wie die WN berichten. Die junge Frau sei danach zu ihrem Haus gefahren und fand eine geöffnete Terrassentür sowie nicht abgeräumtes Essen vor.

Dies sei sehr untypisch für die 68-Jährige gewesen, erzählte die Enkelin und gab daraufhin eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. Die Möglichkeit, dass die Verstorbene zu dem Zeitpunkt verreist war, schwirrte den Beamten zwar durch den Kopf. Dagegen sprach jedoch die Art und Weise, wie die Wohnung der Frau aus Münster hinterlassen wurde.

Der Beschuldigte gab am ersten Prozesstag am Landgericht Münster zu, am 2. August mit seiner Tante in Kinderhaus verabredet gewesen zu sein und sie besucht zu haben. Dabei soll es zum Streit um ein Darlehen zwischen beiden gekommen sein, infolgedessen der 52-Jährige die Frau getötet haben soll. Den Mord bestreitet er jedoch. 

Die Enkelin der Verstorbenen berichtete zudem, dass ihre Oma von dem geplanten Treffen erzählt und sich darauf gefreut hatte. Sie habe stets gut von ihrem Neffen gesprochen. Der Prozess wird am Mittwoch (18. März) am Landgericht Münster fortgesetzt. 

Mord aus Habgier? Prozessbeginn in Münster

Erstmeldung: 28. Februar. Münster – Tagelang wurde eine 68-Jährige aus Kinderhaus vermisst. Eine groß angelegte Suche in der Domstadt blieb zunächst erfolglos. Knapp 270 Kilometer entfernt in Schleswig-Holstein machte eine Spaziergängerin vier Wochen später zufällig einen grausamen Fund.

Auf einem Gelände in Appen wurde die Leiche der Frau aus Münster gefunden. Eine Obduktion ergab, dass die Frau durch stumpfe Gewalt gegen den Hals verstarb. Schnell geriet der Neffe (52) der Toten ins Visier. Sein Motiv: Er hatte sich von seiner Tante ein Darlehen von über 25.000 Euro geliehen und dieses bis zum vereinbarten Zeitpunkt nicht zurückgezahlt.

Prozess in Münster: Angeklagter äußert sich nicht

Am Landgericht Münster begann am Donnerstag (27. Februar) der Prozess gegen den 52-Jährigen. Ihm wird Mord aus Habgier vorgeworfen. Der Beschuldigte hatte seine Tante am 2. August 2019 in Kinderhaus besucht. Dort soll es, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher, zum Streit zwischen Beiden gekommen sein. In der Folge soll der Angeklagte die Frau getötet und mit der Leiche nach Schleswig-Holstein gefahren sein, wo er sie letztlich auf einem Gelände ablegte.

Am ersten Prozesstag in Münster schwieg der Beschuldigte zu den schweren Vorwürfen, wie die WN berichten. In einer ersten Vernehmung mit der Polizei hatte der 52-Jährige zwar eingeräumt, seine Tante am besagten Tag besucht zu haben – jedoch aus einem anderen Grund. Demnach habe sie ihn gebeten, ihr Selbstverteidigungsgriffe zu zeigen, da eine ihrer Töchter psychische Auffälligkeiten zeige.

Tante aus Münster ermordet? Angeklagter verwickelte sich in Widersprüche

Mehrere Zeugen wurden am Donnerstag am Landgericht Münster gehört – darunter auch Polizeibeamte, die die Vernehmungen mit dem Beschuldigten geführt hatten. Dabei kam zum Vorschein, dass sich der Angeklagte in einige Widersprüche verwickelt hatte. So gab er an, sein Studium nicht beendet zu haben. Ermittler fanden jedoch einen Doktortitel in den Unterlagen des Mannes vor.

Weiterhin bestritt der 52-Jährige, jemals einen Vertrag über ein Darlehen unterzeichnet zu haben. Dieses wurde von der Polizei jedoch wenig später bei einer Durchsuchung gefunden. Der Prozess wird am 16. März fortgesetzt. Begonnen hat kürzlich ein anderer Prozess am Landgericht. Ein 36-Jähriger soll in einem Hotel in Münster seine Ex-Frau angezündet haben.

Ein Urteil gab es derweil neulich in diesem Fall: Ein Mann aus Senden bei Münster hatte seine eigene Ehefrau vergewaltigt. Jetzt sitzt er im Gefängnis. Um Missbrauch geht es indes in diesem Fall: An seiner eigenen Tochter soll sich ein Mann aus Lengerich nahe Münster vergangen haben. Zum Prozessauftakt gestand er die Taten.

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