Coronavirus-Ausbruch

Nach Lockdown in Gütersloh und Warendorf: Stadt Münster erweitert Maskenpflicht

Die Coronavirus-Pandemie schien bis jetzt einigermaßen in den Griff bekommen zu sein. Doch nachdem sich über 1500 Personen beim Schlachtbetrieb Tönnies infiziert hatten, zieht nun auch die Stadt Münster Konsequenzen.

  • Im Kreis Gütersloh wurde am Dienstag der erneute Lockdown ausgerufen.
  • Über 1500 Mitarbeiter beim Schlachtbetrieb Tönnies haben sich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Die Stadt Münster hat jetzt eine verschärfte Maskenpflicht ausgerufen.

Münster – Es ist ein herber Rückschritt im Kampf gegen das Coronavirus Sars-CoV-2: Beim Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind über 1500 Arbeiter an Covid-19 erkrankt. Der Betrieb musste daraufhin eingestellt werden.

Der zuständige Kreis Gütersloh zog nun Konsequenzen: Am Dienstag (23. Juni) verkündete NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Lockdown für die Region. Somit gelten bis zum 30. Juni erneut die Coronavirus-Regeln wie im vergangenen März. Jetzt hat auch die Stadt Münster Konsequenzen gezogen und auf die Situation in Ostwestfalen mit neuen Maßnahmen reagiert.

Münster

Bevölkerung

310.039

Oberbürgermeister

Markus Lewe

Münster: Personen aus Kreisen Gütersloh und Warendorf müssen Schutzmaske tragen

Alle Personen aus dem Kreis Gütersloh sowie dem Kreis Warendorf, die zu Besuch in die Domstadt kommen, sind ab dem heutigen Mittwoch (24. Juni) dazu verpflichtet, in der Öffentlichkeit einen Mund- und Gesichtsschutz zu tragen. Dadurch soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. "Jedenfalls dann, wenn er oder sie den Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Menschen nicht sicher und durchgehend gewährleisten kann", heißt es in einer Mitteilung der Stadt Münster.

Nach dem Coronavirus-Ausbruch bei Tönnies wurden auch im Kreis Warendorf die Maßnahmen verschärft. Die Region hat ebenfalls wie im Kreis Gütersloh einen Lockdown ausgerufen, da dort 1243 Tönnies-Mitarbeiter leben. Die verschärften Regeln Maskenpflicht gelten ab sofort auch für in Münster lebende Menschen, die zum Pendeln in einen der beiden Gebiete fahren. Die Maßnahmen aus Münster stießen umgehend auf immense Kritik seitens der Verantwortlichen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf.

Für Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf gilt in Münster eine verschärfte Maskenpflicht.

Coronavirus-Krisenstab tagte in Münster erstmals wieder

Erstmals kam der Coronavirus-Krisenstab der Stadt Münster nach 14 Tagen wieder zusammen, nachdem sich die Lage in der Domstadt in den vergangenen Wochen beruhigt hatte. "Wir hatten in Münster zuletzt ein sehr günstiges Infektionsgeschehen und sehen seit Tagen keine neuen Corona-Patienten mehr. Es muss aber verstanden werden, dass unsere vergleichsweise glückliche Lage eine Folge von restriktiven Schutzmaßnahmen und diszipliniertem Verhalten ist", mahnte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer in diesem Zusammenhang.

Die Stadt Münster hatte sich im Kampf gegen den Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies bereits eingeschaltet und sogenannte Infektionsscouts und Dolmetscher in die Region geschickt. "Das Drama bei unseren Nachbarn zeigt, dass die Pandemie jederzeit auch in Münster wieder gefährlich akut werden kann", wies Oberbürgermeister Markus Lewe auf die noch immer bestehende Gefahr hin.

Wegen des Corona-Massenausbruchs bei Tönnies, musste die NRW-Landesregierung die Reißleine ziehen: Nachdem der Lockdown für den Kreis Gütersloh verkündet wurde und der Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch zusammengebrochen war, spitzt sich die Lage in dem Risikogebiet weiter zu.

"Die Pandemie ist nicht vorbei", erklärte NRW-Gesundheitsminister Laumann. Daher wurde die auch in Münster geltende Maskenpflicht im Kampf gegen das Coronavirus verlängert.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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