Prozess

Missbrauch in Feriencamp: Betreuer (26) wegen 120 Taten verurteilt

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Der 26-Jährige aus Münster verbarg bei Beginn des Prozesses sein Gesicht. 

Er betreute Kinder in einem Feriencamp – diese Stellung nutzte er aus, um sie zu missbrauchen. Ein 26-Jähriger wurde vom Gericht verurteilt. 

  • Ein Student aus Münster stand in Lüneburg vor Gericht. 
  • Der 26-Jährige hat sich an mehreren Kindern vergangen. 
  • Nun wurde das Urteil gesprochen. 

Lüneburg/Münster – Nach fünf Verhandlungstagen ist das Urteil in einem Missbrauchs-Prozess gefallen. Ein 26-Jähriger war angeklagt, sich in Feriencamps an mehreren Kindern vergangen zu haben. Der Beschuldigte hatte dabei seine Position als Schutzbefohlener ausgenutzt. Die Verhandlung fand zum Schutz der Opfer größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 

Student aus Münster wegen Missbrauchs an Kindern vor Gericht

Der 26-Jährige, der im Sommer 2019 in seiner Wohnung in Münster verhaftet wurde, musste sich zu den Missbrauchs-Vorwürfen vor dem Landgericht Lüneburg rechtfertigen. In der Stadt und der Umgebung verübte er die Übergriffe auf Minderjährige in mehreren Ferienfreizeiten.

Dazu hatte der Lehramtsstudent aus Münster seine Position als Betreuer in Feriencamps der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) benutzt, um mit den Kindern in Kontakt zu kommen. Dort soll er sich dann an mehreren Jungen vergangen haben, wie msl24.de* berichtet. 

26-Jähriger aus Münster verurteilt: 120 Fälle des Missbrauchs festgestellt

Seit Anfang Januar musste der 26-Jährige aus Münster sich vor Gericht verantworten, wie msl24.de* weiter berichtet. Insgesamt wurden ihm 120 Fälle des Kindesmissbrauchs in unterschiedlicher Intensität vorgeworfen. So hatte der Student die Minderjährigen – bei denen es sich ausschließlich um Jungen im Alter von 9 bis 15 Jahren handelte – unter anderem zum Austausch von Nacktbildern gebracht. 

In fünf Fällen wurde der Student aus Münster des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilt – die ihm vorgeworfenen Taten hat er gestanden. Dafür erhielt er eine Haftstrafe von fünf Jahren und neun Monaten, wie der Pressesprecher des Gerichts, Christoph Luedtke, mitteilte. Wie hoch die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe war, wurde nicht öffentlich. Noch ist das Urteil jedoch nicht rechtskräftig: Sowohl Staatswanwaltschaft als auch die Anklagevertretung können Revision oder Berufung beantragen.

Der Fall des Lehramtsstudenten aus Münster sorgte vor Aufsehen. Noch mehr Medieninteresse gab es an einem Prozess, der vor wenigen Monaten zu Ende ging: In Lügde wurde dem Haupttäter hundertfacher Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz vorgeworfen. Es folgte eine hohe Haftstrafe.

*msl24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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