Aggressives Verhalten im Straßenverkehr

Autofahrer zeigt Mittelfinger – und bereut es später bitter

Obwohl seine Kinder im Auto waren, glänzte ein Autofahrer aus Münster mit Fehlverhalten. Dabei gefährdete er nicht nur den Straßenverkehr, sondern auch seinen Führerschein.

  • Ein Mann aus Münster zeigte einem anderen Autofahrer den Mittelfinger.
  • Bei dem Fahrer handelte es sich jedoch um einen Polizisten in Zivil.
  • Der 29-Jährige hatte seine Kinder dabei.

Münster/Ratingen – Ein 29-Jähriger musste sich am Mittwoch (26. August) für sein unflätiges Verhalten verantworten. Er war um 9.35 Uhr mit seinem Auto auf der Sohlstettenstraße in Ratingen unterwegs. Hinter ihm fuhr ein Polizeibeamter in einem Zivilfahrzeug.

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Mann aus Münster fährt unsicher – Polizist drück auf die Hupe

Dem Polizisten fiel die unsichere Fahrweise des Mannes aus Münster auf. Er konnte durch die Heckscheibe außerdem beobachten, wie der Fahrer heftig gestikulierte und während der Fahrt Getränke an die im Wagen sitzenden Kinder verteilte. Dabei war er scheinbar so unaufmerksam, dass er mehrmals seine Spur verließ und zudem in den Gegenverkehr geriet, wo zu diesem Zeitpunkt jedoch keine Autos unterwegs waren.

Der 29-Jährige aus Münster bog in die Auffahrt zu A44 ein. Dort bremste er jedoch unvermittelt so stark, dass der Polizist hinter ihm einen Zusammenstoß nur durch seine schnelle Reaktion verhindern konnte. Durch einmaliges Hupen beschwerte er sich bei dem Renault-Fahrer über dessen Verhalten.

Autofahrer aus Münster reagiert aggressiv – Strafanzeige gestellt

Doch der Mann aus Münster sah die Kritik an seinem Fahrstil scheinbar nicht als angebracht an. Er zeigte dem Polizisten, der in zivil unterwegs war, stattdessen den Mittelfinger – und das in Anwesenheit seiner Kinder. Der Beamte überholte den Renault wenig später, um seinen Weg in Richtung der A3 fortzusetzen. Der 29-Jährige nutzte die Gelegenheit, um seinem Unmut weiter Ausdruck zu verleihen.

Erneut präsentierte der Mann aus Münster dem Polizisten den Stinkefinger. Dabei war er „erkennbar emotional aufgebracht“, wie die Beamten das Verhalten des 29-Jährigen in einer Pressemitteilung bezeichnen. Daraufhin hatte der Polizist in Zivil seine Geduld aufgebraucht: Er zog den Fahrer kurzerhand aus dem Verkehr. Zu einer ungewöhnlichen Art der Verkehrskontrolle war es vor einigen Monaten in NRW gekommen: Eine „Raser-Taube“ wurde mit 45 km/h in Bocholt geblitzt – die Stadtverwaltung nahm die Geschwindigkeitsüberschreitung mit Humor.

Zwei Mal zeigte ein Mann aus Münster einem Polizisten den Mittelfinger. (Symbolbild)

Verfahren wegen Beleidigung gegen Mann aus Münster eingeleitet

Den 29-Jährigen aus Münster erwartet nun ein Strafverfahren wegen Beleidigung. Nach solchen Aggressionsdelikten im Straßenverkehr können hohe Geldstrafen verhängt werden. Im Bußgeldkatalog wird das Zeigen des Stinkefingers am Steuer mit 4000 Euro bestraft – das geht aus einem früheren Gerichtsurteil hervor.

Auch eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) kann erforderlich werden. Beim sogenannten „Idiotentest“ wird darüber entschieden, ob die Person noch dazu geeignet ist, ein Fahrzeug zu führen. Ob der Fahrer aus Münster seine aggressive Reaktion gezügelt hätte, hätte er gewusst, wen er da vor sich hatte, ist nicht klar.

In einem anderen Fall im Münsterland führte ein erhobener Mittelfinger zu einer Schlägerei: In Ibbenbüren wurden zwei Männer verprügelt, weil sie wissen wollten, warum ihnen unbekannte Männer ihnen den Finger mit eindeutiger Bedeutung zeigten.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner

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