Große Pläne für die Innenstadt

Mehr Raum für Fahrradfahrer? SPD kritisiert: Grüne und CDU "trauen sich nicht"

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Eine neue Fahrradstraße im Zentrum von Münster – das forderte die SPD bei einer Sitzung der Bezirksvertretung. Doch, so der Vorwurf der SPD: CDU und Grüne "trauen sich nicht".

Münster – Könnte sich auf der Aegidiistraße in Münster bald der Straßenverkehr erheblich ändern? In der Tat: Marita Otte (SPD) forderte in einer Sitzung der Bezirksvertretung Mitte (BV), dass die Straße im Zentrum Münsters in eine Fahrradstraße umgewandelt werden soll.

Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen neuen Vorschlag: Bereits seit zwei Jahren rede man in der BV  Mitte in Münster über diese Fahrradstraße am Aegidiimarkt. Der Vorschlag sei ursprünglich aus der Verwaltung gekommen. Die SPD habe dann in einer einberufenen Bürgeranhörung darüber diskutiert – mit positiven Reaktionen. 

Auch die Verwaltung gab grünes Licht. Doch seitdem liege das Projekt auf Eis, berichtet die SPD-Fraktionsvorsitzende Otte gegenüber msl24.de. Das Gegenargument von Grünen und CDU in der BV Mitte: Es gebe dort nur einen bereits vorhandenen, begrenzten Raum für den Straßenverkehr, der nicht erweitert werden könne.

Forderung der SPD: Aegidiistraße in Münster bald Fahrradstraße?

Bei der Einrichtung einer Fahrradstraße auf der Aegidiistraße würde Autofahrern automatisch Raum entzogen, der dann Radfahrern zugutekomme – deshalb würde sich Schwarz-Grün "nicht trauen", das Projekt in Münster anzugehen, schätzt Otte ein.

Dabei sieht die SPD-Politikerin das Problem ein: "Ja, man wird letztlich den Autofahrern Raum wegnehmen müssen", schildert Otte. Aber deshalb sei nicht vorgesehen, Autos auf der Aegidiistraße komplett zu verbieten. Es gehe vor allem darum, die Nutzung der Straße unter allen Verkehrsteilnehmern "neu zu verhandeln"– und am Ende hätten alle etwas davon, so Otte.

Neue Fahrradstraße in Münster? Das würde sich ändern

Dazu stellt sich die Frage: Was würde es überhaupt bedeuten, wenn die Aedigiistraße in Münster zu einer Fahrradstraße umgebaut würde? Die Fahrbahn wäre dann in erster Linie ein großer Fahrradweg, oft auch markiert durch eine rote Fahrbahnmarkierung. 

Doch Autos sind nicht grundsätzlich tabu: Bei entsprechender Kennzeichnung können Pkw-Fahrer weiterhin dort unterwegs sein, aber zum Beispiel nur in eine Fahrtrichtung oder nur als Anwohner. Auch das Parken am Straßenrand würde erheblich eingeschränkt werden.

Die Aegidiistraße in Münster wird von Fahrradfahrern oft und viel genutzt.

Aegidiistraße als Teil der Velo-Routen in Münster?

Die Aegidiistraße ist nicht die einzige Straße in Münster, die bald zur Fahrradstraße umbenannt werden soll: Im kommenden Juli wird in der BV Mitte final über weitere Fahrradstraßen im Zentrum abgestimmt, unter anderem auf der Bismarckallee, als Bestandteil der sogenannten Velo-Routen in Münster. 

In diesem Zuge wünscht sich die SPD, dass der Umbau der Aegidiistraße in Münster neue Fahrt aufnimmt und mit angebunden wird an die Velo-Routen. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD bereits eingereicht. Und die Chancen scheinen gut zu stehen: Laut der WN soll Michael Grimm, Leiter des Amts für Mobilität und Tiefbau, die Planung für die Aegidiistraße für 2020 zugesagt haben.

Auch auf anderen Straßen in der Domstadt wird es bald Veränderungen geben: So soll der Autoverkehr im Hafenviertel in Münster eingeschränkt werden. Die Nutzung von Leezen, Bussen und Fußwegen soll hingegen gefördert werden. Und auch für Mieter soll sich etwas tun: Die Stadt Münster verspricht bezahlbare Mieten und kündigt den Bau von 200 neuen Wohnungen an

In Münster gibt es mehr Fahrräder, als Einwohner – deshalb werden die Drahtesel mitunter auf Gehwegen abgestellt. Die Stadt arbeitet nun an einer Lösung dafür.

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