Eigenen Sohn missbraucht

Unter Drogen gesetzt und vergewaltigt: Weitere Anklage im Missbrauchsfall von Münster

Immer mehr Taten werden im Missbrauchsfall aus Münster bekannt. Jetzt wurde weitere Anklage gegen Adrian V. und einen Mittäter erhoben.

Münster – In dem großen Missbrauchsfall aus der Domstadt wurde eine weitere Anklage erhoben. Diese richtet sich gegen einen 42-Jährigen aus Schorfheide, gegen den bereits im selben Fall andere Vorwürfe bestehen, sowie gegen den ebenfalls angeklagten Haupttäter Adrian V. (27).

StadtMünster
Bevölkerung310.039
BundeslandNRW

Münster: Täter aus Schorfheide missbraucht Neunjährigen unter Drogen

Die Staatsanwaltschaft Münster hat bereits den Beginn der Verhandlung im Missbrauchsfall bekannt gegeben. Mitte November wird Adrian V. und seinen Mittäter der Prozess vor dem Landgericht gemacht. In der neuen Anklage vom Donnerstag (22. Oktober) geht es im Speziellen um zwei Begebenheiten.

An einem Tag im August 2018 soll der Mann aus Schorfheide sich an einem Neunjährigen vergangen haben, mit dem er entfernt verwandt ist. Dazu verabreichte er dem Kind zuvor eine Substanz – vermutlich ein Betäubungsmittel –, das den Jungen wehrlos machten. Dann missbrauchte der Täter das Kind mehrmals über einen längeren Zeitraum. Die Vergewaltigungen filmte er mit seinem Handy. Die Ermittler konnten bislang nicht herausfinden, an welchem Ort sich die Szene abgespielt hat. Seitens der Staatsanwaltschaft Münster wird dem 42-Jährigen nun kurz vor Prozessbeginn ein weiteres Delikt dieser Art zur Last gelegt.

Adrian V. erneut angeklagt: Er soll seinen Stiefsohn betäubt und vergewaltigt haben

In einer weiteren Begebenheit werden der 42-Jährige und der Haupttäter aus Münster gemeinsam angeklagt. In dem Haus des ersteren sollen sie im März 2020 zwei andere Kinder gemeinschaftlich missbraucht haben. Auch in diesem Fall wurden Videoaufnahmen des Geschehens gemacht. Eines der Opfer ist der 10-jährige Stiefsohn von Adrian V. – bei dem anderen Kind handelt es sich um den leiblichen Sohn (7) des Schorfheiders.

Die Kinder bekamen auch in diesem Fall von den Angeklagten Getränke mit Betäubungsmittel verabreicht. Dadurch wurden sie vermutlich bewusstlos. Der Missbrauch, der daraufhin folgte, soll überwiegend von dem 27-Jährigen aus Münster ausgegangen und sich auf den 10-Jährigen konzentriert haben.

Adrian V. hatte monatelang Kinder schwer missbraucht. Der bereits Vorbestrafte war zuvor in Therapie. 

Missbrauchsfall aus Münster: Neues Videomaterial führte zu der Anklage

Zu den Vorwürfen schweigen die Täter seit der Festnahme. Das Videomaterial beweist jedoch schon genug, um eine Anklage durchzusetzen. Das Verfahren soll mit der bereits erhobenen Anklage gegen Adrian V. aus Münster verbunden werden. Der Fall aus Münster nimmt nach und nach immer größere Dimensionen an. Die neuen Vorwürfe wurden laut, nachdem die Ermittler das Handy, auf dem die Videoaufzeichnung des Missbrauchs gespeichert sind, decodieren konnten.

Den beiden Angeklagten wird von der Staatsanwaltschaft Münster nicht nur schwerer gemeinschaftlicher Missbrauch von Kindern vorgeworfen, sondern auch die Vergewaltigung sowie die gefährliche Körperverletzung. Ausschlaggebend für die letzten beiden Punkte war die Gabe des Betäubungsmittels. Darüber hinaus wurde in dem Fall vor einigen Wochen ein 53-Jähriger aus Norderstedt verhaftet.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Guido Kirchner/dpa

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