Staatsanwaltschaft erhebt Vorwürfe

Weitere Anklage erhoben: 27-Jähriger hat drei Kinder missbraucht

Ein weiteres Mal hat die Staatsanwaltschaft Münster Anklage erhoben: Ein 27-Jähriger soll ebenfalls Verbindungen zu dem Missbrauchskomplex von Adrian V. haben. Er soll sich an insgesamt drei Kindern vergangen haben.

Münster – In dem großen Missbrauchskomplex aus Münster wurde eine weitere Anklage erhoben. Dieses Mal richtet sie sich gegen einen mittlerweile 27-Jährigen aus Aaachen. Ihm wird vorgeworfen, mehrere Kinder schwer sexuell missbraucht, kinderpornografische Schriften angefertigt sowie gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen zu haben.

StadtMünster
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Neue Anklage wegen Kindesmissbrauchs: 27-Jähriger hat Verbindung zu Fall aus Münster

Ganze 18 Handlungen werden dem Mann vorgeworfen. Diese soll er in einem Zeitraum vom 13. April bis zu seiner Festnahme am 30. Juni an insgesamt drei Kindern begangen haben. Zwei der Jungen wohnen in Dortmund und gehören zum verwandtschaftlichen Umfeld des Beschuldigten. Sie sind acht und neun Jahre alt. Bei dem dritten Opfer handelt es sich um das Hauptopfer des Missbrauchskomplexes: Den mittlerweile elfjährigen Stiefsohn von Adrian V. aus Münster, welcher den Schüler zahlreichen Männern zum Missbrauch angeboten hatte.

Von den beiden Kindern aus Dortmund soll der Angeklagte zu 13 verschiedenen Gelegenheiten Nacktfotos gemacht haben. Dabei stand insbesondere der Achtjährige im Fokus. An ihm habe der 27-Jährige auch sexuelle Handlungen vorgenommen, gibt die Staatsanwaltschaft Münster bekannt. Jedoch sei es nicht zu einer Vergewaltigung gekommen.

Einer der Tatorte des vermutlichen Haupttäters in einem Missbrauchsfall in Münster.

27-Jähriger hat Hauptopfer aus Münster mehrmals missbraucht

Anders jedoch im Fall des 11-Jährigen: Der Junge soll vom Angeklagten zu drei verschiedenen Gelegenheiten schwer sexuell missbraucht worden sein. Das erste Mal soll dies im November 2019 in einer Ferienwohnung in Winterberg geschehen sein. Danach kam es zu dem Missbrauch in der Wohnung von Adrian V. in Münster sowie in einer Wohnung in Pirna. Auch in der Gartenlaube in Münster, die nach der Entdeckung des Missbrauchs abgerissen wurde, traf der 27-Jährige auf das Opfer. Dabei kam es jedoch nicht zu einer Vergewaltigung – es blieb bei sexuellen Handlungen, die der mutmaßliche Täter an dem Jungen vornahm.

Der Kontakt zu dem Hauptangeklagten nach Münster kam durch einen Messenger-Dienst zustande. Im Jahr 2016 lernte der Angeklagte zunächst den ebenfalls wegen des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagten Mann aus Staufenberg kennen. Daraufhin folgte auch der Kontakt nach Münster und zu weiteren Männern, die mit dem Missbrauchskomplex in Verbindung stehen.

Ermittlung im Missbrauchskomplex von Münster dauert an

Bei der Verhaftung des 27-Jährigen fanden die Ermittler in seiner Wohnung in Aachen geringe Mengen an Drogen. Der Mann ist nicht vorbestraft und hat sich, wie auch die anderen Beschuldigten in dem Missbrauchskomplex aus Münster, bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Der erste Prozess in dem Missbrauchsfall gegen insgesamt fünf Angeklagte startet bereits im November in Münster. Zu der neuen Anklage kam es nach der Sichtung der sichergestellten Datenträger. Die Durchsicht des Videomaterials ist noch nicht beendet – insgesamt handelt es sich um über 300.000 Stunden Filmaufzeichnungen. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft dauern daher noch an.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch

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