34-Jähriger in Untersuchungshaft

Erneute Festnahme im Missbrauchsfall von Münster

Während der Prozess gegen den Haupttäter schon läuft, ist der Großteil des Videomaterials aus dem Missbrauchskomplex in Münster noch nicht ausgewertet. Jetzt wurde ein weiterer Mann verhaftet.

Münster – Ein weiterer Mann wurde im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex in Münster festgenommen. Wie die Polizei berichtet, konnte die Ermittlungskommission mit dem Namen „Rose“ einen 34-Jährigen ausfindig machen, der ebenfalls das inzwischen 11-jährige Hauptopfer schwer sexuell missbraucht haben soll.

StadtMünster
Bevölkerung310.039
BundeslandNRW

34-Jähriger festgenommen – er soll das Hauptopfer aus Münster missbraucht haben

Der 34-Jährige wurde am Freitag (13. November) festgenommen. Die Ermittler waren auf ihn aufmerksam geworden, nachdem sie das Handy des Hauptbeschuldigten ausgewertet hatten. Der 27-jährige Adrian V. aus Münster steht derzeit wegen des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor Gericht. Auf seinem Telefon befanden sich Chatverläufe mit dem nun verhafteten Mann aus dem Kreis Warendorf.

Der Mann wird beschuldigt, sich drei Mal an dem Hauptopfer vergangen und das Kind sexuell missbraucht zu haben. Die Taten fanden zwischen Dezember 2019 und März 2020 in und um Münster statt. In den Chats, in denen der 34-Jährige aktiv war, soll er außerdem Nachrichten mit kinderpornografischem Inhalt verbreitet haben. Darunter sollen Nacktbilder eines siebenjährigen Jungen gewesen sein.

Missbrauchskomplex in Münster: 34-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft

Die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) mit Sitz in Köln hatte den 34-Jährigen bereits auf dem Radar, wie die Polizei Münster mitteilt. Die Ermittler dort hatten bereits im Vorfeld einen Haftbefehl gegen ihn erwirkt. Nach der Festnahme wurde die Wohnung des Mannes durchsucht. Dabei wurde einiges an Beweismaterial sichergestellt.

Am Samstag (14. November) wurde der Haftbefehl von einem Richter verkündet. Der 34-Jährige, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt, lässt sich von einem Anwalt vertreten. Er hat sich, ebenso wie der Hauptbeschuldigte aus Münster, noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Missbrauchskomplex aus Münster nimmt immer größere Dimensionen an

Der Fall nimmt immer größere Dimensionen an. Seit der Festnahme von Adrian V. aus Münster im Juni wurden immer mehr Männer verhaftet. Auch die Mutter des 27-Jährigen ist angeklagt. Ihr wird vorgeworfen, von dem Missbrauch gewusst zu haben, der oft in ihrer Laube in Münster stattfand, und nichts dagegen unternommen zu haben. Der Hauptbeschuldigte hatte in einem eigens angelegten Server-Raum über 300.000 Stunden Videomaterial mit kinderpornografischem Inhalt gespeichert.

In dieser Kleingartenanlage stand die Laube, in der Adrian V. Kinder zum Geschlechtsverkehr anbot.

Nur einen Tag vor der Verhaftung des 34-Jährigen gab es in dem Fall eine weitere Festnahme: Ein Mann aus Heiligenhaus wurde in dem Missbrauchskomplex von Münster als mutmaßlicher Täter identifiziert und verhaftet.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch

Auch interessant

Kommentare