21 verdächtige Personen

Münster: Missbrauchsfall – drei weitere Festnahmen

Der Münsteraner Adrian V. soll jahrelang zusammen mit anderen Männern Kinder vergewaltigt haben. Mittlerweile steigt die Zahl der Verdächtigen auf 21.

  • Der Missbrauchs-Fall aus Kinderhaus erschüttert die Menschen in Münster. 
  • Mehrere Männer und eine Frau wurden wegen des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern verhaftet.
  • Der Haupttäter (27) soll Jungen in einer Gartenlaube zum Missbrauch angeboten haben. 

Update: 30. Juni. Die Ermittler gingen bereits davon aus, dass es bei den bislang aufgedeckten Tätern und Opfern im Missbrauchsfall von Münster nicht bleiben werde. Sie sollten Recht behalten: Am Dienstagmorgen (30. Juni) wurden im Rahmen von Hausdurchsuchungen in Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein drei weitere Verdächtige festgenommen. Vier Männer wurden im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Münster festgenommen – über sie sind inzwischen weitere Infos bekannt. 

Dies teilte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstag in einer Sondersitzung mehrerer Landtagsausschüsse zum Missbrauchsfall von Münster mit. Somit gibt es mittlerweile 21 verdächtige Personen – zehn von ihnen befinden sich in U-Haft. "Weitere Kinder wurden damit aus der tagtäglichen Hölle befreit", so Reul. In dem Fall hat es eine weitere Festnahme gegeben: Ein Mann aus Frankreich konnte in Verbindung mit dem Missbrauch in Münster verhaftet werden.

Hauptverdächtigt ist der 27-jährige Adrian V. aus Münster. Er soll über mehrere Monate hinweg in einer Gartenlaube in Kinderhaus gemeinsam mit anderen Männern Kinder missbraucht und die Taten gefilmt haben. Die mittlerweile abgerissene Gartenlaube gehörte der Mutter des Hauptverdächtigen, die ebenfalls in U-Haft sitzt.

In dieser Gartenlaube in Münster-Kinderhaus wurden jahrelang Kinder schwer missbraucht.

Missbrauchsfall von Münster: Zahl der Opfer steigt weiter

Update: 18. Juni. Die Ermittlungen um den Missbrauchsring aus Münster schreiten weiter fort. Inzwischen gelten 18 Menschen im Zusammenhang mit dem Fall als tatverdächtig. Ein weiterer mutmaßlicher Täter sitzt nun in Untersuchungshaft. 

Inzwischen sind sechs Opfer des Missbrauchs im Kindesalter identifiziert worden. Dazu hatten jedoch nicht die Videoaufnahmen geführt, wie Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt erklärte. Die Ermittler müssen eine Unmenge an Daten durchgehen, die auf mehreren Servern von Adrian V. in Münster gespeichert waren. In einem ersten Schritt geht es den Polizisten vor allem darum, mögliche weitere Opfer zu finden. 76 Beamte arbeiten derzeit daran, das Material zu sichten. 

Indes werden die Behörden kritisiert, dass Adrian V. nicht früher verhaftet wurde. Bereits sechs Monate zuvor hatte die Polizei ein Smartphone und ein Tablet von ihm beschlagnahmt und darauf kinderpornographisches Material gefunden. Zu diesem Zeitpunkt war gegen den Beschuldigten aus Münster noch eine Bewährungsstrafe wegen der Verbreitung ebensolcher Bilder ausgesetzt. Die Bewährung wurde trotz des Fundes nicht widerrufen. 

Jetzt gab es eine Wende in der Frage um das richtige Strafmaß: Die Innenminister der Länder wollen nach dem Fall in Münster Kindesmissbrauch strafrechtlich wie Totschlag bewerten.

Missbrauch in Münster: Chef der Wirtschaftsförderung gefeuert 

Update: 16. Juni. Im Zuge der Missbrauchs-Ermittlung in Münster wurde der Chef der Wirtschaftsförderung entlassen. Medienberichten zufolge hegte Thomas Robbers mit dem Hauptbeschuldigten Adrian V. eine Bekanntschaft.  So soll er den 27-Jährigen und dessen Mutter mehrmals in seine private Ferienwohnung in Belgien eingeladen haben. 

Der Rat der Stadt Münster entschied gemeinsam über die Entlassung. Mit dem Missbrauch hat Robbers jedoch nichts zu tun. Die Ermittlungen zum Kindesmissbrauch dauern derweil weiter an. Hauptverdächtig ist der 27-jährige Adrian V.

Derweil kommt es am Landgericht zu einem anderen Missbrauchsprozess. Ein Paar aus Münster soll sich an einem Nachbarskind vergangen haben. Auch hier war der Angeklagte bereits vorbestraft.

Missbrauch in Münster: Gartenlaube von Adrian V. wird abgerissen

Update: 15. Juni. Knapp zwei Jahre lang wurden in der Gartenlaube in Münster-Kinderhaus mehrere Kinder auf schlimmste Art und Weise von Männern vergewaltigt. Nun wurde das Gebäude im Kleingartenverein "Am Bergbusch" dem Erdboden gleich gemacht. Die Ermittler untersuchten dabei jeden Zentimeter des Grundstücks, um weitere mögliche Beweise zu finden.

"Wir werden hier jeden Stein und jedes Brett umdrehen, damit wir wirklich nichts übersehen“, sagte Ermittlungsleiter Joachim Poll. Neue Beweise ließen sich jedoch nicht finden. Jetzt gehen die Ermittlungen weiter gegen die elf Verdächtigen vor, die des schweren Kindesmissbrauchs beschuldigt sind. Hauptbeschuldigter ist der 27-jährige Adrian V. aus Münster.

Abriss der Gartenlaube im Missbrauchsfall von Münster.

Vom Ausmaß des Missbrauchs waren selbst die Ermittler schockiert. Sie gehen zudem davon aus, dass noch weitere Opfer und Täter beteiligt waren. Haufenweise Videomaterial wurde bereits gesichtet, in dem Adrian V. und andere Männer Kinder in verschiedenen Positionen vergewaltigten. Die Ermittler sind sich nach dem Fall in Münster sicher, dass Kindesmissbrauch noch viel weiter verbreitet ist, als bisher angenommen.

So hätten die sichergestellten Chats, in denen Adrian V. aus Münster die Videos des Missbrauchs anbot über 1800 Mitglieder. Diese schrecklichen Taten geschehen "mitten unter uns, in unserer Gesellschaft", wird Münsters Polizeipräsident Rainer Furth zitiert.

Bereits 2019 wurde bei Adrian V. eine Razzia durchgeführt, nachdem er Spuren auf einer Internetseite hinterließ. Es dauerte jedoch nochmal ein weiteres Jahr, bis die Inhalte sichtbar wurden, auf denen der 27-Jährige zu sehen war. In dieser Zeit wurde der Sohn (10) seiner Lebensgefährtin aus Münster bereits mehrfach misshandelt.

Weitere Beweise konnten beim Abriss der Gartenlaube nicht gefunden werden.

Kindesmissbrauch in Münster: Was Nachbarn über Adrian V. wussten

Update: 10. Juni. Wie konnte Adrian V. jahrelang ungehindert Kinder in einer Gartenlaube in Münster missbrauchen? Dieser Frage gehen derzeit Ermittler nach. Doch auch die Personen, die den Hauptverdächtigen kannten, sind ungläubig ob dessen, was sich in der Kleingartenanlage "Am Bergbusch" in Kinderhaus abgespielt hat.

Als Hauptopfer von Adrian V. gilt ein 10 Jahre alter Junge aus Münster. Das Nachbarskind des Beschuldigten erzählte seinem Vater in der Vergangenheit von der immensen Computereinrichtung, die der 27-Jährige in seiner Wohnung angebracht hatte. "An den Decken waren auch Kameras", so der Nachbar im Interview.

Bei Nachbarn im angrenzenden Wohnhaus habe der Hauptverdächtige zudem Strom angezapft, um seinen klimatisierten Serverraum zu versorgen. Dort fanden die Ermittler über 500 Terrabyte und 300.000 Stunden Material, auf dem der abscheuliche Missbrauch an den Kindern dokumentiert wurde, den Adrian V. in Münster zusammen mit noch weiteren Männern beging. 

Es bleibt zudem die Frage: Wie konnte der 27-Jährige, der in der Vergangenheit bereits wegen des Besitzes und Verkaufs von kinderpornografischem Material verurteilt wurde, so leicht an Kinder herankommen? Und wieso schaltete sich das Jugendamt in Münster nicht ein? Familienministerin Franziska Giffey sprach sich bei Kindesmissbrauch wie in Münster nun für hohe Strafen aus.

Die Ermittlungen zum schweren Missbrauchsfall in Münster stehen noch am Anfang.

Münster: Vermutlich noch weitere Opfer im Missbrauchs-Skandal

Update: 9. Juni, 10.20 Uhr. Das Bekanntwerden weiterer Opfer in dem Missbrauchsfall von Münster könnte früher kommen, als zunächst gedacht. Wie die Polizei berichtet, gibt es inzwischen zwei Anzeigen gegen den 27 Jahre alten Haupttäter Adrian V. Erstattet wurden die Anzeigen durch zwei Väter, die angaben, dass ihre Söhne ebenfalls von dem IT-Techniker unsittlich berührt wurden. Die Kinder seien im Alter zwischen fünf und zwölf, wie auch schon die bereits bekannten Opfer.

Missbrauch in Münster: Polizei sucht in Videoaufnahmen nach weiteren Opfern

Update: 9. Juni, 9.10 Uhr. Die Polizei arbeitet mit Hochdruck daran, die Ermittlung gegen den Kinderschänderring aus Münster voranzutreiben. 50 Polizisten sind derzeit mit der Sichtung des Materials beschäftigt, von 300.000 Stunden Videomaterial berichtet der Focus. "Insbesondere geht es darum, möglichst schnell Dateien zu finden, auf denen wir Kinder identifizieren können", sagte der Polizeipräsident von Münster, Rainer Furth, in einem Interview mit RTL. 

Bislang hat sich, mit einer Ausnahme, keiner der Beschuldigten zu den Vorwürfen geäußert. Der 27-jährige Adrian V. aus Münster sowie seine Mutter Carina schweigen beharrlich. Die Frage, ob durch das Netzwerk noch weitere Kinder zum Opfer des Missbrauchs wurden, kann also nur die Sichtung des Videomaterials beantworten. Das könnte sich jedoch über Jahre hinwegziehen. 

Missbrauchsfall in Münster: Mutter des Haupttäters arbeitete in Kita

Update: 8. Juni. Der am vergangenen Samstag öffentlich gemachte Missbrauchsfall in Münster hat über die Grenzen der Domstadt hinaus für Entsetzen gesorgt. Die Taten, die sich in einer Gartenlaube in Kinderhaus abgespielt haben, scheinen von besonderer Grausamkeit gewesen zu sein. Mehr und mehr Details kommen mit der Zeit ans Tageslicht.

Der Haupttäter, ein 27-jähriger IT-Fachmann aus Münster, arbeitete in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Coesfeld. 15 Taten werden dem Mann vorgeworfen, die er zwischen November 2018 und Mai 2020 begangen haben soll. Er missbrauchte unter anderem den zehnjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin, ließ diesen von weiteren Männern missbrauchen und filmte die Taten.

Der Hauptverdächtige aus Münster ist zudem kein unbeschriebenes Blatt. Bereits zwei Mal (2016 und 2017) wurde der 27-Jährige wegen des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie verurteilt – bekam jedoch jeweils nur eine Bewährungsstrafe. An das Urteil wurde die Bedingung geknüpft, dass sich der Mann in Therapie begeben müsse. 2015 hatte auch das Jugendamt Kontakt zur Familie. Ein Familiengericht sah jedoch keinen Anlass, den zehnjährigen aus der elterlichen Obhut zu holen.  

In dieser Gartenlaube in Münster-Kinderhaus wurden jahrelang Kinder schwer missbraucht.

Unter Verdacht steht auch die Mutter des 27-Jährigen aus Münster. Ihr gehört die Gartenlaube in Kinderhaus, in der die drei Jungen schwer misshandelt wurden. Die Frau soll ihrem Sohn die Schlüssel zu dem Gebäude überlassen haben, obwohl sie von den Taten wusste. Zudem stellte sich nun heraus, dass die Beschuldigte in einer Kita in Münster arbeitete.

"Die Leitung der Kita wurde von uns informiert", sagte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt. Es gebe bisher jedoch keine Hinweise darauf, dass die 45-Jährigen derartige Taten in der Kita verübt habe. Auch zu den Taten gibt es mittlerweile nähere Informationen. So sollen die drei jungen von den Verdächtigen in Autos verfrachtet und anderen Männern zum Missbrauch angeboten worden sein. Am 25. und 26. April kam es in der Gartenlaube "Am Bergbusch" in Kinderhaus zum mehrstündigen Missbrauch der Kinder. Der Hauptverdächtige filmte die Taten, die sich in einem Raum mit Doppelbett und Stockbetten abgespielt haben. 

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) äußerte sich ebenfalls zum Missbrauchsfall aus Münster und sprach von "abscheulichen Taten, bei denen niemand ermessen kann, welch furchtbares Leid diese Kinder erfahren haben". Auch bei den Ermittlern sorgten die Videoaufnahmen für Entsetzen. "Selbst die erfahrensten Kriminalbeamten sind an die Grenzen des menschlich Erträglichen gestoßen und weit darüber hinaus", so Joachim Poll, Leiter der Ermittlungen. 

Auch Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, zeigte sich tief betroffen über den Fall. "Ich bin erschrocken, dass unsere Stadt offenbar Schauplatz solch schrecklicher Taten war. Stellvertretend für die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt möchte ich mein tiefes Mitgefühl für die Kinder ausdrücken." Staatsanwaltschaft und Polizei gehen davon aus, dass sie noch ganz am Anfang der Ermittlungen stehen. Neben dem 27-Jährigen und seiner Mutter befinden sich noch fünf weitere Verdächtige in U-Haft. 

Kindesmissbrauch in Münster aufgedeckt

Erstmeldung: 6. Juni. Münster – Bedrückte Stimmung herrschte am Samstag (6. Juni) bei einer Pressekonferenz der Polizei. Solche Konferenzen gibt es sonst nur, wenn es um informative Themen aus der Polizeiarbeit geht. Selten laden die Ermittler während einer laufenden Untersuchung zum Gespräch ein. 

Münster
Fläche 302,9 Quadratkilometer
Bevölkerung310.039 (Stand 2016)
Höhe60 Meter

Münster: Schwerer sexueller Kindesmissbrauch in – Ausmaße sind noch nicht klar

Doch das Thema der Konferenz ist eines, das hochemotional ist. Erst am Nachmittag zuvor wurde bekanntgegeben, dass es in Münster und in anderen Städten mehrere Festnahmen gab. Sechs Männer und eine Frau werden des schweren sexuellen Missbrauchs an Kindern beschuldigt. Der Haupttäter ist dabei ein 27-Jähriger aus Münster. 

Zu Beginn der Konferenz äußerte sich der Polizeipräsident von Münster, Rainer Furth, zu dem Fall. Er berichtet davon, dass die drei Opfer, Jungen im Alter von gerade mal fünf, zehn und zwölf Jahren, von den Beschuldigten missbraucht und dabei gefilmt worden seien. Die Ausmaße des Falls kommen erst nach und nach zutage – die Ermittlungen stehen noch ganz am Anfang. 

Nur die Spitze des Eisbergs: Ermittlungen der Polizei zu Missbrauch in Münster laufen noch

"Das ist abscheulicher Dreck", sagte Furth und fand so klare Worte für die unvorstellbaren Taten. Zahlreiche Polizisten sind seit einigen Wochen dabei, das sichergestellte Videomaterial zu sichten. Man kratze bislang nur an der Spitze des Eisbergs, gibt der Polizeipräsident aus Münster zu bedenken. 

Ursprünglich hatte eine Ermittlung im Internet die Polizisten auf die Spur des 27-Jährigen aus Münster gebracht. Sie hatten mittels seiner IP-Adresse herausgefunden, dass er kinderpornografisches Material ins Netz gestellt hatte. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung stießen sie auf umfassende Aufnahmen mit ähnlichem Inhalt. 

Missbrauch in Gartenlaube in Münster: Eines der Opfer ist erst 5 

Durch die Auswertung der teilweise selbst aufgenommenen Videos konnte die Polizei Münster nicht nur die drei Opfer ausfindig machen, sondern auch mehrere Männer, die die Jungen sexuell missbraucht haben. Mehrfach ist es in einer Gartenlaube in Kinderhaus zu diesen Taten gekommen. Die Ermittler berichteten auf der Konferenz von einem besonders schlimmen Fall, in dem auf Video festgehalten wurde, wie vier Männer, darunter der 27-Jährige, sich abwechselnd an zwei Jungen im Alter von fünf und zehn Jahren vergingen. Dabei wurden auch Gegenstände benutzt. "Sie können es sich nicht vorstellen", sagte der Ermittlungsleiter Joachim Poll sichtlich mitgenommen. 

In dieser Gartenlaube in Münster kam es zu dem Missbrauch.

Bei den Opfern handelt es sich um Kinder aus dem häuslichen Umfeld der Täter. So ist der Zehnjährige, der laut Polizei als Hauptofper gilt, der Sohn der Lebensgefährtin des 27-Jährigen aus Münster. Ein 30 Jahre alter Mann aus Staufenberg brachte seinen fünfjährigen Sohn zu den Missbrauchs-Treffen in der Gartenlaube mit. Im Laufe der Tat verging er sich auch an seinem eigenen Kind. Ein 43-Jähriger aus Kassel ist zudem mit einem weiteren Opfer verwandt: Der 12-Jährige ist sein Neffe, der bei ihm mit im Haus lebte. 

Polizei: Mutter aus Münster machte sich der Beihilfe zum Missbrauch der Kinder schuldig

Die Mutter des 27-Jährigen ist die Mieterin einer Kleingartenparzelle in Münster. Sie überließ ihrem Sohn den Schlüssel zu der Gartenlaube, in dem Wissen, war dieser dort tat. Somit hat die 45-Jährige sich der Beihilfe schuldig gemacht und wurde ebenfalls von der Polizei verhaftet. Darüber hinaus sind ein 35-Jähriger aus Hannover, ein 42-Jähriger aus Schorfheide und ein 41-Jähriger aus Köln mitbeschuldigt. 

Die Polizei hat durch ihre Ermittlungen einen passwortgeschützten Server-Raum im Keller des 27-Jährigen aus Münster gefunden. Dort standen mehrere Servereinheiten, auf denen mindestens 500 Terabyte Daten gespeichert sind. Die Beamten konnten erst mit der Sichtung des Materials beginnen, nachdem sie die aufwendige Verschlüsselung knacken konnten – der Haupttäter ist IT-Spezialist. Er war in seiner Jugend außerdem bereits zwei Mal wegen der Verbreitung von Kinderpornos vorbestraft worden.

27-Jähriger aus Münster soll Kinder zum Missbrauch bereitgestellt haben

Dass den Männern, die diese unvorstellbaren Taten begangen haben, klar war, welche Konsequenzen ihre Handlungen haben könnten, ist deutlich. Sie kommunizierten über hoch verschlüsselte Telefone und sicherten alle Daten mehrmals ab, sodass die Spezialisten der Polizei Münster teilweise bis heute noch keinen Zugriff auf die Datenträger erlangen konnten. 

Es liegt noch jede Menge Arbeit vor den Ermittlern aus Münster. Möglicherweise werden im Laufe der Materialsichtung weitere Opfer entdeckt. Bislang geht die Polizei davon aus, dass der 27-Jährige anderen Männern Kinder zum Missbrauch in der Gartenlaube angeboten hatte. Besonders emotionale Worte findet Ermittlungsleiter Poll für die Opfer der Kinderschänder: "Sie sind verkauft worden von denjenigen, die sie behüten sollten." Erst vor wenigen Monaten wurde in der Domstadt ein ähnlicher Fall vor Gericht verhandelt: Der Musiker "Jizzo" aus Münster hat mehrere Jungen zum Teil schwer sexuell missbraucht. Die Kinder lernte er mitunter in seiner Rolle als Betreuer einer Jugend-Fußballmannschaft kennen. 

Ebenfalls für großes mediales Interesse sorgte der Missbrauchs-Skandal in Lügde. Für die Täter wurde eine lange Haftstrafe verhängt. 

Am 4. September wurden neue Informationen zu den Missbrauchsfällen bekannt: Die Polizei hat heute neue erschreckende Details zum Kindesmissbrauch in Münster veröffentlicht und die Staatsanwaltschaft klagt mehrere verdächtige Personen an.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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