Gerichtsprozess

Weiteres Urteil im Missbrauchskomplex gefallen: 27-Jähriger bekommt lange Haftstrafe

In einem Prozess gegen einen 27-Jährigen aus Aachen ist nun ein Urteil gefallen. Der Mann musste sich vor dem Landgericht Münster im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex verantworten.

Münster – Seit Januar wurde ein weiterer Fall aus dem Missbrauchskomplex um Adrian V. vor dem Landgericht Münster verhandelt. Angeklagt war ein 27-Jähriger aus Aachen, dem mehrfacher Kindesmissbrauch vorgeworfen wurde. Das Opfer ist auch in diesem Fall der elfährige Ziehsohn des Hauptangeklagten.

StadtMünster
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BundeslandNRW

Missbrauchsprozess in Münster: 27-Jähriger hat Fotos von Kindern aus Verwandtschaft gemacht

Insgesamt wurden Yunus C. aus Aachen 18 Taten vorgeworfen, von denen 13 im Zusammenhang mit Kindern aus Dortmund standen. Diese gehören zur Verwandtschaft des 27-Jährigen. Von ihnen hatte er Fotos im unbekleideten Zustand gemacht – zu einem schweren sexuellen Missbrauch sei es in diesen Fällen jedoch nicht gekommen, wie die Staatsanwaltschaft Münster in ihrer Anklageschrift schrieb.

Anders hingegen verhielt es sich mit dem damals zehn Jahre alten Ziehsohn von Adrian V. aus Münster. Die gleichaltrigen Männer hatten sich mehrmals getroffen, um das Kind sexuell zu missbrauchen. Der 27-Jährige aus Aachen hatte zudem bereits im Prozess des Drahtziehers ausgesagt – neun Stunden lang. Dabei hatte er die Mutter des Täters belastet, von dem Missbrauch gewusst zu haben.

Urteil im Missbrauchsprozess von Münster: Aachener muss neun Jahre ins Gefängnis

Jetzt wurde der 27-Jährige vom Landgericht Münster verurteilt. Ihn erwarten nun neun Jahre Haft. Im Urteil ist von 21 Fällen des sexuellen Missbrauchs von Kindern die Rede. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer zehn Jahre und acht Monate und zusätzlich die Verhängung einer Sicherungsverwahrung gefordert.

Die Verteidigung äußerte sich in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Münster nicht zum Strafmaß, sprach sich jedoch gegen eine Sicherungsverwahrung aus, die von der Kammer letztlich abgelehnt wurde. Die Sicherungsverwahrung ist eine Maßnahme, um die Gesellschaft nach dem Absitzen der Haftstrafe vor potenziell weiterhin gefährlichen Straftäter zu schützen.

Der 27-Jährige aus Aachen wurde zu neun Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild)

Hauptprozess im Missbrauchskomplex von Münster läuft noch – Urteil gegen Adrian V. im Frühjahr erwartet

Der Prozess gegen Adrian V. vor dem Landgericht Münster läuft derzeit noch – ein Urteil wird erst im Mai erwartet. Zuletzt hatten Mitarbeiter des Jugendamtes ausgesagt, dass die Mutter des Opfers wohl von den pädophilen Neigungen ihres Partners wusste, ihn aber dennoch mit dem Kind allein ließ. Amtshilfe habe sie abgelehnt.

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