Prozess vor dem Landgericht

Missbrauchskomplex von Münster: Erstes Urteil gefallen

Während der Prozess gegen den Haupttäter Adrian V. gerade erst begonnen hat, ist am Freitag bereits das erste Urteil im Missbrauchsfall von Münster gefallen.

Update: 27. November. Das erste Urteil im großen Missbrauchsfall von Münster, das am Freitag am Landgericht gesprochen wurde, wurde im Vorfeld mit großer Spannung erwartet. Auf der Anklagebank saß ein 53-Jähriger aus Norderstedt (Schleswig-Holstein), dem vorgeworfen wurde, im August 2019 den damals neunjährigen Ziehsohn von Adrian V. gemeinsam mit dem Hauptangeklagten vergewaltigt zu haben.

Am Freitag fiel nun das Urteil: Patrick B. muss wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs für drei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Der Angeklagte hatte die Tat gegenüber den Ermittlern gestanden – ein Umstand, der sich für den Verurteilten letztlich strafmildernd ausgewirkt hat. Er hatte zudem Hinweise zu weiteren Tätern gegeben. Aufgrund seines Geständnisses musste das Opfer, das über Monate hinweg von mehreren Männern in Münster missbraucht worden war, am Landgericht nicht aussagen.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Vorfeld eine Haftstrafe von 3,5 Jahren gefordert. Die Verteidigung des 53-Jährigen plädierte indes für ein angemessenes Strafmaß, ohne dabei eine konkrete Strafe zu nennen. Am kommenden Dienstag (1. Dezember) wird der Prozess in Münster fortgeführt. Neben dem Hauptangeklagten Adrian V. stehen noch dessen Mutter sowie drei weitere Männer auf der Anklagebank. Der Prozess findet zum Großteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – zum Schutz der noch jungen Opfer.

Einer der fünf Angeklagten im Missbrauchsprozess aus Münster wurde am Freitag verurteilt.

Münster: Erstes Urteil im Missbrauchskomplex erwartet

Update: 23. November, 14.38 Uhr. Der vorletzte Prozesstag in dem Verfahren gegen den 53-Jährigen aus Norderstedt am Landgericht in Münster ist zu Ende gegangen. Die Plädoyers wurden am Montag gesprochen. Dabei forderte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von dreieinhalb Jahren Haft. Dagegen forderte die Verteidigung eine milde Strafe.

Der Angeklagte Patrick B. soll die Vorwürfe, den Stiefsohn von Adrian V. in Münster missbraucht zu haben, ein. Am kommenden Freitag (27. November) wird das Urteil gegen den 53-Jährigen am Landgericht erwartet.

Missbrauchs-Komplex in Münster: Erstes Urteil noch diese Woche

Erstmeldung: 23. November, 7.37 Uhr. Münster – Der erste Prozess im Missbrauchs-Komplex von Münster geht am Montag (23. November) auf die Zielgerade. Auf der Anklagebank sitzt ein 53-Jähriger, der sich in der Wohnung der Mutter von Adrian V. an dem damals 9-jährigen Hauptopfer vergangen haben soll.

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Prozess wegen schweren Kindesmissbrauchs: Plädoyers vor dem Landgericht Münster

Am Montag werden bereits die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung gesprochen. Zuvor werden noch eine Zeugin und ein Sachverständiger gehört, der sich mit dem Angeklagten befasst hat. Der gesamte Prozess vor dem Landgericht in Münster findet, wie auch das Verfahren gegen Adrian V., zum Opferschutz unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Der 53-Jährige ist bislang der einzige Beschuldigte aus dem Missbrauchs-Komplex aus Münster, der geständig ist. Alle anderen mutmaßlichen Täter, Adrian V. eingeschlossen, schweigen zu den Vorwürfen. Das ist einer der Gründe, weshalb der Prozess gegen den Mann vergleichsweise schnell durchgeführt werden konnte.

Landgericht Münster: Urteil gegen 53-Jährigen noch diese Woche erwartet

Der Mann hatte bislang keine Vorstrafen. Bei einer Durchsuchung seiner Büroräume stießen die Beamten auf einige unerlaubte Waffen: Zwei Schlagringe, einen geladenen Luftdruckrevolver und einen Teleskopschlagstock. Daher muss der 53-Jährige sich in dem Prozess, der seit dem 3. November vor dem Landgericht Münster verhandelt wurde, auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten.

Der Angeklagte aus Norderstedt im Gerichtssaal im Landgericht in Münster.

Auf schweren sexuellen Kindesmissbrauch steht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Der Angeklagte aus Norderstedt kann nicht mit einer Strafe unter zwei Jahren rechnen. Dazu kommt noch der unerlaubte Waffenbesitz. Mit einem Urteil gegen den 53-Jährigen wird am Freitag (27. November) gerechnet. Deutlich länger dauert jedoch das Verfahren gegen Adrian V. aus Münster, der ebenfalls wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs angeklagt ist. Der 27-Jährige soll seinen Ziehsohn selbst missbraucht und ihn zum gleichen Zweck über das Darknet an andere Männer angeboten haben.

Missbrauchs-Komplex aus Münster: Adrian V. war der Drahtzieher

Für eine spezielle Situation in einer Gartenlaube in Kinderhaus steht der 27-Jährige nun vor Gericht. Gemeinsam mit einigen anderen Männern, die ebenfalls auf der Anklagebank sitzen, soll er den damals 10-Jährigen und ein weiteres Kind über drei Tage schwer sexuell missbraucht haben. Die Taten wurden auf Video festgehalten. Adrian V. ist der Drahtzieher des gesamten Missbrauchs-Komplexes aus Münster. In einem von ihm eigens eingerichteten Server-Raum stellte die Polizei über 330.000 Stunden Videomaterial mit kinderpornografischem Inhalt sicher.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

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