Münster

Missbrauchskomplex zieht immer weitere Kreise: Wuppertaler soll Kind im Wald missbraucht haben

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen einen Mann aus Wuppertal erhoben. Das Symbolbild zeigt einen Richter, der mehrere Ordner in der Hand hält.
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Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen einen Mann aus Wuppertal erhoben. (Symbolbild)

Ein Dutzend Anklagen hat die Staatsanwaltschaft Münster mittlerweile erhoben. Im Missbrauchskomplex aus Münster gibt es einen neuen Tatverdächtigen.

Münster – Die Dimensionen dieses Falles nehmen immer größere Ausmaße an. Gegen mehrere Männer aus ganz Deutschland hat die Staatsanwaltschaft bereits Anklage wegen schweren Kindesmissbrauchs erhoben. Auch die Lebensgefährtin des Haupttäters Adrian V. aus Münster soll den Missbrauch an ihrem Sohn gebilligt und sich teilweise auch selber daran beteiligt haben. Jetzt steht eine weitere Person im Visier.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage gegen einen Mann aus Wuppertal erhoben. Der 37-Jährige soll den Ziehsohn von Adrian V. im März 2019 schwer missbraucht haben. Die Ermittler kamen dem Beschuldigten auf die Fährte, nachdem sie Chats zwischen ihm und dem Hauptbeschuldigten von Februar 2019 ausgewertet hatten. Darin vereinbarten die beiden Männer ein gemeinsames Treffen für den darauffolgenden Monat, bei dem der damals Neunjährige sexuell missbraucht werden sollte.

Missbrauchskomplex Münster: Neunjähriger im Auto schwer missbraucht

Am Tag des Treffens habe der Wuppertaler Adrian V. um ein Foto des Jungen gebeten, bei dem dieser nackt zu sehen sein sollte. Der Münsteraner fertigte daraufhin „geschlechtsbetonte Fotoaufnahmen“ des Kindes an, heißt es in der Anklageschrift, bei dem der Junge in entsprechenden Posen abgebildet wurde. Am 13. März 2019 kam es dann zum Treffen.

In der Nähe von Dülmen im Münsterland trafen sich der Angeklagte gemeinsam mit Adrian V. und dessen Ziehsohn in einem Waldstück. Dort soll der Wuppertaler den Jungen – vermutlich im Auto des Münsteraners – schwer sexuell missbraucht haben. Nur wenige Monate später soll das Kind aus Münster von einem Angeklagten aus dem Kreis Warendorf im Auto missbraucht worden sein. Die Staatsanwaltschaft geht zudem davon aus, dass der 37-Jährige aus Wuppertal im Jahr 2016 einer bislang unbekannten Person kinderpornografische Bilder geschickt haben soll.

Zwölfte Anklage im Missbrauchskomplex Münster

Im Dezember 2020 wurde die Wohnung des Beschuldigten durchsucht. Dabei stellten die Ermittler diverse Datenträger sicher und fanden darauf mindestens 127 kinderpornografische Bilder. Der Beschuldigte, der sich in Untersuchungshaft befindet, hat sich zu den Vorwürfen bislang noch nicht geäußert.

Seit Mai 2020 hat die Staatsanwaltschaft Münster im großen Missbrauchskomplex zwölf Anklagen erhoben. Der nun Beschuldigte aus Wuppertal ist zum jetzigen Zeitpunkt der letzte Tatverdächtige. Die weiteren Ermittlungen des Polizeipräsidiums dauern weiter an. Es sei nicht auszuschließen, dass sich bei der Auswertung der Beweismittel neue Erkenntnisse sowie weitere Tatverdächtige herausstellen. Der Prozess gegen Adrian V. am Landgericht Münster neigt sich derweil langsam dem Ende zu.

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