Missbrauchskomplex

Missbrauch in Münster: Berliner verurteilt – Gericht bleibt unter Forderung der Staatsanwaltschaft

Ein weiterer Prozess im großen Missbrauchskomplex von Münster ging nun zu Ende. Ein Berliner wurde zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Update: 9. April. Nur zwei Verhandlungstage waren nötig, um das Urteil gegen einen 45-Jährigen aus Berlin zu fällen. Dem Mann wurde vorgeworfen, in drei Fällen zwei Kinder schwer sexuell missbraucht zu haben – darunter auch den Ziehsohn des Hauptangeklagten Adrian V. aus Münster. Am Freitag (9. April) kam der Prozess am Landgericht zum Ende.

Der Berliner Torsten A. wurde wegen schweren Kindesmissbrauchs sowie des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Strafe von sechs Jahren und neun Monaten gefordert. Das Geständnis des Mannes am ersten Verhandlungstag in Münster sowie die Tatsache, dass er bislang nicht vorbestraft war, wertete das Gericht als positiv und entschied sich für eine mildere Strafe. Das Urteil gegen Adrian V. wird noch in diesem Frühjahr erwartet.

Münster: Mann soll Ziehsohn von Adrian V. missbraucht haben

Erstmeldung: 7. April. Münster – Während der Hauptprozess gegen Adrian V. sowie weitere Beschuldigte im großen Missbrauchskomplex sich so langsam dem Ende neigt, begann am Mittwoch (7. April) die nunmehr sechste Verhandlung: Angeklagt ist ein 45-Jähriger aus Berlin. Ihm wird vorgeworfen, den Ziehsohn von Adrian V. ebenfalls mehrfach schwer missbraucht zu haben.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Prozess in Münster: Angeklagter gesteht Missbrauch an Elfjährigem

Dreimal soll sich Torsten A. an dem heute Elfjährigen vergangen haben: Im Juni, August sowie im Dezember 2019. Die Taten haben sich vermutlich, so Gerichtssprecher Steffen Vahlhaus, einmal in Hannover sowie zweimal in Münster abgespielt. Zudem soll der Angeklagte aus Berlin kinderpornografisches Material besessen und mit anderen gesondert verfolgten Beschuldigten ausgetauscht haben. Gleich zu Beginn des Prozesses wurde wieder einmal die Öffentlichkeit ausgeschlossen – zum Schutz des Opfers.

Torsten A. soll den Hauptangeklagten Adrian V. über eine Chatgruppe kennengelernt haben. Ähnlich verlief es bei einem Beschuldigten aus dem Kreis Warendorf, dem im großen Missbrauchskomplex Münster seit Kurzem ebenfalls der Prozess gemacht wird. Der 45-Jährige aus Berlin gestand gleich zu Beginn der Verhandlung die ihm vorgeworfenen Taten. Er erspart dem Opfer somit eine Aussage vor dem Landgericht.

Missbrauchsprozess in Münster: Der Angeklagte aus Berlin (r.) am ersten Verhandlungstag.

Urteil im Missbrauchskomplex Münster erwartet

Bis zum 7. Mai war der Prozess gegen Torsten A., der laut Informationen der BZ in Berlin neben einem Spielplatz gewohnt haben soll, anberaumt. Aufgrund seines Geständnisses werden jedoch keine weiteren Verhandlungen benötigt und ein Urteil in Kürze erwartet. Bald zu Ende könnte es auch in der Hauptverhandlung gehen.

Wie Steffen Vahlhaus kürzlich bestätigte, plant das Gericht nach Ostern seine Zeugenbefragung abzuschließen. Der Mammutprozess aus Münster könnte somit bald zum Ende kommen. Ein Termin für die Urteilsverkündung steht bislang noch nicht fest. Im Missbrauchskomplex ist bereits ein Urteil gefallen. Ein 53-Jähriger aus Norderstedt wurde vom Landgericht Münster zu einer Haftstrafe von über drei Jahren verurteilt. Er hatte gemeinsam mit Adrian V. den damals neunjährigen Ziehsohn vergewaltigt.

Rubriklistenbild: © dpa/Guido Kirchner

Auch interessant

Kommentare