Vorfall in Münster

Mit 90 km/h durch die Stadt! Fahrverbot für gefährlichen Raser

In Münster war ein 27-Jähriger viel zu schnell in der Stadt unterwegs. (Symbolbild)
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In Münster war ein 27-Jähriger viel zu schnell in der Stadt unterwegs. (Symbolbild)

Mit viel zu hohem Tempo raste ein Autofahrer durch Münster. Die gefährliche Fahrt ereignete sich am frühen Nachmittag auf einer viel befahrenen Straße. Mit Kommentar.

  • In Münster hielt die Polizei einen Raser an
  • Der Fahrer war mit über 90 km/h in der Stadt unterwegs
  • Den Mann erwartet unter anderem ein Fahrverbot

Münster - Den Polizisten in der Domstadt ging am Donnerstag (12. Dezember) ein Raser in die Radarfalle: Auf der Trauttmansdorffstraße fuhr um 13.51 Uhr ein Autofahrer mit 91 km/h über die belebte Strecke. Auf Höhe des Lechtenbergweges wurde er dann geblitzt. Die Höchstgeschwindigkeit liegt dort bei 50 km/h.

Münster: Raser muss mit Fahrverbot rechnen

Der 27-Jährige war in Richtung des Albersloher Weges unterwegs gewesen. Nach Abzug der Toleranz blieb eine Tempoüberschreitung von 38 km/h - und das hat Konsequenzen für den Raser in Münster: zwei Punkte in Flensburg, 160 Euro Bußgeld sowie ein einmonatiges Fahrverbot. 

Kurz zuvor war es in der Domstadt zu einem weiteren Polizeieinsatz gekommen: Ein Maskierter überfiel in Münster eine Tankstelle und bedrohte einen Kassierer mit einem Messer. Der Täter floh anschließend in unbekannte Richtung. Die Polizei fahndet nun nach dem Räuber.

Nach Vorfall in Münster: Ich habe genug von Rasern. Ein Kommentar.

Immer wieder muss die Polizei Raser stoppen - auch in der Domstadt: Vor wenigen Wochen raste ein Autofahrer innerorts mit 140 km/h durch Münster. Erst nach einer Verfolgungsjagd über zwölf Kilometer konnte die Polizei den BMW-Fahrer stoppen. Auf seiner Spritztour wäre es fast zum Zusammenstoß mit mehreren Fußgängern gekommen, die sich auf einer Mittelinsel befanden und bei Grün die Fahrbahn überqueren wollten. Nur durch viel Glück ist an diesem Abend niemand ums Leben gekommen.

Im vergangenen Jahr kam es wegen nicht angepasster Geschwindigkeit zu insgesamt 42.146 Unfällen mit Personenschaden, wie das Statistische Bundesamt auswertete. Das einzig Positive daran: In den Jahren 2015  bis 2017 lag diese Zahl minimal höher, es kam also 2018 zu weniger Unfällen durch Tempoüberschreitungen als noch in den Vorjahren. Jedoch ist die Gesamtzahl der Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 8000 Fälle gestiegen. 

In den letzten Jahren kam es gleich zu mehreren aufsehenerregenden Prozessen gegen Raser. Im November erst wurde ein 20-Jähriger zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil er mit Tempo 165 durch Stuttgart raste und zwei Menschen totfuhr. Bei der Verurteilung wurde erstmals der neu eingeführte § 315d des Strafgesetzbuches angewandt. Dabei geht es um das Verhindern von illegalen Autorennen. 

Mit seinen 90 km/h hatte der Autofahrer in dem aktuellen Fall aus Münster einen Bremsweg von über 80 Metern. Im Vergleich: Mit den erlaubten 50 km/h wären es 25 Meter gewesen. Wie hätte der 27-Jährige noch rechtzeitig einen Zusammenstoß mit einem anderen Auto oder gar einem Fußgänger verhindern sollen? Oder rechtzeitig an einer auf Rot springenden Ampel halten sollen? 

In dem Fall aus Münster handelt es sich vermutlich nicht um ein illegales Autorennen, sondern um "gewöhnliche Raserei". Doch am Ende läuft beides auf dasselbe hinaus: Raser bringen sich und andere Verkehrsteilnehmer mit ihrer rücksichtslosen Fahrweise in Lebensgefahr. Es fragt sich nur, wofür? Wirklich nur, um schneller von A nach B zu kommen? Für einen Kick? Der Preis, den die Fahrer selbst, aber vor allem unbeteiligte Menschen im schlimmsten Fall dafür zahlen müssen, ist viel zu hoch. Ich habe genug von Rasern.

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