Lockerungen in vielen Bereichen

Münster wird Modellregion: Stadt leitet erste Schritte ein

Trotz steigender Zahlen wird es in NRW 14 Modellregionen geben. Die Städte und Kreise dürfen unter einer Inzidenz von 100 Lockerungen vornehmen. Münster freut sich auf ein Stück Normalität.

Münster – Dann ist es also Münster geworden: Die Stadt am Aasee bekam am Freitag (9. April) den Zuschlag, Corona-Modellstadt zu werden. Ab Mitte April soll es bereits erste Lockerungen geben und ein Stück Normalität einkehren.

Vor wenigen Wochen hatte die Stadt Münster sich bei der NRW-Staatskanzlei als Modellregion beworben. Neben der Domstadt haben im Münsterland auch Ahaus (Kreis Borken) sowie die Kreise Coesfeld und Warendorf den Zuschlag erhalten. „Ich freue mich, dass wir die Düsseldorfer Staatskanzlei mit unserem Konzept überzeugt haben und uns in Münster mit der gebotenen Vorsicht wieder ein kleines Stück näher an den gewohnten Alltag bewegen können“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe am Freitag erfreut.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Münster steht vor weitreichenden Öffnungen – OB mahnt zur Vorsicht

Da Münster seit vielen Monaten in der Pandemiebekämpfung als eine Art gesamtdeutsches Vorbild gilt, lag der Schluss wohl nahe, die Westfalenmetropole als Modellregion auszuwählen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt hier derzeit bei 54,9 (Stand: 8. April). Mithilfe einer kontrollierten Öffnungsstrategie sollen von der Corona-Krise jetzt besonders hart getroffene Wirtschaftszweige wieder unter die Arme gegriffen werden.

Mittels eines digitalen Nachweissystems aus Impfung, Schnelltest, Kontaktdatenerfassung und ggf. Kontaktnachverfolgung können nun Geschäfte und andere Einrichtungen, beispielsweise aus den Bereichen Kultur und Sport, ab dem 19. April schrittweise wieder öffnen. „Inzidenzwert, intensivmedizinische Infrastruktur, Impfquote, Schnelltestinfrastruktur und eine Bürgerschaft, die mitzieht, sprachen bei der Entscheidung für Münster. Ich will dennoch auf geschlossene Schulen und heute 69 Neuinfizierte hinweisen, auch das ist aktuelle Münsteraner Wirklichkeit“, warnte Krisenstabsleister Wolfgang Heuer trotz aller Freude über den Zuschlag vor der Corona-Realität.

Konzerte, Gastro, Sport – Modellregion Münster will Bürger für Kampf gegen Corona belohnen

In den Bereichen Sport, Kultur und Außengastronomie sollen nun Öffnungsprojekte realisiert werden – wie zum Beispiel die im vergangenen Jahr bereits ausgetragenen „Picknick-Konzerte“. Bei den Open-Air-Veranstaltungen wird das Publikum auf einer offenen Fläche auf definierten Abständen verteilt. Zunächst stehen für die Stadt jedoch erst Gespräche mit der Landesregierung an, wie die genauen Projekte umgesetzt werden können. Der Zuschlag als Corona-Modellregion für Münster sei jedoch kein Freifahrtschein für die kommenden Monate, betonte der OB.

„Die Teilnahme unserer Stadt erfolgt innerhalb klarer Leitplanken. Sobald sich die Inzidenz unserer Stadt deutlich verschlechtert, die Kontaktnachverfolgung – aus welchen Gründen auch immer – stockt oder die Intensivkapazitäten in den Krankenhäusern knapp werden, werden wir sofort auch über einen Abbruch des Modellversuchs sprechen“, so Markus Lewe. Zunächst sollen die Bürger der Stadt jedoch für ihr diszipliniertes Verhalten im Kampf gegen das Coronavirus belohnt werden, sagte der Oberbürgermeister.

Auch die Außengastronomie soll im Zuge des Projekts in Münster wieder öffnen. (Symbolbild)

Wie sich das neue Projekt auf die Inzidenz in der Stadt auswirken wird, bleibt indes abzuwarten. In Tübingen, der Stadt, die als erstes Öffnungen durch den Nachweis einer Infektionsfreiheit eingeleitet hat, stieg der Wert dieser Tage wieder knapp 100. Auch eine Großstadt in Ostwestfalen darf sich über Lockerungen im Lockdown freuen, denn Paderborn wird ebenfalls Corona-Modellregion*. (*owl24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.)

Rubriklistenbild: © María José López/dpa/EUROPA PRESS

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