Bluttat in Mecklenbeck

Stiefvater brutal getötet: Anklage gegen Münsteraner erhoben

Eine Bluttat ereignete sich im April in Münster. Ein 52-Jähriger soll den Lebensgefährten seiner Mutter getötet haben. Nun kamen die schaurigen Details des verhängnisvollen Tages ans Licht.

  • In Münster-Mecklenbeck wurde ein 77-Jähriger getötet.
  • Der Sohn seiner Lebensgefährtin stach ihn nieder.
  • Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Mann erhoben.

Münster – Das Verhältnis zwischen den beiden Parteien galt schon lange als zerrüttet. Am 25. April dieses Jahres eskalierte die Situation dann komplett und kostete einen 77-Jährigen das Leben. Vom Sohn seiner mittlerweile verstorbenen Lebensgefährtin soll der Mann in Münster brutal ermordet worden sein.

Die Staatsanwaltschaft Münster hat nun Anklage gegen den 52-Jährigen erhoben – wegen des Verdachts des Mordes sowie des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Was passierte am besagten Tag in der Heroldstraße im Stadtteil Mecklenbeck?

OrtMünster
Einwohner310.039 (2016)
BundeslandNRW

Geplanter Mord? Streit in Münster eskaliert

Im Sommer des Jahres 2015 zog der Angeklagte in die Wohnung seiner Mutter, die mit dem nun Verstorbenen in der Heroldstraße zusammenlebte. „Das Verhältnis zwischen dem Angeschuldigten und dem 77-Jährigen dürfte von Beginn an problematisch gewesen sein", heißt es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Münster. Als die Frau im November 2019 verstarb, nahmen die Streitigkeiten zwischen dem heute 52-Jährigen und seinem Stiefvater zu. Daher zog der Getötete am 12. April dieses Jahres aus der Wohnung aus.

Knapp zwei Wochen später, am 25. April 2020, soll der Verstorbene gemeinsam mit seiner Nichte sowie ihrem Sohn (27) zur Wohnung in Mecklenbeck zurückgekehrt sein. Dort wollte er diverse Gegenstände abholen, die ihm gehörten, heißt es in der Anklageschrift, wobei es in der Eigentumsfrage der Wohnung in Münster zwischen dem Angeklagten und dem Verstorbenen ebenfalls Streit gegeben haben soll.

An der Heroldstraße im Süden Münsters kam es zur Bluttat im April.

Münster: Angeklagter geht mit Hammer, Schlagstock und Messer auf Opfer los

Der 52-Jährige verweigerte dem Lebensgefährten seiner Mutter den Zutritt zur Wohnung und verständigte daraufhin die Polizei. „Mit einem noch verfügbaren Schlüssel verschafften sich der 77-Jährige und seine Begleitung Zugang zu dem Treppenhaus", so die Staatsanwaltschaft Münster. Dort soll es dann zu einem Streit zwischen den drei Männern gekommen sein, der sich in das erste Obergeschoss des Wohnungsflurs verlagerte.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte zuvor bereits einen Hammer zur Seite gelegt habe, mit dem er dann von hinten auf den Kopf des 77-Jährigen schlug. Dabei soll er den Tod des Mannes in Kauf genommen haben. Das Opfer erlitt durch den Schlag eine Platzwunde und sei daraufhin zu Boden gefallen. Die 27-jährige Begleitung des Verstorbenen aus Münster soll diesem daraufhin zur Hilfe geeilt sein und bekam vom Beschuldigten ebenfalls einen Schlag mit dem Hammer gegen den Kopf verpasst.

Robbend versuchte der 27-Jährige in das Treppenhaus zu gelangen. Der Angeklagte soll ihn verfolgt und erneut mit dem Hammer auf ihn eingeschlagen haben. Das Opfer wehrte sich laut Anklageschrift mit Fußtritten gegen seinen Peiniger und konnte den Hammer aus dessen Hand entreißen. Anschließend sei der Beschuldigte in seine Wohnung in Münster zurückgekehrt und soll mit einem Teleskopschlagstock dem 77-Jährigen mindestens einen weiteren Schlag gegen den Kopf versetzt haben, als sich dieser mittlerweile wieder aufgerichtet hatte.

52-Jähriger schweigt zur Bluttat in Münster

Mit einem Messer, das sich der Angeklagte wohl ebenfalls vorher beiseite gelegt hatte, soll er schließlich in den Hals seines Stiefvaters gestochen haben. Durch die Stichverletzung sei der Mann kurze Zeit später verstorben. Der 27-Jährige kam mit einer Platzwunde sowie einer Prellung am Kopf davon. Bislang hat sich der Beschuldigte, der sich in Untersuchungshaft befindet, nicht zu der Tat in Münster geäußert.

Bislang habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der mutmaßliche Täter zum Zeitpunkt des Geschehens vermindert schuldfähig gewesen sein könnte. Das Landgericht Münster entscheidet nun über die Zulassung der Anklageschrift.

Wegen Mordes steht derzeit ein 33-Jähriger in Münster vor Gericht. Er soll im Februar den neuen Freund seiner Ex-Frau in Bocholt erstochen haben. Zu einer anderen grausamen Tat kam es Anfang dieses Jahres in der Domstadt: Eine 23-Jährige aus Münster wurde von ihrem Ex-Freund erstochen. Danach nahm sich der Mann das Leben.

Die Mordkommission ermittelt auch in diesem Fall: Drei Männer aus Münster gingen schwer bewaffnet auf einen Flüchtling los. Einer der Angreifer schwebt nun in Lebensgefahr. In einem anderen Fall wurde jetzt auch Anklage erhoben: Ein Mann wurde in Münster niedergestochen, weil er zu laut telefoniert hatte.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa/dpa - Bildfunk

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