Prozessauftakt in Münster

Mord aus Eifersucht? Mann steht nach brutaler Messer-Attacke vor Gericht

Hat er den neuen Freund seiner Ex-Frau erstochen? Ein 33-Jähriger aus Bocholt soll den jüngeren Mann mit 35 Messerstichen ermordet haben. Vor Gericht in Münster erzählt der Angeklagte die Geschichte jedoch ganz anders.

  • Im Februar 2020 wurde ein 21-Jähriger in Bocholt erstochen.
  • Der mutmaßliche Täter steht jetzt vor Gericht in Münster.
  • Seine Version der Tat überraschte die Richter.

Münster – Wegen Mordes muss sich seit Montag (10. August) ein Mann aus Bocholt vor dem Landgericht Münster verantworten. Er wird angeklagt, den neuen Freund seiner Ex-Frau mit 35 Messerstichen getötet zu haben. Zu der Tat kam es im Februar 2020.

StadtMünster
Bevölkerung310.039
BundeslandNRW

Landgericht Münster: Prozessauftakt im Messer-Mord – Opfer hatte 35 Messerstiche

Die Staatsanwaltschaft Münster wirft dem Mann aus Bocholt vor, die Tat „aus tiefstem Hass und Eifersucht" begangen zu haben. Sie führt die Mordmerkmale Heimtücke und niedere Beweggründe an. Für die Tat benutzte der 33-Jährige ein Jagdmesser. 18 Stiche haben das 21 Jahre alte Opfer im Gesicht getroffen – einer davon führte zu einer Hirnverletzung. Weitere Stiche trafen seinen Körper. Am Hafen in Münster kam es zu einer Messerattacke mit schweren Folgen: Als ein Streit eskalierte, wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt.

Trotz sofortiger Hilfe war der 21-Jährige kurz darauf im Krankenhaus in Bocholt verstorben. Die Obduktion seines Leichnams wurde in Münster vorgenommen. Hier war auch die zugehörige Mordkommission eingerichtet worden, die die persönliche Verbindung zwischen dem Angreifer und dem Getöteten schnell herstellen konnte.

Angeklagter will aus Notwehr gehandelt haben – Prozess am Landgericht Münster

Am ersten Prozesstag in Münster beschrieb der Angeklagte die Situation jedoch ganz anders. Er habe lediglich einen Streit schlichten wollen, als er plötzlich mit einem Messer angegriffen wurde. Im Verlauf des Kampfs habe er seinem Gegner, dem 21-Jährigen neuen Freund seiner Ex-Partnerin, die Waffe abnehmen können. Daraufhin habe er aus Notwehr ein Mal zugestochen. Was es mit den zahlreichen anderen Stichverletzungen auf sich habe, konnte der Angeklagte dem Richter nicht erklären.

Die zweite Große Strafkammer in Münster soll nach dem Messer-Mord innerhalb von einem Monat zu einem Urteil kommen. (Symbolbild)

Nach der Verlesung der Anklage und der Einlassung des Beschuldigten wurden bei dem Prozess in Münster zwei Zeugen gehört, die den 33-Jährigen unmittelbar nach der Messerattacke in Bocholt erlebt hatten. Es handelt sich um einen Feuerwehrmann sowie einen Polizisten, die beim Transport zum Krankenhaus und zur Polizeiwache mit dem Angeklagten in Kontakt kamen. In der Region kam es zu einem anderen Fall: Ein 12-Jähriger wollte in Bocholt ein Fahrrad klauen und bedrohte den Besitzer dazu mit dem Messer.

Prozess nach Messer-Mord in Bocholt: Urteil im September am Landgericht Münster

Die Richter der zweiten Großen Strafkammer am Landgericht Münster wollten auf diese Weise erfahren, was der Angreifer aus Bocholt unmittelbar nach der Tat über den Vorfall gesagt hatte. Bei der Gelegenheit hatte der Angeklagte den Zeugen nach seinen Frust über die Trennung von seiner Ex-Partnerin geäußert. Die Verhandlung wird am kommenden Dienstag (18. August) fortgesetzt. Mit einem Urteil in dem Prozess wird Anfang September gerechnet.

Erst vor wenigen Monaten hatte es eine ähnliche Verhandlung ein der Domstadt gegeben: Ein Hotel-Manager hatte in Münster seine Ex-Frau angezündet und war daher wegen versuchten Mordes angeklagt worden. Er wurde schließlich wegen Körperverletzung und schwerer Brandstiftung verurteilt. In einem anderen Fall war es ebenfalls zu einer Messer-Attacke gekommen: Ein 61-Jähriger hatte einen Mann in einem Vorgarten in Münster erstochen, weil dieser zu laut telefonierte.

Angeklagt wegen Mordes ist auch ein 52-Jähriger: Er soll in Münster seinen Stiefvater erstochen haben. Die Mordkommission ermittelt auch in diesem Fall: Drei Männer aus Münster gingen schwer bewaffnet auf einen Flüchtling los. Einer der Angreifer schwebt nun in Lebensgefahr.

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