Tat in Münster

Nachbarn nach lautem Telefonat erstochen – Urteil im Mordprozess gefallen

Foto der Statue Justitia
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Ein Mordprozess ist vor dem Landgericht in Münster zu Ende gegangen. (Symbolbild)

An drei Messerstichen ist ein 33 Jahre alter Familienvater aus Münster im vergangenen Mai gestorben. Sein Nachbar hatte sich an einem zu lauten Telefonat gestört – in dem Prozess gegen ihn fiel nun das Urteil.

Münster – Ein 62-Jähriger aus Roxel stand am Montag (1. März) vor dem Landgericht. In dem Prozess, der sich bereits über 13 Verhandlungstage hingezogen hatte, wurde nun ein Urteil gesprochen. Verantworten musste der Mann sich wegen Mordes an einem 33 Jahre alten Familienvater aus Münster.

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Münster: Familienvater aus Münster wurde in seinem Vorgarten erstochen

Die Tat hatte sich im Mai 2020 ereignet. Später war der 33-Jährige am Samstagabend blutend in seinem Vorgarten aufgefunden worden – sein Oberkörper wies mehrere Stichwunden auf. Der Familienvater aus Münster verstarb kurze Zeit darauf im Krankenhaus an der Schwere seiner Verletzungen.

Polizei und Staatsanwaltschaft nahmen daraufhin die Ermittlungen auf und fanden heraus, dass es sich bei dem Angreifer um den damals 61 Jahre alten Nachbarn handelte. Zeugen hatten beobachtet, wie die beiden Männer sich vor dem Haus in Münster gestritten hatten. Der Grund war ein zu lautes Telefonat des späteren Opfers.

Prozess am Landgericht Münster: 62-Jähriger bekommt lebenslang wegen Mordes

Nach seiner Verhaftung hatte der Beschuldigte den Streit zugegeben. Jedoch beharrte er darauf, dass er seinen Nachbarn nicht habe umbringen, sondern sich lediglich gegen ihn zur Wehr setzen wollen. Diese Aussage behielt der Angeklagte auch während des Prozesses bei. Sein Anwalt plädierte daher auf Notwehr und einen Freispruch.

Die Richter folgten dieser Sicht der Dinge jedoch nicht. Stattdessen verurteilten sie den 62-Jährigen zu lebenslanger Haft wegen Mordes. Als Mordmerkmal erkannte die Kammer niedere Beweggründe. Dem Angeklagten wurde zuvor von einem psychiatrischen Gutachter die volle Schuldfähigkeit attestiert. Es gibt also keine Milderung der Strafe.

Angeklagter aus Münster hält sich nicht für einen Mörder

Bevor das Urteil fiel, hatte der Angeklagte die letzte Gelegenheit, sich zu der Sache zu äußern. Wie die WN berichten, sprach der 62-Jährige davon, dass er die Tat abgrundtief bedauere. An Teile des Geschehens könne er sich nicht erinnern. Aber ein Mörder sei er nicht – das sahen die Richter jedoch anders.

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