Münster

Weil er zu laut telefonierte: Mann auf offener Straße niedergestochen

Zwei Hände klappen ein Messer zusammen.
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Ein Rentner soll seinen Nachbarn in Münster erstochen haben (Symbolbild).

Noch während er telefonierte, wurde ein 33-Jähriger erstochen: Nach der Bluttat in Münster wurde jetzt Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben.

  • In Münster wurde im Mai ein Mann auf offener Straße erstochen.
  • Ein zu lautes Telefonat sorgte für einen Streit.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten Mord vor.

Münster – Im Stadtteil Roxel ereignete sich im vergangenen Mai eine blutige Tat. Auf der Straße „Auf dem Dorn“ wurde ein 33-Jähriger niedergestochen. Das Opfer starb an den Verletzungen. Wie sich jetzt herausstellte, war ein zu lautes Telefonat der Auslöser für die Tat.

Nach Abschluss der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft konnte nun folgendes Szenario rekonstruiert werden: Am 9. Mai 2020 befand sich der mittlerweile Verstorbene gegen 21.20 Uhr vor einem Mehrfamilienhaus in Münster-Roxel, in dem der Beschuldigte mit seiner Ehefrau wohnte. Dort telefonierte der 33-Jährige – für das Empfinden der beiden Bewohner zu laut.

OrtMünster
Einwohner310.039
BundeslandNRW

Am 4. September wurden neue Informationen zu den Missbrauchsfällen bekannt: Die Polizei hat heute neue erschreckende Details zum Kindesmissbrauch in Münster veröffentlicht und die Staatsanwaltschaft klagt mehrere verdächtige Personen an. Am Hafen in Münster kam es zu einer Messerattacke mit schweren Folgen: Als ein Streit eskalierte, wurde ein Mann lebensgefährlich verletzt.

Münster: 33-Jähriger während Telefonat niedergestochen

Das Ehepaar habe, so die Staatsanwaltschaft, den Mann zunächst gebeten, das Gespräch an einem anderen Ort zu beenden. Der Verstorbene ignorierte die Bitte jedoch und telefonierte bis etwa 22.30 Uhr weiter. „Vermutlich empfanden der Angeschuldigte und seine Ehefrau dies als weitere Ruhestörung", heißt es in der Anklageschrift nach der Tat in Münster.

Danach sei zunächst die Frau des mutmaßlichen Täters nach draußen gegangen und habe den 33-Jährigen aufgefordert zu gehen. Dieser habe sich jedoch nur ein paar Schritte vom Haus wegbewegt und telefonierte danach weiter. Daraufhin soll sich der Angeklagte aus Münster ein Messer geschnappt haben und vor die Tür gegangen sein.

Dessen Frau habe ihm dort mitgeteilt, dass sich das spätere Opfer trotz ihrer Warnung, die Polizei zu informieren, geweigert habe sich vom Haus zu entfernen. Die Staatsanwaltschaft Münster geht davon aus, dass es anschließend zu einem Streit zwischen dem Verstorbenen und dem 61-Jährigen gekommen sei. Infolgedessen habe dieser auf den Mann sechsmal in Brust und Bauch eingestochen.

Auf dieser Straße in Münster-Roxel ereignete sich die Bluttat im Mai.

Angeklagter aus Münster beteuert Notwehr

„Einer dieser Stiche durchstach das Herz des 33-Jährigen und führte zu seinem Tod", heißt es in der Anklageschrift. Der Verdächtige wurde kurz darauf in seiner Wohnung von der Polizei festgenommen. Jetzt wurde er wegen Mordes angeklagt, da die Staatsanwaltschaft Münster davon ausgeht, dass der Beschuldigte aus niedrigen Beweggründen gehandelt habe. Der mutmaßliche Täter hat im Ermittlungsverfahren eingeräumt, dass ihn das laute Telefonat geärgert habe.

Er betonte jedoch, dass er das Messer nur aus Angst davor, dass seiner Frau etwas passieren könnte, mitgenommen habe. Während des Gesprächs mit dem Opfer habe dieser begonnen, auf den Beschuldigten einzuschlagen. Der 61-Jährige sei laut eigener Aussage daraufhin mehrfach gestürzt und habe dabei versucht, sich zu wehren. Dass er seinen Kontrahenten mit einem Messer getroffen habe, habe er jedoch nicht gemerkt. Nun entscheidet das Landgericht Münster über eine Anklage.

Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft auch in diesem Fall: Drei Männer aus Münster haben einen Flüchtling in Telgte attackieren wollen. Einer der Angreifer schwebte daraufhin in Lebensgefahr. Am Landgericht wird momentan auch dieser Fall behandelt: Ein Mann steht in Münster vor Gericht, weil er seine Tochter 60 Mal missbraucht haben soll.

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