Jahrelanger Streit in Kinderhaus

Nachbarn bedroht und Müll gehortet: Überraschendes Urteil gegen Münsteraner

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Der 55-Jährige wurde vom Landgericht Münster verurteilt und entgeht einer Einweisung in eine Klinik.

Der Fall sorgte jahrelang für Aufsehen: Ein Münsteraner weigerte sich viele Jahre lang, seinen vermüllten Garten aufzuräumen. Er bedrohte und beleidigte außerdem seine Nachbarn. Jetzt wurde er verurteilt.

Münster – Seine Nachbarn fühlten sich von ihm belästigt: Ein Mann aus Kinderhaus hortete jahrelang Müll in seinem Garten. Zudem beleidigte und bedrohte er seine Mitmenschen aus der Nachbarschaft wiederholt – und wurde zudem gewalttätig.

Weitere Berühmtheit erlangte der Mann, als er im November vergangenen Jahres in Münster auf einen Baukran stieg und dadurch einen Großeinsatz auslöste. Vor dem Landgericht kam es zum Prozess gegen den 55-Jährigen – am Donnerstag (9. Mai) fiel nun das Urteil. Die Richter sprachen ihn wegen Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung schuldig und verhängten eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten gegen ihn.

Münster: Staatsanwaltschaft forderte Einweisung in Klinik

Die Strafe wurde jedoch für vier Jahre auf Bewährung ausgesetzt. Wie die WN berichten, nahmen die Nachbarn des 55-Jährigen das Urteil mit versteinerter Miene auf. Sie mussten jahrelang unter den Müllbergen in Münster leiden, die der Kinderhauser gehortet hatte. Immer wieder kam es deswegen zu Streits. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor gefordert, den Mann in eine forensische Klinik einzuweisen.

Jahrelang hortete der Münsteraner haufenweise Müll in seinem Garten. Das sorgte für Ärger. (Symbolbild)

Verurteilter aus Münster muss Medikamente einnehmen

Ein Gutachter attestierte dem Verurteilten vor dem Richterspruch eine Persönlichkeitsstörung. Die Gefahr, dass er seinen Nachbarn gegenüber nochmals gewalttätig werden könne, wurde jedoch als gering eingestuft. Der Münsteraner ließ sich vor Gericht darauf ein, ein Psychopharmakon einzunehmen – vermutlich auch, um einer längeren Freiheitsstrafe zu entgegen. Bislang hatte er sich vehement gegen das Medikament gewehrt.

Für Aufsehen sorgte auch dieser Fall aus der Domstadt: Ein Mitarbeiter der Stadt Münster soll Jugendliche sexuell missbraucht haben. Er ist vermutlich der vierte Verdächtige rund um den Hauptverdächtigen Johannes J.

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