Bewertung von abgeordnetenwatch.de

Schulnoten für den Bundestag: Diese Politiker aus dem Münsterland schneiden besonders schlecht ab 

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Setzen, sechs! 16 Politiker aus dem Münsterland sitzen im Bundestag, nun stehen sie auf dem Prüfstand. Ein Verein hat die Staatslenker mit Schulnoten bewertet – und vier Volksvertreter durchfallen lassen.

  • Politiker im Münsterland bewertet
  • Schulnoten nach Antwortquote verteilt
  • Gemischte Ergebnisse 

Münsterland – Kurz vor den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen (NRW) bekommen tausende Schüler ihre Zeugnisse ausgehändigt und erfahren damit, wie sie im vergangenen Schuljahr abgeschnitten haben. Doch so geht es nicht nur den Heranwachsenden – auch Politiker müssen sich jedes Jahr einer Bewertung unterziehen.

Auf abgeordnetenwatch.de können Bürger den Staatslenkern ihre Fragen stellen, denn der Verein "Parlamentwatch" will einen direkten Draht zwischen Volk und der Legislative herstellen. Doch nicht jeder Politiker hält es für notwendig, seinen Wählern zu antworten. 

1731 Fragen, 1200 Antworten: Schlechte Quote für das Münsterland

Deshalb geben die Betreiber ihnen Schulnoten – je nach Antwortquote. "Wir haben uns genauer angesehen, wer wie viele Fragen beantwortet hat. Ob die Antworten Sie inhaltlich überzeugen, darüber sagt die Quote natürlich nichts", erklärt der Verein.

Im Münsterland haben die Bürger ihren Abgeordneten im Bundestag exakt 1731 Fragen gestellt, aber nur 1200 Antworten bekommen. Das ergibt eine Durchschnittsnote von 2,8 – also befriedigend. Zwar haben einige Politiker aus den sechs Wahlkreisen der Region ausnahmslos jede Frage beantwortet, andere hingegen keine. So erhielten sie diese Noten: 

Wahlkreis

Politiker

Note

Quote

Steinfurt I – Borken I (124)

Ingrid Arndt-Brauer (SPD)

Sehr gut (1)

100 %

Mario Mieruch (Parteilos)

Sehr gut (1)

100 %

Jens Spahn (CDU)

Ungenügend (6)

0 %

Borken II (126)

Ursula Schulte (SPD)

Sehr gut (1)

100 %

Karlheinz Busen (FDP)

Gut (2)

80 %

Johannes Röring (CDU)

Ungenügend (6)

0 %

Coesfeld – Steinfurt II (127) 

Marc Henrichmann (CDU)

Sehr gut (1)

100 %

Friedrich Ostendorff (Die Grünen)

Ausreichend (4)

50 %

Steinfurt III (128)

Anja Karliczek (CDU)

Sehr gut (1)

100 %

Kathrin Vogler (Die Linke)

Gut (2)

86 %

Michael Espendiller (AfD)

Ungenügend (6)

0 %

Münster (129)

Maria Klein-Schmeink (Die Grünen)

Sehr gut (1)

100 %

Sybille Benning (CDU)

Sehr gut (1)

100 %

Hubertus Zdebel (Die Linke)

Sehr gut (1)

100 %

Warendorf (130)

Bernhard Daldrup (SPD)

Sehr gut (1)

100 %

Reinhold Sendker (CDU)

Ungenügend (6)

0 %


Der Verein hat nicht nur die Politiker aus dem Münsterland bewertet, sondern bundesweit Schulnoten verteilt und diese in einer vollständigen Liste zum große Antwort-Check 2019 veröffentlicht.

In den meisten Wahlkreisen des Münsterlandes haben die Politiker gemischte Ergebnissen erzielt, doch die Domstadt schneidet durchgängig positiv ab. Bei einer Rede in Berlin hat sich zuletzt sogar Kanzlerin Merkel zu Münster geäußert – mit deutlichen Worten. Einen negativeren Eindruck hinterlassen die vier Politiker, die durchgefallen sind: Jens Spahn (CDU), der im Kampf um den CDU-Vorsitz die Stichwahl verloren hatte, sowie Reinhold Sendker (CDU), Johannes Röring (CDU) und Michael Espendiller (AfD). Warum die Männer nicht bereit sind, die Fragen ihrer Wähler zu beantworten, ist nicht bekannt.

Vor Kurzem übten Politiker der Linken und Grünen Kritik: Aus der Urananreicherungsanlage in Gronau sollen 12.000 Tonnen radioaktiver Atommüll nach Russland transportiert werden. Die ersten Tonnen des gefährlichen und radioaktiven Stoffes machten sich bereits auf den Weg – und rollten quer durch Deutschland. Der aus dem Münsterland stammende Hubertus Zdebel machte auch der Bundesregierung schwere Vorwürfe. Gegen die Atommülltransporte aus Gronau initiierten Umweltaktivisten schließlich auch Proteste und Mahnwachen.

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