Fahndung

Mann in Wohnung brutal überfallen – Räuber fliehen mit Armbrust vor Polizei

Drei Polizeiwagen fahren mit Blaulicht.
+
Die Polizei verfolgte zwei Räuber quer durch NRW bis nach Münster.

Nach einem brutalen Raubüberfall lieferten sich die zwei Täter eine gefährliche Verfolgungsjagd mit der Polizei. Einer der Männer wurde geschnappt – vom anderen fehlt jede Spur.

Münster/Steinhagen/Warendorf – Nach einem brutalen Raubüberfall in Petershagen bei Gütersloh am Freitagabend (30. Oktober) kam es zu einer großangelegten Fahndung der Polizei: Nachdem die Täter das Opfer (63) mit einer Eisenstange schwer verletzt hatten, stahlen sie unter anderem eine Armbrust und flüchteten im Wagen des Überfallenen, wie msl24.de berichtet.

Die Räuber lieferten sich nach ihrer Tat eine Verfolgungsjagd quer durch Nordrhein-Westfalen. Ihre Flucht führte sie bis nach Münster*, wo einer der Täter schließlich gestellt werden konnte. Darüber berichtete die Staatsanwaltschaft Bielefeld gemeinsam mit den Polizeidienststellen aus Münster, Gütersloh und Warendorf in einer Pressemeldung.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293
Bundesland:NRW

Polizei Münster: Brutaler Raubüberfall in OWL

Laut ersten Erkenntnissen der Ermittler ereignete sich die Tat folgendermaßen: Gegen 19.37 Uhr klopften zwei maskierte Männer an der Wohnungstür eines 63-Jährigen in Ostwestfalen*. Als dieser die Tür öffnete, verschafften sich die Vermummten gewaltsam Zutritt, indem sie mit einer Metallstange auf den Bewohner einschlugen. Dieser fiel bei dem Angriff zu Boden und erlitt schwere Verletzungen, wie unter anderem die Polizei aus Münster berichtet.

Die Räuber stahlen daraufhin die Geldbörse des Mannes, die dieser an seinem Körper trug, sowie zwei Handys. Von dem ländlichen Anwesen, auf dem die Wohnung liegt, klauten sie außerdem ein Luftgewehr und eine Armbrust. Dann flüchteten die Maskierten im Wagen ihres Opfers und fuhren in Richtung Münster.

Nach Raub in Petershagen: Verfolgungsjagd bis nach Münster

Als die alarmierte Polizei an der Wohnung ankam, wurde der schwerverletzte Bewohner umgehend mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Bielefeld* transportiert. Die Beamten leiteten zudem sofort eine Fahndung nach dem gestohlenen Mercedes ein, der kurz darauf auf der B64 bei Warendorf ausgemacht werden konnte. Das Auto war mit erhöhter Geschwindigkeit in Richtung Münster unterwegs.

Die Polizei versuchte, den Wagen mit Anhaltesignalen zum Stehen zu bringen, doch der Fahrer ignorierte die Polizeiwagen und überfuhr bei der Verfolgungsjagd auch mehrere rote Ampeln. „An der Einmündung zur Freckenhorster Straße in Warendorf kam es zu einem Beinahezusammenstoß mit dem Fahrer eines Opels, der die Spur des Mercedes-Fahrers kreuzte“, wie die Polizei berichtet. Die Räuber rasten jedoch unbeirrt in Richtung Münster weiter.

Die Räuber wurden nach dem Raub in Petershagen (rechts) in Münster geschnappt.

Gefährliche Verfolgungsjagd endet am Kanal in Münster

Um etwa 20.30 Uhr übernahm dann die Polizei aus Münster die Verfolgung der flüchtigen Täter, die streckenweise mit 150 km/h auf der Bundesstraße unterwegs waren. An der Einmündung zum Albersloher Weg (B51) geriet der Wagen in den Gegenverkehr, sodass das Fahrzeug beschädigt wurde. Dennoch ließen sie sich vorerst nicht aufhalten. „Der Wagen geriet ins Schlingern. Entgegenkommende Autos mussten abbremsen, um einen Unfall zu vermeiden, berichtet die Polizei.

Der Pkw war nun auf der falschen Straßenseite unterwegs und konnte aufgrund einer Mittelbebauung auf dem Albersloher Weg in Münster nicht mehr auf die richtige Seite wechseln. Auch um Unfälle mit Unbeteiligten zu verhindern, entschieden sich die Polizisten aus Münster dafür, den Fluchtwagen von der Straße zu drängen. So konnten die Beamten das Fahrzeug auf Höhe der Kanalbrücke schließlich stoppen.

Nach Festnahme in Münster: Einer der Täter ist noch immer auf der Flucht

Die Polizisten konnten in Münster einen der Räuber fassen. Es handelt sich dabei um einen 39-Jährigen ohne festen Wohnsitz. „Die Staatsanwaltschaft Bielefeld stellte den Antrag auf Untersuchungshaft. Der Haftbefehl wurde im Anschluss erlassen“, heißt es dazu von der Polizei Münster. Es wurde ein Strafverfahren wegen schweren Raubes, gefährlicher Körperverletzung Straßenverkehrsgefährdung eingeleitet.

Der andere Täter konnte jedoch unerkannt vor der Polizei fliehen. Deswegen bitten die Ermittler nun um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer Angaben zu dem Raubüberfall oder den maskierten Tätern machen kann, insbesondere des noch immer flüchtigen Täters, wird gebeten, sich bei den Beamten in Gütersloh zu melden: 05241/86 90. (*Msl24.de und owl24.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Auch interessant

Kommentare