Tarifkampf

Busse und Mülltonnen bleiben stehen: Ver.di ruft zum Streik in Münster auf

Am Donnerstag ruft ver.di erneut zum Warnstreik auf. Auch Münster ist betroffen: Pendler müssen mit massiven Ausfällen im Nahverkehr rechnen. Doch das ist nicht alles.

Update: 16. Oktober. Die Warnstreiks gehen weiter: Kommende Woche stehen die Busse in Münster erneut still.

Update: 8. Oktober. Am heutigen Donnerstag ist es soweit: In Münster wird gestreikt. Betroffen ist davon jedoch nicht nur der öffentliche Personennahverkehr. Auch die Recyclinghöfe in der Domstadt bleiben geschlossen und die Müllabfuhr fällt aus. Rund 12.000 Mülltonnen bleiben daher an diesem Tag stehen. Die AWM wollen die Touren nach dem Streik jedoch nachfahren.

Auch zahlreiche Busse fallen am Donnerstag durch den Streik aus. Die Gewerkschaft ver.di hatte zu der Aktion in Münster aufgerufen. Erst wenige Tage zuvor war es bereits durch einen Streik zu großen Ausfällen im ÖPNV gekommen.

„Es ist unverantwortlich“: Großer Streik im Nahverkehr in Münster

Update: 5. Oktober. Erneut kommt es in NRW zu einem flächendeckenden Streik. Wie die Gewerkschaft ver.di am Montag (5. Oktober) bekannt gab, werden die Arbeiter des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) am kommenden Donnerstag (8. Oktober) ihre Arbeit niederlegen. Dies hat auch Einfluss auf Münster.

Die Gewerkschaft hatte in Verhandlungen mit der Vereinigung der kommunalen Arbeiterverbänden (VKA) einen bundesweiten Tarifvertrag gefordert. Zudem seien einheitliche Regelungen in Fragen wie Nachwuchsförderung, Entlastung sowie beim Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste notwendig. Eine Einigung sei jedoch nicht erzielt worden. Daher bleiben am Donnerstag auch in Münster die Busse stehen.

Stadt:Münster
Einwohnerzahl:315.293
Bundesland:NRW

„Es ist unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, angesichts des drohenden Fachkräftemangels einheitliche Regelungen zur Entlastung zu verweigern“, kritisierte Peter Büddicker, Fachbereichsleiter Verkehr in NRW, die Gegenseite scharf. Auch Fahrgäste wie in Münster würden das Vertrauen in den ÖPNV verlieren, wenn es zu immer mehr Ausfällen aufgrund von Personalmangel und hohen Krankenständen käme.

Um 18 Prozent sei die Zahl der Beschäftigten seit dem Jahr 2000 geschrumpft, teilt ver.di in einer Presseerklärung mit, während gleichzeitig mehr Fahrgäste unterwegs waren. „Aufgrund der Belastungen kommt es zu überdurchschnittlich hohen Krankenständen und der Anhäufung von Überstunden“, teilt die Gewerkschaft mit. Die VKA behaupte jedoch, für derartige Verhandlungen nicht zuständig zu sein und verweise auf die Länder.

„Für bundesweit einheitliche Arbeitsbedingungen in elementaren Fragen kommt nur die VKA als Spitzenverband in Betracht. Die anhaltende Verweigerung, in Verhandlungen einzutreten, zwingt uns zu weiteren Warnstreiks. Wir werden diese weiterhin frühzeitig ankündigen, damit Fahrgäste Alternativen finden können“, so Büddicker weiter. Erst vergangene Woche hatte es in NRW und auch in Münster Streiks im öffentlichen Nahverkehr gegeben. Auch im ostwestfälischen Bielefeld wurde gestreikt.

Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs gehen am Donnerstag in den Streik.

Bus-Streik im Nahverkehr: Massive Ausfälle im Nahverkehr

Update: 29. September, 16.09 Uhr. Der Bus-Streik in Münster führte zu massiven Ausfällen im öffentlichen Nahverkehr. Noch immer müssen Pendler vielfach zu Alternativen greifen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dennoch fuhren vereinzelt die Busse: Manche Fahrer, die bei privaten Subunternehmern beschäftigt sind, fuhren weiterhin ihre Strecken, obwohl auch sie von der Gewerkschaft ver.di zum Warnstreik aufgerufen wurden.

Der Bus-Streik in Münster ist zudem noch lange nicht ausgestanden: Bis um 2 Uhr am Mittwochmorgen (30. September) sollen die Fahrten der meisten Linien weiterhin ausfallen. Dies betrifft auch die Nachtbusse in Münster. Online informieren die Stadtwerke, welche Fahrten tatsächlich stattfinden. Auch LOOPMünster ist weiterhin in Betrieb.

Warnstreik in Münster beginnt – zahlreiche Busse fallen aus

Update: 29. September, 8.47 Uhr. In vielen deutschen Städten geht nichts mehr im ÖPNV: So wurde in Großstädten wie Berlin und München der Busverkehr stillgelegt, in einigen fallen die Straßen- und U-Bahnen aus. In NRW ist vor allem der Stadtbahnverkehr in Köln vom Streik betroffen, in Dortmund und Bochum dagegen soll der Nahverkehr völlig stillgelegt werden. Auch in Münster beteiligen sich am heutigen Dienstag viele Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs, möglicherweise auch Beschäftigte der privaten Partnerunternehmen, am Warnstreik von ver.di.

In Münster kommt es zu einem Bus-Streik, Züge sollen dagegen wie gewohnt fahren – auch auf innerstädtischen Verbindungen. Betroffen sind die Bus-Linien 1 bis 34 sowie die Nachtbusse N80 bis N85. Viele Fahrzeuge dieser Linien sollen „von Dienstagfrüh bis zum Betriebsende der Nachtbusse am Mittwoch um 2 Uhr“ entfallen. Genauere Angaben dazu, welche Verbindungen am Dienstag wegfallen, konnten die Stadtwerke Münster nicht machen.

Auch die elektronischen Fahrplanauskünfte werden am Warnstreik-Tag zunächst nicht verlässlich über die Ausfälle informieren. „Erst wenn klar ist, welche Busse fahren, sind frühestens ab Dienstagvormittag daher verlässliche Angaben in der Fahrplanauskunft möglich", heißt es von den Stadtwerken zum heutigen Bus-Streik in Münster.

Ver.di-Warnstreik im Nahverkehr: Massive Bus-Ausfälle auch in Münster erwartet

Erstmeldung: 28. September. Münster – Als wäre Pendeln in Zeiten von Corona nicht umständlich genug – nun müssen Fahrgäste am Dienstag (29. September) mit zusätzlichen Hürden auf dem Weg zur Arbeit, Uni und Schule rechnen. Die Gewerkschaft ver.di kündigte für ganz Deutschland einen ganztägigen Warnstreik im Nahverkehr an.

Nachdem bereits eine Woche zuvor in vielen deutschen Städten Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes gestreikt hatten, zieht nun der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nach: Vielerorts wird es Ausfälle im Bus- und Bahnverkehr geben – auch in Münster.

Warnstreik von ver.di: Busverkehr in Münster von Ausfällen betroffen

So gehen die Stadtwerke Münster aufgrund des ver.di-Warnstreiks mit Ausfällen im Busverkehr aus, wie auf der Homepage angekündigt wird. „Wir rechnen daher damit, dass auch in Münster von Dienstagfrüh bis zum Betriebsende der Nachtbusse am Mittwoch um 2 Uhr viele Busse der Linien 1 bis 34 und N80 bis N85 ausfallen.“

Da erstmals auch private Partnerunternehmen dazu aufgerufen wurden, sich an dem Warnstreik von ver.di zu beteiligen, sei das Ausmaß der Ausfälle jedoch nicht vollends abzusehen. „Wir bitten alle Fahrgäste, sich auf den Streik einzustellen und am Dienstag andere Fortbewegungsmittel wie das Fahrrad oder Mitfahrgemeinschaften zu nutzen.“ Jedoch seien die innerstädtischen Zug-Verbindungen in Münster nicht vom Warnstreik betroffen.

Warnstreik in Münster: Kein Verlass auf Fahrplanauskunft

Wer also am Dienstag dennoch versuchen möchte, mit dem Bus an sein Ziel zu gelangen, der kann sich dabei nicht auf die elektronische Fahrplanauskunft verlassen, wie die Stadtwerke Münster weiter ankündigen: „In der elektronischen Fahrplanauskunft werden aktuell alle Fahrten angezeigt, unabhängig davon, ob sie fahren werden. Erst wenn klar ist, welche Busse fahren, sind frühestens ab Dienstagvormittag daher verlässliche Angaben in der Fahrplanauskunft möglich.“

Nächste Woche wird der ÖPNV in vielen deutschen Städten bestreikt, unter anderem in Münster und Frankfurt.

Münster: Darum ruft ver.di zu Warnstreik auf

Derzeit befindet sich ver.di im Tarifkampf. Für die Beschäftigten im ÖPNV fordert die Gewerkschaft eine bundesweit einheitliche Regelung – zum Beispiel beim Überstunden-Ausgleich und bei Schichtdienst-Zulagen. Zudem ist die Zukunft der Gehälter im ÖPNV auch an den aktuellen Tarifstreit im Öffentlichen Dienst gekoppelt, der parallel dazu seit Längerem läuft. Dabei fordert ver.di 4,8 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten.

Warnstreik auch in Münster – Kritik an ver.di von den Arbeitgebern

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Niklas Benrath, spricht angesichts des Warnstreiks von einem „Anschlag auf die Allgemeinheit und die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs“. Der „Machtkampf“, den ver.di bei den Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst führe, sei völlig „unverhältnismäßig“.

„Ich halte es für nicht hinnehmbar, dass parallel zu den Arbeitskämpfen in Kitaeinrichtungen und Krankenhäusern die Bürgerinnen und Bürger nun auch im Nahverkehr unter den Warnstreiks der Gewerkschaft leiden müssen", wird Benrath in einer Pressemitteilung des VKA zitiert.

Ver.di weist Kritik von sich

Da die Arbeitgeber sich weigerten, über einen bundesweiten Rahmentarifvertrag zu verhandeln, hätten sie damit „den Streik provoziert“, heißt die Begründung von ver.di, die am Dienstag zum Warnstreik aufrufen, der wiederum auch Münster betreffen wird. Auch laut Frank Werneke, Vorsitzender von ver.di, hätten die Arbeitgeber auch in der zweiten Verhandlungsrunde noch immer kein Angebot gemacht.

„Das ist absolut nicht akzeptabel und es entspricht auch überhaupt nicht dem, was jetzt angemessen ist unter den Bedingungen der Corona-Pandemie. Und es ist respektlos gegenüber den Beschäftigten im Öffentlichen Dienst“, ureilt Werneke. Auch eine Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost und West würden die Arbeitgeber erst 2025 realisieren wollen – ein „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten in Ostdeutschland", so Werneke weiter.

Warnstreik in Münster – wo wird sonst noch gestreikt?

Nicht nur in Münster, auch in anderen Städten wird es aufgrund der Warnstreiks zu Ausfällen im ÖPNV kommen. So könnte es in Dortmund und Bochum zum Komplettausfall kommen, wie der WDR berichtet. Zudem werden in Hamm keine Busse fahren, in Unna hofft man auf den Betrieb einzelner Linien und in Hagen sollen die Busse nach dem Nachtfahrplan fahren.

Rubriklistenbild: © Christoph Boeckheler/dpa

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