Pandemie-Lage

Lockdown in Münster: Stadt kämpft mit „harten Maßnahmen“ gegen Corona

Seit Montag gilt auch in Münster der Lockdown. Die Stadt kündigte einen Kampf gegen Corona-Neuinfektionen an und verkündet weitere, strenge Regeln.

  • Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland stark angestiegen.
  • Kanzlerin Angela Merkel warnte bereits vor einem „System-Kollaps“.
  • Bund und Länder haben deswegen einen „Wellenbrecher-Lockdown“ beschlossen
  • Die Stadt Münster verschärfte nun unter anderem die Maskenpflicht.

Update: 2. November, 8.07 Uhr. Seit Montag (2. November) ist der bundesweite Lockdown in Kraft getreten. Für die Bürger bedeutet dies nun vier Wochen strengere Kontaktverbote und Schließungen von Gastronomie, Sportstätten und jeglicher Freizeiteinrichtungen. Auch die Stadt Münster „kämpft mit harten Maßnahmen gegen Corona“, wie sie in einer Pressemeldung ankündigte.

Bereits vor Eintreten des Teil-Lockdowns hatte die Stadt erste Einrichtungen geschlossen: So waren schon ab Samstag (31. Dezember), alle Hallenbäder in Münster, das Stadtmuseum und die Kunsthalle sowie städtische Einrichtungen wie die Villa ten Hompel geschlossen. Ab heute wird es dann weitere Schließungen geben:

  • Hallen- und Schwimmbäder
  • städtische Einrichtungen
  • kulturelle Einrichtungen
  • Gastronomie
  • Theater
  • Museen
  • Kinos
  • Freizeitsport-Stätten
  • Hotels und Beherbergungsbetriebe

Zudem wurde innerhalb des Teil-Lockdowns die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit von Münster noch einmal verschärft: Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist neben dem Innenstadtbereich nun auch von 8 bis 20 Uhr vorgeschrieben für die Straßen Alter Fischmarkt, Bült (Alter Fischmarkt bis Kirchherrngasse), Kirchherrngasse, Alter Steinweg (Kirchherrngasse bis Alter Fischmarkt) und Windthorststraße (jetzt die gesamte Straße). Zudem muss von 6 bis 0 Uhr auf der Bahnhofstraße (Herwarthstraße bis Urbanstraße) einschließlich des Bahnhofsvorplatzes ein Mund-Nasenschutz getragen werden. Aufgrund der Gastronomie-Schließungen wurde die Maskenpflicht für die Jüdefelder- und Münzstraße wieder aufgehoben.

In Münster bleiben beim Teil-Lockdown Schulen und Kitas sowie das Stadtarchiv und die Stadtbücherei weiterhin geöffnet. Zudem dürfen sich in der Öffentlichkeit maximal zehn Personen aus zwei Haushalten treffen. Die Stadt weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass auch größere Familien von der Obergrenze der Personenzahl nicht ausgenommen sind – ein Treffen mit mehr als zehn Menschen ist auch bei nur zwei großen Familien nicht gestattet.

In Münster war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb weniger Tage drastisch angestiegen. Am 25. Oktober (Sonntag) ist die Stadt offiziell zum Risikogebiet erklärt worden. Die Stadt hatte bereits mit strengeren Maßnahmen reagiert, die nun durch den bundesweiten Teil-Lockdown noch einmal verschärft wurden.

Die erste Welle hat Münster besser gemeistert als viele andere Städte in Europa. Ein wichtiger Erfolgsfaktor war damals die starke Solidarität der Bürgerinnen und Bürger untereinander, mit der Stadt und ihren Behörden. Solche Lagen kann keine Stadtverwaltung der Welt im Alleingang bezwingen. Wir müssen zusammenhalten, und gemeinsam werden wir auch die zweite Welle bezwingen.

Markus Lewe, OB von Münster

Auch wenn Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, bereits scharfe Kritik am „Wellenbrecher-Lockdown“ äußerte, appellierte er an die Solidarität der Bürger und die Einhaltung der Regeln: „Das kann man nicht schönreden. Faktisch haben wir es mit einem neuen Lockdown zu tun, wenn auch in abgeschwächter Form.“ Doch, so betonte Lewe: „Solange wir keinen Impfstoff und keine wirksamen Medikamente gegen das Virus haben, gibt es zu den meisten dieser Maßnahmen keine Alternative. Münster muss jetzt zusammenhalten, damit wir auch die zweite Welle glimpflich überstehen.“

Um die Einhaltung der Lockdown-Regeln zu überprüfen, kündigte die Stadt Münster gemeinsame Kontrollen durch Ordnungsamt und Polizei an. „Wir tragen zusammen dafür Sorge, dass die neuen Regelungen im Sinne des Gesundheitsschutzes eingehalten werden“, sagt der Leiter der Einsatzdirektion Martin Fischer vom Polizeipräsidium Münster. Norbert Vechtel, Leiter des Ordnungsamtes, dankte der Polizei für die starke Unterstützung und ergänzte: „Uns allen ist klar, dass nur bei konsequenter Umsetzung und Kontrolle der Maßnahmen positive Effekte auf die Infizierten-Zahlen erreicht werden können. Ich appelliere zudem an alle, durch verantwortungsbewusstes Handeln dafür zu sorgen, dass Infektionsketten gebrochen werden.“

KOD -Polizei: Coronakontrolle in Münster.

Auch Wolfgang Heuer, Leiter des Corona-Krisenstabs in Münster, richtet angesichts des Teil-Lockdowns und der damit verbundenen Regeln einen Appell an die Bürger: „Begegnen Sie den Mitarbeitenden in den Behörden und den Gesundheitseinrichtungen in den kommenden Wochen bitte mit Geduld und Verständnis. Alle Institutionen, die gegenwärtig gegen die Corona-Krise ankämpfen, arbeiten seit Monaten am Limit. Bitte unterstützen Sie diese wichtige Arbeit – mit Ihrem Verständnis, aber vor allem durch die Einhaltung der Regeln.“

Münster: Lockdown kommt – das sind die neuen Auflagen

Update: 30. Oktober, 7.05 Uhr. Nachdem am Mittwoch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder einen Teil-Lockdown für ganz Deutschland und somit auch für Münster beschlossen haben, fielen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus. Karl Lauterbach (SPD), selbst Arzt und Epidemiologe, begrüßte die Maßnahmen deutlich: „Die Beschlüsse von heute sind ein großer Erfolg und ein Meilenstein gegen das Coronavirus in Deutschland. Mit dem Wellenbrecher Shutdown werden wir 2. Welle der Pandemie brechen und aus exponentiellen Wachstum heraus kommen. Die Vernunft hat gesiegt“, schrieb Lauterbach bei Twitter. Welche Regelungen durch den Teil-Lockdown ab dem 2. November gelten, lesen Sie weiter unten im Artikel.

StadtMünster
Bevölkerung310.039
BundeslandNRW

Christian Lindner (FDP) und die FDP sehen den Teil-Lockdown allerdings als „aktionistisch“ an. „Viele Betriebe haben in Hygienekonzepte investiert. Viele Menschen haben sich auf Herbst vorbereitet. Sie zahlen jetzt den Preis dafür, dass Staat es nicht genauso getan hat. Viele Schließungen sind für Gesundheitsschutz daher nicht nur unnötig – sie sind unfair“, schreibt Lindner ebenfalls bei Twitter. Aus dem Münsterland kam auch bereits Kritik an den neuen Beschlüssen: Der Oberbürgermeister von Münster, Markus Lewe, sieht durch den Teil-Lockdown das kulturelle Leben bedroht.

Auch unter den Virologen in Deutschland herrscht Uneinigkeit: Während Christian Drosten einen Lockdown in Deutschland als sinnvoll erachtet, kritisiert Hendrik Streek die Schließungen. Streek halte den Schritt in den Lockdown für zu verfrüht – zudem hätte „ein gewisser Druck in der Öffentlichkeit“ bestanden. Der Virologe legte zudem gemeinsam mit dem Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und zahlrei­chen Berufsverbänden und Fachgesellschaften ein Positionspapier vor, das Alternativen zum Teil-Lockdown präsentiere, wie auch ruhr24.de* berichtet. Im Reichstag in Berlin kam es derweil am Donnerstag (29. Oktober) zu tumultartigen Szenen durch das Verhalten einiger AfD-Abgeordneter: Als Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag den neuen „Teil-Lockdown“ verteidigte, musste Wolfgang Schäuble eingreifen.

Teil-Lockdown beschlossen: Das sind die neuen Regelungen ab dem 2. Dezember

Update: 29. Oktober, 6.49 Uhr. Bund und Länder haben sich am Mittwoch (28. Oktober) auf neue Maßnahmen geeinigt, die die zuletzt stark angestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus stoppen sollen. Die Beschlüsse zielen darauf ab, die Kontakte grundsätzlich zu beschränken. So sollen Ansteckungsmöglichkeiten verringert werden. Auch in Münster wird deshalb nun ein Teil-Lockdown durchgeführt werden.

Zwar werde der Hauptmotor der Neuinfektionen im privaten Umfeld über private Kontakte vermutet, wie bereits oft berichtet wurde. Doch derzeit könnten 75 Prozent der Ansteckungen nicht mehr nachverfolgt werden, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der anberaumten Pressekonferenz. Wo diese Infektionen stattgefunden hätten, sei unklar. „Wir erleben einen exponentiellen Anstieg der Zahlen“, betonte die Kanzlerin. In den letzten neun Tagen hätte sich zum Beispiel die Zahl der Corona-Patienten, die künstlich beatmet werden müssen, verdoppelt. Würde dieser Trend anhalten, würden wir in wenigen Wochen einen System-Kollaps im medizinischen Bereich erleben, sagte Merkel.

Deswegen sei dringend ein Stopp nötig, eine „nationale Kraftanstrengung“, befristet auf den Monat November. Vor allem die Gastronomie und Freizeiteinrichtungen jeglicher Art sind nun von Schließungen betroffen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) steht hinter den Beschlüssen von Bund und Ländern. Folgende Corona-Maßnahmen treten am 2. November (Montag) in Kraft und gelten auch in Münster:

  • Kontakte: Bürger werden dazu aufgefordert, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal zehn Personen aus zwei Hausständen treffen.
  • Feiern: Feiern auf öffentlichen Plätzen, in privaten Wohnungen und Einrichtungen bezeichnete Merkel als „inakzeptabel“.
  • Schulen und Kindergärten: Schulen und Kitas sowie Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe bleiben geöffnet.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen müssen schließen. Ausgenommen sind Kantinen, Außer-Haus-Verkauf bleibt erlaubt.
  • Dienstleistungen: Der Einzelhandel soll weitestgehend geöffnet bleiben, vor allem Supermärkte. Jedoch ist nur ein Kunde pro 10 Quadratmeter in Läden erlaubt. Schließen müssen Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios. Physiotherapien dürfen weiter stattfinden, Friseure dürfen auch geöffnet bleiben.
  • Freizeit: Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden abgesagt. Zudem müssen Theater, Opern, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks, Saunen, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und Bordelle schließen. Gottesdienste dürfen unter Einhaltung der Hygiene-Bestimmungen weiter stattfinden.
  • Sport: Der Amateursport wird eingestellt, dadurch können auch Vereine nicht mehr trainieren. Schließen müssen Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder sowie Saunen. Beim Profisport sind keine Zuschauer mehr erlaubt. Individualsport (alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes) bleibt erlaubt, also ist z.B. Joggen kein Problem.
  • Reisen/Urlaub: Auf Ausflüge und Reisen sollten die Bürger möglichst verzichten. Übernachtungen in Hotels und Pensionen sind nur noch für nicht-touristischen Zwecke erlaubt.
  • Finanzielle Unterstützung für Firmen: Der Bund stellt finanzielle Hilfen im Umfang von 10 Milliarden bereit für Betrieben, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Regeln betroffen sind.

Münster: Teil-Lockdown startet bereits am 2. November

Update: 28. Oktober, 17.53 Uhr. Die Beschlüsse von Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs wurden nun veröffentlicht. Wie bereits vermutet, kommt ab dem 2. November der Lockdown für den ganzen Monat in Münster und ganz Deutschland. Die weiter unten genannten Punkte werden also umgesetzt. Das Ziel ist es, dass Menschen sich im Dezember wieder etwas freier bewegen können und die Weihnachtszeit bei gesunkenen Coronazahlen beinahe unbeschwert genießen können.

Lockdown in Münster: Fitnessstudios müssen wegen Corona schließen

Update: 28. Oktober, 17.11 Uhr. Auch Fitnessstudios und andere sportlichen Einrichtungen werden in Münster vermutlich schließen müssen. Ein Vertreter der Branche kündigte bei n-tv ein Massensterben der Sportstudios an. Virologen fordern außerdem ein Ampelsystem für Städte einzuführen, um die Corona-Lage besser einschätzen zu können.

Münster: Lockdown soll für gesamten November gelten

Update: 28. Oktober, 17.00 Uhr. Die neuen Maßnahmen sollen für den ganzen Monat November gelten. Das Ziel ist es, die Ausbreitung des Coronavirus in der zweiten Welle zu stoppen. Die Regeln sollten bereits ab dem 2. November umgesetzt werden. Das bedeutet der Lockdown für Münster konkret:

  • Die Gastronimie (Cafés, Bars, Restaurants) müssen schließen.
  • Konzerte werden abgesagt, Kinos und Theater geschlossen.
  • Schulen und Kitas sollen geöffnet bleiben.
  • Der Einzelhandel soll weitestgehend geöffnet bleiben.

Lockdown in Münster? Pressekonferenz steht bevor

Update: 28. Oktober, 16.46 Uhr. Laut dpa-Informationen sind bereits einige Maßnahmen beschlossen. Bis Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Corona-Regeln, die dann auch für Münster gelten, bekanntgibt, werden noch einige Minuten vergehen. Der Lockdown für den ganzen November soll aber beschlossene Sache sein.

Armin Laschet zu Lockdown und Corona-Lage: Soziale Kontakte müssen reduziert werden

Update: 28. Oktober, 11.32 Uhr. Bereits seit 10.30 Uhr beraten die Ministerpräsidenten der Länder über weitere Maßnahmen. Es gilt, die rasant ansteigenden Neuinfektionen mit dem Coronavirus zu stoppen. Auch ein erneuter Lockdown ist im Bereich des möglichen. Zuletzt waren auch in Münster die Neuinfektionen deutlich angestiegen.

NRW-Chef Armin Laschet (CDU) sieht vor allem die Einschränkung von sozialen Kontakten als dringend notwendig an und möchte einen Lockdown, der auch Münster betreffen würde, vorerst vermeiden, wie er bei der Pressekonferenz am Dienstag sagte. Denn nicht die Beschlüsse von Bund und Ländern seien letztlich entscheidend, betont Laschet, „sondern das Verhalten der Menschen, die jetzt wieder ihre Kontakte beschränken müssen.“ Die Lage sei „sehr, sehr ernst“, betonte der NRW-Chef. Es brauche eine starke und einheitliche Planung von Bund und Ländern. Welche Pläne Kanzlerin Angela Merkel angeblich umsetzen will, lesen Sie weiter unten im Artikel.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach sich im Vorfeld ebenfalls für striktere Corona Maßnahmen aus. Sein Kollege Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, lehnt einen erneuten Lockdown dagegen ab und kritisierte den „Aktionismus“ des Kanzleramtes, wie die Berliner Zeitung berichtet. Auch Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Thüringen, will einem Lockdown und der damit verbundenen Schließung der Gastronomie nicht zustimmen. Zuletzt hatte auch Michael Müller (SPD), Bürgermeister von Berlin, deutliche Worte für die aktuelle Corona-Lage gefunden:

Lockdown in Münster? Details zu Corona-Plänen von Kanzlerin Merkel durchgesickert

Update: 28. Oktober, 7.59 Uhr. Am Mittwoch (28. Oktober) beraten Bund und Länder über weitere, strengere Maßnahmen in der Corona-Pandemie. Der Presseagentur dpa liegt laut eigenen Angaben ein Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes vor. Demnach würde Kanzlerin Angela Merkel (CDU) folgende Änderungen bei der Konferenz mit den Länder-Chefs fordern, die in der Folge auch auf Münster zukommen würden:

  • Freizeiteinrichtungen sollen geschlossen werden
  • Gastronomien sollen geschlossen werden
  •  Unterhaltungsveranstaltungen sollen verboten werden
  •  Kontakte in der Öffentlichkeit sowie Feiern auf Plätzen und in Wohnungen sollen weiter eingeschränkt werden

Diese Regelungen, werden sie denn durchgesetzt, würden ab dem 4. November in Kraft treten und bis Ende des Monats gelten. Nach zwei Wochen würde erneut über eine mögliche Anpassung der Corona-Maßnahmen zwischen Bund und Ländern beraten. Bereits jetzt gelten im Risikogebiet Münster strengere Maßnahmen, unter anderem eine Maskenpflicht in der Innenstadt. Einen echten Lockdown, wie er nun bereits in Spanien erneut erlassen wurde, wird es vermutlich nicht geben – jedoch eine Art „Teil-Lockdown“, der vor allem die Anzahl an sozialen Kontakten verringern soll.

Das Ziel der Maßnahmen sei es, die zuletzt stark angestiegenen Neuinfektionen mit dem Coronavirus schnellst möglich zu reduzieren. Dies sei vor allem durch weniger Kontakte im privaten Bereich zu schaffen, betonte am Dienstag auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei einer Pressekonferenz. Diese werden in der sogenannten „Zweiten Welle“ der Corona-Pandemie als Haupttreiber für Neuansteckungen gewertet. Auch in dem Entwurf des Beschlusspapiers wird betont, dass starke Einschränkungen im November gleichzeitig auch Lockerungen im Dezember bedeuten könnten: „Familien und Freunde sollen sich auch unter Corona-Bedingungen in der Weihnachtszeit treffen können. Dazu bedarf es jetzt erneut, wie schon im Frühjahr, einer gemeinsamen Anstrengung.“ In Münster wurde derweil bereits der Weihnachtsmarkt abgesagt, der Ende November starten sollte. Wir berichten weiter.

Lockdown in Münster? Merkel und Länderchefs beraten über strengere Maßnahmen

Erstmeldung: 27. Oktober, 18.44 Uhr. Münster – Kommt der zweite Lockdown? Berichten zufolge könnte dieser am Mittwoch (28. Oktober) beschlossen werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft sich dann mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Gespräch über die aktuelle Corona-Lage.

Lockdown in Münster? Weihnachtsmarkt ist bereits wegen Corona abgesagt

Bereits vor dem Meeting sind Informationen an die Medien durchgesickert, denen zufolge ein „Lockdown Light“ in einigen Bundesländern eingeführt werden könnte. Ein Strategiepapier aus NRW gelangte an die Öffentlichkeit. Münster, das am Montag zum Risikogebiet erklärt wurde, wäre von den dort beschriebenen Maßnahmen also auch betroffen.

Dem Papier zufolge könnten bei dem „Lockdown Light“ Fitnesstudios und Sportclubs wieder dichtgemacht werden. Dass der Weihnachtsmarkt in Münster diesen Winter ausfällt, wurde bereits am Montag (26. Oktober) beschlossen. Der Budenzauber hatte zunächst in einer abgespeckten Version stattfinden sollen. Die Corona-Zahlen steigen dafür jedoch zu rasant.

Bundeskanzlerin Angela Merkel plant offenbar aufgrund des rasanten Anstiegs der Corona-Neuinfektionen einen „Lockdown light“ in Deutschland.

Münster: Inzidenzwert steigt weiter an – Sollen Risikogebiete in den Lockdown?

In Münster liegt der Inzidenzwert am Dienstag (27. Oktober) bei 75,5. Seitdem die Marke 50 überschritten ist, gilt die Domstadt als Risikogebiet. Auch Freizeiteinrichtungen, Hotels und der Einzelhandel für nicht notwendige Güter sollen laut dem veröffentlichten Lockdown-Vorschlag geschlossen werden. Das Ziel sei es, dass sich bis Weihnachten wieder Menschen treffen können.

Klar ist, dass es so nicht weitergehen kann. Die Corona-Zahlen steigen nicht nur in Münster und NRW. Mit den aktuellen Maßnahmen lassen sie sich nicht in Schach halten. Das Gesundheitsministerium warnt sogar davor, dass bei gleichbleibendem Wachstum der Infektionsraten am Ende des Jahres nicht mehr genügend Betten zur Beatmung vorhanden sein werden und das Gesundheitssystem kollabieren könnte.

Ministerpräsident Laschet äußert sich zu möglichen Maßnahmen in Münster und NRW

Am Dienstagnachmittag wandte sich Armin Laschet (CDU), der Ministerpräsident von NRW, an die Bevölkerung und gab erste Informationen zu den möglichen neuen Corona-Regeln in Münster und dem ganzen Bundesland bekannt. „Die Lage ist sehr, sehr ernst und die bisherigen Maßnahmen reichen offensichtlich nicht aus, um die Lage zu stoppen“. Und weiter: „Der Monat November wird der Monat der Entscheidung“. Armin Laschet hatte erst vor wenigen Tagen betont, dass der Kampf gegen das Coronavirus noch nicht vorbei sei.

Das Land NRW sei ihm zufolge für eine Wiedereinführung eines strengen Kontaktverbotes, da der Großteil der Infektionen mit dem Coronavirus im privaten Bereich passiert. Es sei unbedingt notwendig, so Laschet, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben und Menschen weiterhin ihrer Arbeit nachgehen können. Um dies zu gewährleisten, werden sich die Menschen in Münster im kommenden Monat wohl drastisch einschränken müssen. Auch die Rückverfolgung der Kontakte ist wichtig – dabei kann die Corona-Warnapp helfen.

Neue Corona-Regeln für Münster werden am Mittwoch beschlossen

Wie genau die neu beschlossenen Corona-Maßnahmen für Münster aussehen und ob es einen Lockdown geben wird, lesen Sie im Laufe des Mittwochs hier bei msl24.de. Damit die Regeln bundesweit beschlossen werden können, muss die Mehrheit der Ministerpräsidenten dafür stimmen. Zudem haben die Länder die Möglichkeit, einzelne Regeln aus angemessenem Grund der Lage anzupassen. Auch Bielefeld könnte der Lockdown drohen*, wie owl24.de berichtet – dort ist der Inzidenzwert deutlich höher, als in Münster.

Sollte eine Kontaktbeschränkung die Ausbreitung des Coronavirus in Münster weiterhin nicht eindämmen können, ist es möglich, dass es erneut zu einer Schließung von Bars, Restaurants und Cafés kommt. Für die Gastronomie in NRW gibt es bereits eine Sperrstunde. Das sei aber zunächst nicht das Ziel, wie Armin Laschet in der Pressekonferenz betont. Man sei sich dessen bewusst, welch große finanzielle Schäden durch einen Lockdown entstünden. Jedoch rechnen fast zwei Drittel der Deutschen derzeit damit, dass nach Merkels Corona-Konferenz erneut ein Lockdown eingeführt wird, wie wa.de* berichtet. (*Owl24.de, wa.de und ruhr24.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.)

Rubriklistenbild: © Heiner Witte/Presseamt Münster

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