Pandemie

Neue Corona-Regeln in Münster: Maskenpflicht auf Spielplätzen – wichtige Änderung für Schüler

Die Stadt Münster führt zwei neue Corona-Maßnahmen in der Domstadt ein: Neben einer Maskenpflicht auf Spielplätzen gibt es auch eine wichtige Änderung für Schüler.

Münster – Noch immer sind die Infektionszahlen in Münster hoch: Am Freitag meldete die Stadt erneut über 50 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der 7-Tages-Inzidenzwert liegt laut Robert Koch-Institut aktuell bei 109,1. Die Stadt gab nun zwei Neuerungen bekannt, die die Gefahr einer Ansteckung verringern sollen. Beide betreffen vor allem Schüler.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293
Bundesland:NRW

Corona-Maßnahme in Münster: Maskenpflicht auf Spielplätzen eingeführt

Denn die Stadt setzt eine Maskenpflicht auf Spielplätzen durch. Diese hatte es bereits während der ersten Welle der Corona-Pandemie gegeben. Die Anordnung ist Teil der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW. Sie schreibt für schulpflichtige Kinder und auch Eltern beziehungsweise „erwachsene Begleitpersonen“ das Tragen eines Mund-Nasenschutzes vor.

Nach der aktuellen Coronaschutzverordnung des Landes NRW gilt auf Spielplätzen sowohl für erwachsene Begleitpersonen als auch für schulpflichtige Kinder grundsätzlich eine Maskenpflicht.

Stadt Münster

Die Schilder, die bereits an den Spielplätzen in Münster angebracht sind und über die bereits geltenden Abstands- und Hygieneregeln informieren, werden in den kommenden Tagen durch Mitarbeiter des Grünflächenamtes um den Hinweis auf die Maskenpflicht ergänzt. Zwar müssten Kinder auf den Spielflächen keinen Abstand von 1,50 Meter einhalten. Doch die Stadt appelliert an die Eltern, volle Plätze zu meiden: „Wenn Spielplätze bereits gut besucht sind, sollte im konkreten Fall überlegt werden, welche Alternativen sich anbieten. Oberstes Ziel bleibt es, zur Eindämmung der Corona-Pandemie Kontakte zu reduzieren.“

Zudem kündigten die Behörden in der Domstadt kürzlich in einer anderen Angelegenheit strikte Maßnahmen an: Nachdem Querdenker vor Schulen in Münster Corona-Proteste angekündigt hatten, ordnete die Stadt Kontrollen auf den Schulwegen an.

Corona-Maßnahme in Münster: Späterer Schulstart für Gymnasien

Eine weitere Neuerung betrifft Schüler der Gymnasien in der Innenstadt von Münster. Dort wird der Unterrichts-Start nach hinten verschoben: „Für einen bestmöglichen Pandemie-Schutz wird die Stadt den täglichen Unterricht an allen innerstädtischen Gymnasien 30 Minuten später beginnen lassen“, kündigt die Stadt an. Dies betrifft auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Kinderhaus, die  Geschwister-Scholl-Realschule und die bischöfliche Marienschule.

Die Änderung tritt am 12. November in Kraft und gilt vorerst bis zum Ende des Schulhalbjahres, also bis Ende Januar. Die Maßnahme sei „das Ergebnis intensiver Gespräche mit allen Schulformsprechern“, wie die Stadt berichtet, und sei mit dem Corona-Krisenstab abgestimmt. Mit dem späteren Schulstart sollen volle Busse in den Stoßzeiten am Morgen verhindert werden.

Die Maßnahme in Münster soll verhindern, dass Busse während der Corona-Pandemie in den kritischen Wintermonaten überfüllt sind.

Die Idee ist nicht neu: „Schon vor den Herbstferien hatte ein runder Tisch Möglichkeiten ausgelotet, Belastungen und Gedränge zu den Stoßzeiten in den Bussen zu reduzieren“, schreibt die Stadt Münster. Dafür waren bereits unter anderem Zusatzbusse eingesetzt worden. Ein Entzerren des Unterrichtsbeginns an den Gymnasien war jedoch zunächst bei Schulvertretern und Eltern auf Ablehnung gestoßen: Dies hätte zu massive Auswirkungen auf die Organisation des Alltags gehabt. Nun sei man sich jedoch einig geworden: „Die jetzt von uns vorgestellte Lösung indes wird als machbar angesehen“, berichtet Stadtdirektor Thomas Paal. Nach vier Wochen gebe es ein Zwischenfazit zu der Maßnahme.

Allen ist bewusst, dass diese vorsorgliche Maßnahme den Schulen, ihren Lehrkräften und natürlich den Familien einiges abverlangt. [...] Es muss improvisiert werden, organisiert und abgestimmt, und es ist eine Menge an Flexibilität in diesen ohnehin schon belastenden Monaten vonnöten.

Stadtdirektor Thomas Paal

Update: Eine nun angekündigte Maßnahme, um die Infektionszahlen auch in der anstehenden Weihnachtszeit gering zu halten, sind verlängerte Weihnachtsferien in NRW. Dies kündigte die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) auf eine Medien-Anfrage hin an.

Corona-Lage in Münster noch immer angespannt

Die Stadt betonte in ihren Pressemeldungen zu den beiden Neuerungen, dass die noch immer hohe Zahl der Neuinfektionen in Münster und deutschlandweit „besorgniserregend“ seien. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) appellierte bereits angesichts der Corona-Lage in Münster an die Bürger. „Vor uns liegen sehr schwierige Wochen. Trotzdem wollen wir weiterhin alles möglich machen, was der Pandemiebekämpfung nicht widerspricht“, sagte Lewe bei einer Pressekonferenz Anfang der Woche.

Neben den bereits bestehenden Regeln passte die Stadt nun auch die Corona-Maßnahmen auf dem Wochenmarkt in Münster an, entsprechend der Lockdown-Bestimmungen des Bund-Länder-Beschlusses. Zudem vermeldete am selben Tag das UKM in Münster acht mit dem Coronavirus infizierte Mitarbeiter. Sieben OP-Säle mussten zum Schutz vor weiteren Ansteckungen für zwei Wochen geschlossen werden. Die positiv Getesteten hatten dort zuvor gearbeitet.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa und Arne Dedert/dpa (Fotomontage)

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