Corona-Pandemie

Münster stoppt Modellregion-Projekt – Inzidenz steigt über 100

Münster soll als eine von 14 Kommunen bald zur Corona-Modellregion werden. Doch aufgrund der aktuellen Infektionslage wird das Projekt verschoben.

Update: 15. April, 19.59 Uhr. Nur einen Tag nachdem die Stadt Münster das Projekt „Modellregion“ verschoben hatte, hat die lokale Inzidenz den Grenzwert überschritten: Am Donnerstag liegt die 7-Tages-Inzidenz in Münster bei 103,1. Am Mittwoch lag die Zahl noch bei 91,3 und am Dienstag bei 81,5. Somit würde auch im Münster die geplante Bundes-Notbremse greifen, sobald dieser als Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat zugestimmt wird.

Mit 67 neuen bestätigten Ansteckungen steigt die Zahl der akut mit dem Coronavirus Infizierten am Donnerstag auf 526 an. 44 Covid-Patienten werden derzeit im Krankenhaus behandelt. Von den 19 Personen, die auf der Intensivstation liegen, werden 15 beatmet. Zudem meldet die Stadt Münster einen weiteren Todesfall: Ein 88-Jähriger ist nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Todesfälle in Münster steigt somit auf 108.

Münster vorerst keine Modellregion! Projekt verschoben

Update: 14. April, 15.00 Uhr. Heute meldet Münster mit 81 Neuinfektionen die höchste Zunahme seit Ende Dezember. Dies führt dazu, dass das Projekt „Modellregion“ zunächst auf Eis gelegt wird. Corona-Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sieht angesichts dieser Zahlen keinen Grund für Lockerungen und Normalisierungsprojekte: „Aufgrund dieser deutlichen Verschlechterung der Infektionslage setzen wir den ursprünglich für kommende Woche geplanten Start der digitalen Modellprojekte für unbestimmte Zeit aus.“

Es sei damit zu rechnen, dass auch Münster kurzfristig den maßgeblichen Inzidenzwert 100 überschreiten werde. „Und leider ist zu erwarten, dass damit das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht ist.“ 

Die Prioritäten verschieben sich mit den massiv ansteigenden Infektionszahlen hin zu strikteren Infektionsschutzregeln. Für die Modellprojekte muss ein neuer Fahrplan für die Umsetzung zu einem späteren Zeitpunkt her.

Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer
StadtMünster
Einwohner314.319
BundeslandNRW

Münster: Kriesenstabsleiter äußert sich zum Modell-Projekt

Erstmeldung: 13. April. Münster – Es war eine Mischung aus Freude und Skepsis, als bekannt wurde, dass Münster in NRW zu einer Modellregion für erste Corona-Lockerungen werden soll. Dies hätte unter anderem zur Folge, dass zum Beispiel die Außengastronomie wieder öffnen dürfte – vorausgesetzt, dass ein striktes digitales Nachweissystem aus Impfung, Schnelltest, Kontaktdatenerfassung und ggf. Kontaktnachverfolgung besteht. Auch Theater und andere Kultureinrichtungen dürften ihren Betrieb wieder aufnehmen.

Doch angesichts der momentan sehr hoch schwappenden dritten Welle der Corona-Pandemie regt sich vielerorts Skepsis am kommenden Konzept. Während die Schulen aufgrund des Infektionsgeschehens aktuell schließen müssen, sollen Restaurants wieder öffnen? Das klingt widersprüchlich. Nun äußerte sich Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer im Interview mit Radio Antenne Münster zu der Sachlage.

„Nicht vom Tisch“: Krisenstabsleiter über Münster als Modellregion

Am 19. April sollten die Corona-Lockerungen, die Münster als Modellregion erwarten, umgesetzt werden. Doch aktuell sieht die Inzidenzlage eher nach noch strengeren Corona-Regeln aus als nach weitreichenden Lockerungen. Dies hängt nun vor allem damit zusammen, dass der Bund eine Erneuerung des Infektionsschutzgesetzes auf den Weg gebracht hat, die eine bundesweite Gültigkeit haben soll. So sollen drastische Einschränkungen greifen, sobald eine Region an drei aufeinanderfolgenden Tagen die kritische Marke von 100 überschritten hat.

Aktuell liegt Münster bei einer Inzidenz von 81,5. Es spräche also noch nichts gegen den Start als Corona-Modellregion. Doch die Zahlen können schnell steigen und das Projekt scheitern lassen. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer sagt dazu: „Die Modellprojekte sind nicht vom Tisch. Aber es ist völlig klar: Die Entscheidungen fallen immer in Abhängigkeit von der realen Situation, was die Infektionslage betrifft. (...) Klar ist auch: Die Schulen müssen offen sein, wenn wir solche Modellprojekte, wie sie aktuell geplant sind, starten wollen. (...) Wenn wir nicht stabil unter einem Inzidenzwert von 100 liegen, werden die Modellprojekte auch nicht starten. Also insgesamt alles eine Frage der Rahmenbedingungen.“

Auch die Außengastronomie soll im Zuge des Projekts in Münster wieder öffnen. (Symbolbild)

Münster wird neben 13 anderen Städten und Kreisen bald Corona-Modellregion

Nachdem sich Münster vor einigen Wochen bei der NRW-Staatskanzlei als Modellregion beworben hatte, wartete besonders einer gespannt auf das Ergebnis: Oberbürgermeister Markus Lewe. Seine Stadt galt lange als Vorbild in Sachen effektiver Corona-Bekämpfung. Nach der positiven Entscheidung zeigte der OB sich erfreut: „Ich freue mich, dass wir die Düsseldorfer Staatskanzlei mit unserem Konzept überzeugt haben und uns in Münster mit der gebotenen Vorsicht wieder ein kleines Stück näher an den gewohnten Alltag bewegen können.“

Neben der Domstadt hat es auch eine Region aus Ostwestfalen auf die Liste geschafft: Stadt und Landkreis Paderborn dürfen sich ab dem 19. April als Modellregion ebenfalls auf weitreichende Lockerungen freuen*. Alle Regionen, die als Modelle ausgewählt wurden, sind:

  • Stadt Ahaus
  • Kreise Coesfeld und Warendorf
  • Stadt Münster*
  • Stadt Mönchengladbach
  • Kreis und Stadt Paderborn
  • Kreis Soest mit Soest und Lippstadt

Die zweite Gruppe, deren Maßnahmen erst am 26. April starten, besteht aus:

  • Kreis Düren
  • Stadt Essen
  • Stadt Hamm
  • Stadt Köln
  • Stadt Krefeld
  • Stadt Lennestadt
  • Stadt Siegen
  • Hochsauerlandkreis (Schmallenberg und Winterberg)

Ob es jedoch in allen, nur in einigen oder am Ende in keiner der Regionen zu den Lockerungen kommen wird, muss der weitere Infektionsverlauf in Deutschland zeigen. (*Owl24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Rubriklistenbild: © María José López/dpa/EUROPA PRESS

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