Pandemie-Lage

Corona-Risikogebiet Münster: Maskenpflicht, Sperrstunde – diese Auflagen gelten ab sofort

Nun ist es auch in Münster so weit: Aufgrund der vielen Neuinfektionen mit dem Coronavirus wurde in Münster der kritische Grenzwert von 50 überschritten. Münster ist somit Risikogebiet und es gelten strenge Maßnahmen.

Update: 28. Oktober, 18.56 Uhr. Der teilweise Lockdown in ganz Deutschland ist seit wenigen Stunden beschlossene Sache. Den ganzen November über werden die Maßnahmen andauern. Die Beschlüsse unterscheiden sich jedoch von den Anordnungen im März und April dieses Jahres. Alle Details zum zweiten „Teil-Lockdown“ in Münster lesen Sie in unserem Newsticker. Die Informationen zu den bereits geltenden Bestimmungen in Münster als Risikogebiet erhalten Sie weiter unten in diesem Artikel. Zudem gab es bereits erste Kritik aus Münster an dem beschlossenen „Teil-Lockdown“, der vor allem das kulturelle Leben trifft.

Strengere Regeln für das Risikogebiet Münster – kommt nun auch noch ein Lockdown?

Update: 28. Oktober, 7.53 Uhr. Seit Montag und Dienstag (26. und 27. Oktober) gelten in der Domstadt strengere Corona-Regeln. Denn durch die Überschreitung des kritischen 7-Tages-Inzidenzwertes von 50 ist Münster offiziell ein Risikogebiet. Nun könnte sich die Lage noch einmal deutlich verändern für die Einwohner: Da Kanzlerin Angela Merkel strengere Corona-Maßnahmen fordert, könnte nun auch auf Münster ein teilweiser Lockdown zukommen.

Stadt:Münster
Einwohner:315.293
Bundesland:NRW

Münster zum Risikogebiet erklärt – die Infos zu den neuen Corona-Regeln

Erstmeldung: 26. Oktober, 8.35 Uhr. Münster – Aufgrund der steigenden Infektionszahlen hatte Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer bereits am Freitag (23. Oktober) vorausgesagt, dass Münster am Samstag vermutlich den ersten kritischen 7-Tages-Inzidenzwert von 35 überschreiten würde. Doch nicht nur das ist eingetreten: Seit Sonntag (25. Oktober) ist Münster nun offiziell Risikogebiet.

Denn nicht nur am Freitag, auch am Samstag hatte die Stadt Münster 61 Neuinfektionen mit dem Coronavirus vermeldet. An diesem Tag lag der 7-Tages-Inzidenzwert bereits bei 49,2, wie die Stadt berichtet. Am Sonntag kamen dann noch einmal 31 labortechnisch bestätigte Infektionen hinzu, sodass der Inzidenzwert am Sonntag auf 62,2 anstieg. Nachdem also bereits am Samstag erste Corona-Maßnahmen erlassen worden war, kommen als Risikogebiet nun weitere Regeln auf die Bürger von Münster zu.

Corona-Lage in Münster: Regeln der ersten Allgemeinverfügung ab Montag (26. Oktober)

Die erste Allgemeinverfügung der Stadt Münster im Rahmen der Corona-Pandemie umfasst bereits erste Einschränkungen für die Einwohner der Domstadt. Diese sind seit Montagmorgen (26. Oktober), 0 Uhr in Kraft getreten:

  •  Veranstaltungen und Versammlungen sowie Kongresse mit mehr als 1.000 Personen sind unzulässig.
  •  An Festen (ohnehin nur aus besonderem Anlass) dürfen höchstens 25 Personen teilnehmen.
  • Die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung besteht auch am Sitz- oder Stehplatz in geschlossenen Räumlichkeiten bei Konzerten und Aufführungen und sonstigen Veranstaltungen sowie als Zuschauer von Sportveranstaltungen.
  • Bei Veranstaltungen muss immer ein Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen Personen gewährleistet sein.

Münster zum Risikogebiet erklärt: Das gilt nun für die Gefährdungsstufe 2 ab Dienstag (27. Oktober)

Nur einen Tag später erließ die Stadt Münster wegen der Überschreitung des kritischen Grenzwertes von 50 die zweite Allgemeinverfügung, mit der nun die bereits verkündeten Regeln ergänzt werden. Die neuen, strengeren Corona-Maßnahmen umfassen unter anderem Einschränkungen für private Feiern sowie eine Sperrstunde samt Alkoholverbot. Die Regeln werden ab Dienstag (27. Oktober) um 0 Uhr in Kraft treten:

  • Der Gastronomiebetrieb sowie der Verkauf von alkoholischen Getränken sind im Stadtgebiet zwischen 23 und 6 Uhr verboten (Sperrstunde).
  • Feste sind nur noch mit 10 Personen erlaubt.
  • Im öffentlichen Raum darf grundsätzlich nur noch eine Gruppe von bis zu 5 Personen zusammentreffen.
  • Ab Donnerstag (29. Oktober) sind Veranstaltungen und Versammlungen (sowie Kongresse) mit mehr als 500 Personen im Freien oder mehr als 250 Personen in Innenräumen unzulässig. Für Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen muss der Stadt vorab ein Hygienekonzept vorgelegt werden.

Die neuen Regelungen in Münster orientieren sich an der Corona-Schutzverordnung, die das Land NRW kürzlich angepasst und erlassen hatte. Zudem wird es in der Domstadt eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum geben. Diese betrifft nur bestimmte Straßen und für bestimmte Uhrzeiten. Radfahrer müssen beim Befahren dieser Straßen keine Maske tragen. Die Tragepflicht gilt tagsüber für den Innenstadtbereich und nachts für die Kneipenmeile auf der Jüdefelderstraße.

Prinzipalmarktvon 8 bis 20 Uhr
Michaelisplatzvon 8 bis 20 Uhr
Rothenburgvon 8 bis 20 Uhr
Königsstraße (zwischen Marievengasse und Rothenburg), einschließlich Picassoplatz und Adolph-Kolping-Platzvon 8 bis 20 Uhr
Hötteweg, Marievengassevon 8 bis 20 Uhr
Ludgeristraße (zwischen Verspoel und Klemensstraße)von 8 bis 20 Uhr
Salzstraße (im Bereich der Fußgängerzone)von 8 bis 20 Uhr
Bolandsgassevon 8 bis 20 Uhr
Julius-Voos-Gassevon 8 bis 20 Uhr
Windthorststraße (zwischen Klosterstraße und Ludgeristraße)von 8 bis 20 Uhr
Stubengassevon 8 bis 20 Uhr
Heinrich-Brüning-Straßevon 8 bis 20 Uhr
Syndikatplatz, Platz des Westfälischen Friedens, Gruetgassevon 8 bis 20 Uhr
Klemensstraßevon 8 bis 20 Uhr
Klarissengassevon 8 bis 20 Uhr
Beginengassevon 8 bis 20 Uhr
Jüdefelderstraße (zwischen Münzstraße und Überwasserstraße)von 20 bis 5 Uhr
Münzstraße (auf dem südlichen Gehweg/Parkplatz zwischen Schlossplatz und Jüdefelderstraße)von 20 bis 5 Uhr
In diesen Abschnitten von Münster gilt tagsüber beziehungsweise nachts eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Risikogebiet Münster: So lange gelten die Corona-Maßnahmen

Die neuen Coronamaßnahmen werden so lange gelten, bis der jeweilige, kritische 7-Tages-Inzidenzwert für sieben Tage in Folge unterschritten wird, kündigt die Stadt Münster an. Krisenstabsleiter Heuer appellierte noch einmal an die Bürger von Münster, sich an die Regeln zu halten. Gleichzeitig stellte er jedoch in Aussicht, dass die Maßnahmen im Laufe der Woche noch einmal verschärft würden:

Alle Maßnahmen dienen der Reduzierung von Kontakten und dem Infektionsschutz. Dies kann und sollte jeder in seinem privaten Umfeld durch Eigenverantwortung und Rücksichtnahme entsprechend ergänzen. Ich gehe außerdem davon aus, dass die Stadt Münster im Laufe der Woche weitere Maßnahmen festlegen wird.

Wolfgang Heuer, Ordnungsdezernent und Krisenstabsleiter in Münster

Corona-Lage in Münster: Kontrollen in der Gastronomie – Restaurants wegen Verstößen geschlossen

Zudem wurden in Münster am Samstag zahlreiche Kontrollen in gastronomischen Betrieben durchgeführt, wie die Stadt mitteilte. „In 12 von 20 kontrollierten Schank- und Speisewirtschaften wurden Verstöße gegen die Vorgaben der Coronaschutzverordnung festgestellt, Anzeigen und Bußgelder sind die Folge.“

Aufgrund „erheblicher Hygiene- und Sicherheitsmängel“ mussten zwei Restaurants in Münster geschlossen werden: das Mocca D‘or und das Fiu an der Rothenburg. Dort hatten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes gleich eine Reihe von Verstößen festgestellt, unter anderem einen fehlenden Spuckschutz, nicht eingehaltenen Mindestabstand, fehlerhafte Kontaktlisten, mangelhafte Luftzirkulation, keine Desinfektionen von Gebrauchsgegenständen sowie fehlende Desinfektionsmittel.

Die beiden Gaststätten wurden sofort und bis auf Weiteres geschlossen. Laut Angaben der Stadt habe sich die Geschäftsführung daraufhin „uneinsichtig“ und „aggressiv“ gezeigt. Darüber hinaus seien Angestellte der Restaurants nicht darüber informiert worden, dass vier Kollegen von ihnen mit Corona infiziert seien. In diesem Zusammenhang fand Ordnungsamtsleiter Norbert Vechtel deutliche Worte: „Die Spielregeln der Coronaschutzverordnung sind den Gastronomen seit langer Zeit bekannt. Wir appellieren an die Einhaltung der Vorgaben – und werden diese konsequent kontrollieren.“ 

Rubriklistenbild: © Michael Westermann

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