Bundesweite Durchsuchungen 

Schlag gegen islamistische Szene – Mehrere Einsätze in Münster

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat den Verein Ansaar International verboten. Im Kampf gegen die islamistische Szene gab es auch Einsätze in Münster.

Münster – Das Verbot des salafistischen Vereins Ansaar International führte in mehreren Bundesländern in Deutschland zu Polizeieinsätzen. Auch in NRW rückten die Ermittler aus, um einige Wohnungen und Häuser nach verdächtigen Gegenständen zu durchsuchen. Am Mittwochmorgen sollen auch zwei Objekte in Münster näher untersucht worden sein.

StadtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Münster: Kampf gegen islamistische Szene – Schwerpunkt der Durchsuchungen in NRW 

Bei den beiden Hausdurchsuchungen in Münster, die zeitgleich im Norden der Domstadt über die Bühne gingen, soll es sich um Kontaktpunkte zu dem islamistischen Netzwerk gehandelt haben. Dabei sei auch der Staatsschutz beim Polizeipräsidium Münster im Einsatz gewesen, berichtet die WN. Über mögliche Festnahmen ist bisher nichts bekannt.

In Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen wurden Durchsuchungen durchgeführt, teilte das Bundesinnenministerium der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Der Schwerpunkt der Maßnahmen, der mehrere Dutzend Menschen betraf, lag in NRW.

Verbot des Vereins Ansaar International – 1000 Polizisten in Deutschland im Einsatz

Rund 1000 Polizeibeamte sollen an dem Einsatz gegen die islamistische Szene bundesweit im Einsatz gewesen sein. Ein hoher sechsstelliger Betrag wurde Medienberichten zufolge von den Ermittlern beschlagnahmt. Innenminister Horst Seehofer begründete das Verbot des salafistischen Vereins damit, dass Spendensammlungen von Ansaar in der Absicht erfolgt seien, diese an terroristische Vereinigungen im Ausland weiterzugeben, erklärte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Das Geld soll demzufolge an die Al-Nusra-Front in Syrien, die 2017 in der Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS) aufgegangen war, an die palästinensische Hamas und an Al-Shabaab in Somalia geflossen sein. Die Unterstützung komme diesen Vereinigungen teilweise direkt zugute. Zudem würden auch Hilfsprojekte unterstützt, „die jedoch unmittelbar zum Wirkungskreis der jeweiligen terroristischen Vereinigung zu zählen sind“.

Polizeibeamte stehen vor dem Gebäude des salafistischen Vereins Ansaar International in Düsseldorf.

Das Bundesinnenministerium vertritt die Auffassung, dass die Aktivitäten des Vereins Ansaar International gegen die verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland verstoßen. In die von Ansaar erschaffenen Einrichtungen im Ausland würden Kinder aus Deutschland geschickt, „um dort salafistisch-extremistische Inhalte zu verinnerlichen und zurück nach Deutschland zu tragen“, heißt es.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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