Ermittlungen

Kindesmissbrauch in Münster: 19 weitere Verdächtige ermittelt

Der Missbrauchsfall von Münster nimmt immer größere Dimensionen an: Während bereits der erste Gerichtsprozess angelaufen ist, sollen 19 weitere Personen in den Fall verwickelt sein.

+++ Lesen Sie alles rund um den Prozessauftakt gegen Adrian V. im Missbrauchskomplex Münster am 12. November.* +++

Münster – Im Kindesmissbrauchsfall von Münster gibt es weitere Entwicklungen. Nachdem bereits das erste Gerichtsverfahren gegen einen Angeklagten am Landgericht gestartet ist, wurden weitere Verdächtige ermittelt. Wie die Staatsanwaltschaft Köln bei einer Presseanfrage am Dienstag bekannt gab, gebe es 19 weitere Beschuldigte. Msl24.de* berichtet.

Stadt:Münster
Einwohnerzahl:315.293
Bundesland:NRW

Missbrauchsfall von Münster: Ermittlungen gegen 37 Verdächtige

Wie die Staatsanwaltschaft auf Nachfrage des WDR mitteilte, laufen derzeit Ermittlungen gegen insgesamt 37 Tatverdächtige aus ganz Deutschland und aus Österreich. Dies sei das Ergebnis der Auswertungen von Dateien, Bildern und Chats durch die Landesspezialeinheit für Internetkriminalität, die bei der Staatsanwaltschaft in Köln sitzt. Die Einheit unterstützt die Missbrauchs-Ermittlungen der Polizei in Münster* bei der Sichtung von Computerdaten und Internet-Chats.

Alle 37 Beschuldigten sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Sie sollen allesamt Verbindungen zum Missbrauchs-Netzwerk des Hauptangeklagten Adrian V. (27) haben. Derweil ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen einen weiteren Mann aus Köln sowie einen Franzosen, der im Saarland festgenommen wurde, wie der WDR weiter berichtet. Weitere Angaben zum Ermittlungsstand machte die Staatsanwaltschaft nicht. Wie jedoch der Spiegel mitteilt, seien Durchsuchungen geplant.

Erster Prozess im Missbrauchsfall von Münster läuft bereits

Das erste Verfahren im Missbrauchskomplex von Münster läuft seit dem 3. November: Auf der Anklagebank sitzt ein 53-Jähriger aus Norderstedt in Schleswig-Holstein. Er soll im Sommer 2019 den damals neunjährigen Ziehsohn von Adrian V. schwer missbraucht haben. Vor Gericht ließ sich der Angeklagte laut dpa-Bericht auf die Vorwürfe ein – der genaue Inhalt seiner Aussagen ist jedoch nicht bekannt. Die Anklageverlesung sowie die Aussage des 53-Jährigen liefen am Landgericht Münster aus Gründen des Opferschutzes unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch laut Staatsanwaltschaft Münster habe der Tatverdächtige bereits vor Prozessbeginn gestanden sowie weitere Angeklagte belastet.

Der Angeklagte aus Norderstedt im Gerichtssaal im Landgericht Münster.

Missbrauchsfall von Münster: Hauptprozess startet am Donnerstag

Der Hauptprozess gegen Adrian V. und vier weitere Angeklagte im Missbrauchsfall von Münster startet am Donnerstag (12. November).* Mit ihm auf der Anklagebank sitzen seine Mutter (45) sowie drei Männer aus Hannover (35), Staufenberg (30) und Schorfheide (42). Anfang November hatte die Staatsanwaltschaft Münster zudem Anklagen gegen weitere Tatverdächtige erhoben, unter anderem einen 30-Jährigen aus Hannover. Zudem soll ein 27-Jähriger aus Aachen in den Missbrauchskomplex aus Münster involviert sein.* Er soll zwei Kinder missbraucht haben.

Wenige Tage zuvor war außerdem eine weitere Anklage gegen den 42-Jährigen aus Schorfheide am Landgericht in Münster erhoben worden. Auf einem ausgewerteten Handyvideo war der Missbrauch eines Neunjährigen zu sehen, der durch den Mann verübt worden sein soll. Das Kind sei mit dem Tatverdächtigen entfernt verwandt. Dem Schorfheider wird nun zusätzlich vorgeworfen, das Kind für den Missbrauch betäubt zu haben.

Dieser Vorwurf wird ebenfalls Adrian V. gemacht. Zudem brachte die Auswertung von Handydaten drei weitere Taten ans Licht, die Adrian V. sowie einem bereits gesondert angeklagten Hannoveraner (50) zur Last gelegt werden. Der Fall aus Münster ist nach Lügde und Bergisch Gladbach der dritte große Missbrauchskomplex aus NRW der jüngsten Zeit – und die Ermittlungen laufen noch immer. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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