Ermittlungskommission Rose

Missbrauchs-Skandal in Münster: Weiterer Verdächtiger festgenommen

Am Donnerstag begann der Prozess im Fall des Missbrauchskomplexes in Münster (NRW) vor dem Landgericht. Am Tag darauf informierte die Staatsanwaltschaft über eine weitere Festnahme.

Münster – Wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichten, kam es im Rahmen der Ermittlungen zum Missbrauchskomplex aus Münster zu einer weiteren Festnahme. Der 35-jährige Verdächtige wurde am Freitagvormittag (13. November) in seiner Wohnung in Heiligenhaus festgenommen, wie msl24de* berichtet.

StadtMünster
Einwohner315.293
BundeslandNRW

Missbrauchsskandal in Münster zieht immer größere Kreise

Der Prozess gegen den Hauptangeklagten Adrian V. vor dem Landgericht in Münster begann am Donnerstag (12. November)*. Dem 27-Jährigen wird vorgeworfen, den damals neunjährigen Sohn seiner Lebensgefährtin über Jahre hinweg regelmäßig schwer missbraucht zu haben. Auch die Mutter des Beschuldigten sitzt auf der Anklagebank. Sie soll von den Taten gewusst und diese gutgeheißen haben.

Doch die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen Adrian V. aus Münster und sein engeres Umfeld*: Insgesamt wird in dem Fall gegen 37 Verdächtige ermittelt. Einer davon, der 35-Jährige aus Heiligenhaus, wurde nun festgenommen, nachdem gegen ihn bereits seit Juni 2020 ermittelt wurde. Damals bestand zwar noch kein dringender Tatverdacht, doch die Auswertung der Chatverläufe auf dem Handy des Hauptangeklagten aus Münster*, die jüngst zu zwei weiteren Anklagen geführt hatten, haben nun auch den Mann aus Heiligenhaus (Kreis Mettmann) schwer belastet.

Einer der fünf Angeklagten im Missbrauchsprozess aus Münster.

35-Jähriger im Missbrauchsfall Münster verhaftet

Aus den Chatverläufen mit dem Hauptangeklagten geht hervor, dass der Heiligenhauser sowohl in seiner eigenen Wohnung, als auch in Münster* schweren sexuellen Missbrauch an dem damals neunjährigen Jungen verübt hat. Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt äußert sich wie folgt zum Sachverhalt: „Der 35-Jährige wird beschuldigt, in der Zeit von Anfang September 2019 bis Anfang November 2019 einen heute elf Jahre alten Jungen in drei Fällen schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Taten sollen sowohl in Münster, als auch in der Wohnung des Beschuldigten in Heiligenhaus verübt worden sein. Bei dem Jungen handelt es sich um den Sohn der Lebensgefährtin des 27-jährigen Beschuldigten aus Münster.“

Die Staatsanwaltschaft Münster hatte im Vorfeld einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkt, der am Freitag vom Richter genehmigt wurde. Der 35-Jährige hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert, aktuell befindet er sich in Untersuchungshaft. (*Msl24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.)

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa-Pool/dpa

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