Dritte Amtszeit

Spannender Wahlabend in Münster: Markus Lewe bleibt OB

Markus Lewe (CDU) nach seinem Wahlsieg in Münster.
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Strahlender Sieger: Markus Lewe bleibt Münsters Oberbürgermeister.

Der Wechsel ist ausgeblieben: Münster hat mit einer knappen Mehrheit Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) im Amt bestätigt. Das Ergebnis hat gezeigt, wie geteilt die Domstadt ist.

Münster – Am Ende des Abends gab es den obligatorischen Blumenstrauß für den Gewinner: Markus Lewe wurde als Oberbürgermeister der Stadt bestätigt und geht nach der Stichwahl in seine dritte Amtszeit. Knapp 7000 Stimmen betrug der Vorsprung vor Peter Todeskino (Die Grünen).

OrtMünster
Einwohner315.293
OberbürgermeisterMarkus Lewe

Oberbürgermeister-Wahl in Münster: Peter Todeskino in der Stadtmitte beliebt

Der Unterlegene war auch einer der ersten, der dem Wahlsieger im Rathaus von Münster gratulierte. „Ich hoffe, er hat die Kraft, in den nächsten fünf Jahren durchzuregieren", so Todeskino. Der Herausforderer hatte es nicht geschafft, die Wähler für den Politikwechsel zu motivieren. Nur 52,6 Prozent der Wahlberechtigten gingen am Sonntag (27. September) an die Urne. Möglicherweise hätte es mehr stimmwillige Menschen gebraucht, um Markus Lewe, der vor zwei Wochen mit 44,6 Prozent der Stimmen in die Stichwahl gegangen war, vom Thron zu stoßen.

Peter Todeskino, der sich wenige Tage zuvor noch über die Wahlempfehlung der SPD Münster gefreut hatte, konnte vor allem in den Wahlbezirken in Münster-Mitte, traditionell grüne Hochburgen, punkten. Zwölf der 13 Wahlbezirke gingen an den Juristen – den Höchstwert schaffte er in Pluggendorf/Bahnhof mit 67,67 Prozent. Markus Lewe war indes in den Außenbezirken stark. In Hiltrup stimmten weit über 60 Prozent für den Amtsinhaber.

Münster nach der Kommunalwahl: Linke Mehrheit im Stadtrat

„Ich sehe dieses Ergebnis als Auftrag, zu klaren, stabilen Mehrheiten zu kommen“, sagte der Wahlsieger in seiner Rede. Diese Aufgabe könnte sich für Oberbürgermeister Markus Lewe schwieriger gestalten als es ihm lieb ist. Das linke Bündnis um SPD, Grüne und Linke hat im Stadtrat eine Mehrheit. Doch egal, ob Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Grün am Ende in Münster regieren wird: Der Einfluss der Grünen wird nach der Kommunalwahl spürbar sein.

Der neue und alte OB Markus Lewe (l.) mit seinem Konkurrenten Peter Todeskino.

Mit 30,25 Prozent ist die Partei mit Abstand zweitstärkste Kraft und besetzt 20 Sitze im Stadtrat – die Christdemokraten nur derer zwei mehr. Um das Thema „autofreie Innenstadt" wird Markus Lewe in den kommenden Jahren vermutlich nur schwer einen Bogen machen können. Das Wahlergebnis hat auch gezeigt: Münster ist eine zweigeteilte Stadt. Auf der einen Seite traditionell konservativ geprägt, auf der anderen Seite jedoch – vor allem auch durch den Einfluss als Studentenstadt – sehr ökologisch und progressiv.

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