Am Hauptbahnhof Münster

Keine Schuhe, löchrige Socken: 9-Jähriger sitzt frierend im Zug – Polizei greift sofort ein

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Die Polizei wartete bereits am Hauptbahnhof von Münster auf den Jungen.

Ein 9-Jähriger büxte am Montag aus dem Kinderheim aus und fuhr nach Münster: alleine, ohne Schuhe, mit löchrigen Socken. Der Grund für seine Aktion ist kurios. 

Münster – Der Vorfall am Montag (11. Februar) war selbst für die Bundespolizisten am Hauptbahnhof kein "ganz alltäglicher Einsatz", wie die Beamten berichten. 

Gegen 13.25 Uhr meldete sich der Zugbegleiter des RE 13215 bei der Einsatzleitstelle und teilte den Einsatzkräften mit: "Auf der Zugfahrt von Wanne-Eickel nach Münster fährt ein allein reisendes Kind ohne Schuhe mit."

Münster: Polizisten warten bereits am Hauptbahnhof

Als der Zug am Hauptbahnhof von Münster einfuhr, wartete die Streife der Bundespolizei bereits am Bahnsteig auf das Kind. Dem 9-Jährigen war sichtbar kalt, denn er hatte keine Schuhe an – sondern nur "völlig durchnässte und durchlöcherte Socken", berichten die Beamten. 

Die Polizisten nahmen den frierenden Jungen in Schutzgewahrsam und brachten ihn auf die Wache. Dort machten sie ihm nach eigenen Angaben einen "heißen Kakao zum Aufwärmen". Die Beamten fanden bald heraus, dass der Minderjährige aus einem Kinderheim in Herne ausgebüxt war. 

Die Bundespolizei nahm den Jungen am Hauptbahnhof von Münster in Empfang.

Mit dem Zug nach Münster – wegen Fernsehverbots

Der Grund: "Er konnte sich mit einem konsequent belegten Fernsehverbot absolut nicht einverstanden erklären", geben die Polizisten wieder. Deshalb entschloss sich der 9-Jährige auf Socken für einen Protestzug: Er marschierte zum Bahnhof Wanne-Eickel und fuhr dann weitere 70 Kilometer nach Münster – "nichts ahnend, dass diese Idee doch ziemlich nass und kalt enden würde", heißt es in der Pressemitteilung der Bundespolizei.

Über die Bahnhofsmission Münster wurden dem Jungen noch warme Stricksocken und festes Schuhwerk organisiert, die dem 9-Jährigen sichtlich gefielen. Wohl gewärmt wurde er schließlich durch einen Erzieher der Heimeinrichtung aus der Wache der Bundespolizei abgeholt und zurück gebracht.

Auch auf einer anderen Strecke kam es neulich zu einem Zwischenfall, bei dem ein Mann sogar verletzt worden ist: Im Zug von Münster nach Osnabrück gingen Betrunkene aufeinander los –  mit über 2,4 Promille. Das Opfer erlitt eine Platzwunde. 

Bei einem Einsatz in der Domstadt wurden Polizisten angegriffen: Ein "Brutalo" ging am Hauptbahnhof in Münster mit einer Flasche auf den Streifenwagen los. Dann ergriff er die Flucht. 

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