Nach Corona-Gipfel

Coronavirus in NRW: Gastronomie, Kitas, Schulen – umfassende Lockerungen kommen

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beschlossen weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen. Armin Laschet trifft in NRW sehr weitreichende Lockerungen.

  • Am Mittwoch beriet sich Angela Merkel mit den Länderchefs.
  • Es wurden weitere Lockerungen trotz des grassierenden Coronavirus Sars-CoV-2 beschlossen.
  • Die neuen Maßnahmen betreffen Schulen, Kitas und die Gastronomie.

Düsseldorf/Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) besprach am Mittwoch (7. Mai) erneut mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer das weitere Vorgehen in Sachen Coronavirus. Nachdem bereits erste Geschäfte und Schulen öffnen durften, wurden nun weitere Lockerungen beschlossen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) wird es sogar weitere Öffnungen geben. 

Coronavirus in NRW: Kitas, Schulen und Gastronomie – die Lockerungen in der Übersicht

Bereits im Vorfeld waren die Maßnahmen durch ein Beschlusspapier, das einzelnen Medien vorlag, bekannt geworden (wir berichteten in einem Live-Ticker zu der Coronavirus-PK von Angela Merkel). Merkel und die Länderchefs, unter anderem Armin Laschet (CDU) aus NRW, einigten sich auf folgende Lockerungen in der noch immer anhaltenden Coronavirus-Pandemie:

  • Die Länder entwickeln ein Konzept für die Öffnung sämtlicher Geschäfte, unabhängig von der Größe.
  • Für Kitas und Schulen wird ebenfalls in den einzelnen Ländern ein Konzept entwickelt.
  • Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel, zum Beispiel Tennis oder Golf, soll bald wieder starten dürfen.
  • Die Bundesliga nimmt den Spielbetrieb ab dem 15. Mai wieder auf.
  • Menschen in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen dürfen wieder regelmäßigen Besuch bekommen dürfen, allerdings von nur einer festen Person.
  • Auch das Kontaktverbot wird gelockert: Menschen dürfen sich nun mit mehr als einer Person treffen.
  • Den Ländern wird empfohlen, die Gastronomie zwischen dem 9. und 22. Mai wieder hochzufahren.
  • Die Länder sollen über eine Erlaubnis für innerdeutschen Tourismus entscheiden.
  • Abstandsregeln und Maskenpflicht gelten jedoch weiterhin, bis mindestens zum 5. Juni.
  • Großveranstaltungen bleiben weiterhin bis zum 31. August untersagt.

Coronavirus in NRW: Armin Laschet begrüßt Lockerungen auf regionaler Ebene

Mit den neusten Entscheidungen in Sachen Coronavirus gewährt der Bund den Ländern wieder mehr Eigenverantwortung. Bei vielen Themen müssen die Länderregierungen nun eigene Konzepte vorlegen, zum Beispiel bei Gastronomie, Tourismus, Kitas und Schulen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet begrüßte, dass den Ländern so mehr Entscheidungsgewalt gewährt werde.

Es sei ein wichtiges Gespräch gewesen zwischen Bund und Ländern, sagte NRW-Chef Laschet. Doch es sei nun an der Zeit, "die Schäden des Lockdown", der wegen des Coronavirus beschlossen wurde, zu minimieren. Dabei lobte er, dass nun "regionale Lösungen in Zukunft das Infektionsgeschehen kontrollieren" würden und auf Länderebene passende Lockerungen beschlossen würden. "Unsere Regelungen müssen zielgerichtet und verhältnismäßig sein und das regional höchst unterschiedliche Infektionsgeschehen anerkennen und abbilden. Diese Auffassung war heute Konsens", sagte Laschet in einer Pressemeldung des Landes NRW.

Coronavirus: Restaurants, Kinos, Sportstudios – die Lockerungen in NRW

Laschet stellte noch am selben Tag den Lockerungsplan für NRW während der noch anhaltenden Corona-Pandemie vor. Der Plan umfasst unter anderem folgende Beschlüsse:

  • Ab dem 11. Mai wird das Kontaktverbot gelockert. Dann dürfen sich im öffentlichen Raum die Angehörigen zweier Haushalte treffen.
  • Abstandsregeln und Maskenpflicht gelten weiterhin in bestimmten Bereichen.
  • Gastronomie, Tourismus und Hotelgewerbe werden stufenweise geöffnet. Ab dem 11. Mai darf die Gastronomie unter der Einhaltung von Hygienebestimmungen und Abstandsregeln wieder Gäste im Innen- und Außenbereich bewirten. Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Campingplätze dürfen öffnen, ebenso Freizeitparks, Ausflugsschiffe, Tourist-Informationen, Fahrrad- und Bootsverleihe.
  • An Christi Himmelfahrt (21. Mai) dürfen Hotels wieder öffnen – unter strenger Einhaltung eines Hygieneschutzkonzeptes sowie der Gewährleistung von Abstandsregelungen und Kontaktbeschränkungen.
  • Ab Pfingsten (30. Mai) sollen Thermen und Schwimmbäder, Spaßbäder und Wellness-Einrichtungen unter passgenauen Infektionsschutzkonzepten wieder öffnen dürfen.
  • Bars, Clubs, Diskotheken und Bordellbetriebe bleiben jedoch weiterhin geschlossen.
  • Ab dem 11. Mai dürfen alle Geschäfte, unabhängig von der Ladengröße, wieder öffnen.
  • Für Massagestudios, Kosmetiker und Tattoo-Studios wird die Landesregierung Bestimmungen erarbeiten, die Lockerungen ermöglichen sollen.
  • Ab dem 7. Mai ist Sport- und Trainingsbetrieb im kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport unter freiem Himmel wieder erlaubt. Dusch-, Wasch-, Umkleide-, Gesellschafts- und sonstige Gemeinschaftsräume dürfen allerdings nicht benutzt werden. Zuschauerbesuche sind weiterhin verboten, Kinder unter 12 Jahren brauchen eine erwachsene Begleitperson.
  • Ab dem 11. Mai dürfen Fitnessstudios, Tanzschulen und Sporthallen/Kursräumen der Sportvereine wieder öffnen.
  • Ab dem 20. Mai dürfen Freibäder wieder öffnen.
  • Kleinere Konzerte und andere öffentliche Aufführungen unter freiem Himmel sind ab dem 30. Mai wieder erlaubt. Unter strengeren Regelungen sind sie auch in geschlossenen Gebäuden möglich.
  • Ebenfalls ab dem 30. Mai dürfen Kinos, Theater, Opern und Konzerthäuser wieder öffnen. Es muss jedoch ein Zutrittskonzept vorliegen und der Abstand von 1,50 Meter gewährleistet sein.

Coronavirus in NRW: Die Lockerungen für Kitas und Schulen

Auch für die weitere Öffnung von Schulen und Kitas legte NRW-Chef Laschet ein Konzept vor. So gilt für die Viertklässler ab dem 7. Mai bereits wieder Präsenzunterricht. Die Jahrgangsstufen 1 bis 4 sollen dann im tageweisen Wechsel unterrichtet werden. Ab dem 11. Mai kehren zudem die angehenden Abiturienten des kommenden Schuljahres 2020/2021 zur Schule zurück, an den Schulformen der Sekundarstufe I dann die Jahrgänge 5 bis 9 in einem "tageweise rollierenden System".

Ab dem 26. Mai gilt der Präsenzunterricht für die Jahrgänge 5 bis hin zu den Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase dann an Gymnasien und der Gesamtschule. Wann Kitas in NRW geöffnet werden, wird Joachim Stamp (FDP), Familienminister in NRW, noch in dieser Woche vorstellen. Eine vollständige Liste der Lockerungen in NRW finden Sie auf der Homepage der Landesregierung NRW.

Coronavirus in NRW: Lockerungen dank Handeln der Bürger, lobt Laschet

In unserem Newsticker informieren wir Sie über die wichtigsten Neuigkeiten rund um die Entwicklung des Coronavirus in NRW. Für die nun beschlossenen Lockerungen gebühre der Dank vor allem den Bürgern in NRW, die sich an den Lockdown und die Beschränkungen wegen des Coronavirus gehalten hätten, urteilte Laschet am Mittwoch.

"Die gute Entwicklung der Infektionszahlen heute ist der Verdienst des verantwortungsvollen Handelns der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen, denen ich hierfür danke", sagte NRW-Chef Laschet weiter zum Umgang der Menschen mit dem Coronavirus und den Beschränkungen. "Aber es ist leider noch keine Garantie für die Zukunft. In diesem Geist setzen wir in Nordrhein-Westfalen den verantwortungsvollen Kurs der stufenweisen Öffnung in den kommenden Wochen fort." 

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet forderte bereits zuvor weitere Lockerungen nach dem Coronavirus-Lockdown.

Rubriklistenbild: © Fotomontage: dpa/Monika Skolimowska

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