Protestaktion am Hansaring 

"Park(ing) Day" in Münster: Der Tag, an dem Parkplätze zu Parks werden

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Viel Fläche, wenig Möglichkeiten: Beim "Park(ing) Day" 2019 in Münster wollen die Veranstalter zum Diskus über den öffentlichen Raum anregen (Symbolbild). 

Parks statt Parkplätze: Am Freitag müssen die Anwohner und Anlieger am Hansaring für den "Park(ing) Day" auf die Buchten für Autos verzichten – sonst werden sie abgeschleppt. 

  • "Park(ing) Day" 2019 in Münster
  • Freitag, 12 bis 20 Uhr am Hansaring
  • Halteverbot für Autofahrer

Münster – Wie viel Fläche steht dem Autoverkehr zu? Die Organisatoren des "Park(ing) Day" am Freitag (20. September) wollen die Menschen der Domstadt dazu anregen, über diese Frage nachzudenken – und über die Nutzung und Gestaltung des öffentlichen Raumes der Westfalenmetropole zu diskutieren. 

"Wir möchten aufzeigen, wie Verkehrsflächen anders genutzt werden können. Wir möchten den Bürgern bewusst machen, dass sie ihre Stadt mitgestalten, mitbestimmen und sie sich zurückerobern können", erklären die Organisatoren aus Münster auf ihrer Webseite. 

Doch bei vielen Menschen hat die Ansage, dass es einen Tag, an dem zahlreiche Parkplätze im Hansaviertel gesperrt sind, für Empörung gesorgt – nicht nur unter den Anwohnern. In einem Kommentar erklärt unsere Autorin, dass das eigentliche Ziel der Aktivisten beim "Parking Day" in Münster zwar sinnvoll ist – aber nicht deutlich genug kommuniziert wurde. 

Freie Flächen beim "Park(ing) Day" 2019 in Münster

Die Aktion hatte ihr Premiere bereits 2005 in San Francisco und findet seitdem jedes Jahr im September statt. An diesem Tag werden zahlreiche Parkplätze im öffentlichen Straßenraum für kurze Zeit umgewandelt – in grüne Oasen, Gastronomie- und Sitzfläche, Spielwiesen sowie Diskussionsorte. 2009 wurde so auch der Times Square in New York City in eine Fußgängerzone umfunktioniert.

Seit 2017 findet der "Park(ing) Day" auch in Münster statt. In diesem Jahr konzentriert sich die Aktion aber erstmalig auf den Hansaring, der sich spätestens seit dem Platanen-Protest in Münster als Aktionsfläche anbietet. Zwar können Teilnehmer auch an anderen Orten der Stadt ihren "Park" aufbauen, dann müssen sie sich allerdings selbst um die Anmeldung für das Projekt kümmern.

Denn bei der Aktion blockieren die Teilnehmer nicht einfach öffentliche Flächen, sondern lassen die Parkplätze, deren Anzahl in Münster ab 2020 geregelt wird, am Hansaring zuvor räumen. Dazu müssen Halteverbotsschilder aufgestellt werden – doch die Polizei in Münster hatte es den Organisatoren zur Auflage gemacht, selber für die Errichtung zu sorgen. 

500 Teilnehmer beim "Park(ing) Day" 2019 in Münster erwartet

Dagegen hatten die Veranstalter allerdings in einem Eilverfahren geklagt – und vom Verwaltungsgericht in Münster die Zustimmung erhalten. Da die Schilder aber per Gesetz mindestens 72 Stunden vor dem Event aufgestellt sein müssen, kommt die Polizei nun in Zeitnot. Die Hinweise sind aber wichtig, denn alle Autos, die am Freitag in dem Bereich zwischen der Bremer Straße und Emdener Straße parken, werden abgeschleppt.

Damit sind die Vorbereitungen für den "Park(ing) Day" in Münster in vollem Gange. Los geht's am Freitag um 12 Uhr: Dann ist die Straße auf einer Länge von 500 Metern für den Verkehr gesperrt, die Parkflächen sind bis 20 Uhr von Autos befreit und umgestaltet. Die Veranstalter erwarten rund 500 bis 800 Teilnehmer, die sich an der Aktion beteiligen werden.

Zeitgleich findet übrigens auch die Aktion "10.000 fürs Klima" der "Fridays For Future"-Bewegung statt. Diese will am Freitag die "kritische Masse" auf die Straße bringen. Während die Innenstadt von Münster und der Hansaring also für den Automobilverkehr gesperrt ist, bleiben die Radwege aber geöffnet. Deshalb wird die Innenstadt in Münster für Busse gesperrt. Am Tag danach, dem Samstag, findet eine weitere Veranstaltung für die Umwelt statt: der World Cleanup Day. Doch bislang haben sich nur wenige Teilnehmer gefunden – obwohl das Ziel des Tages ist, 380 Millionen Menschen weltweit zum Müllsammeln zu bewegen.

Am Hafen steht seit vielen Monaten eine große Baustelle. Das Projekt Hafencenter könnte jedoch vor dem Aus stehen. Die Grünen betonten, dass das Viertel in Münster keinen Supermarkt benötige.

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