Rechtsextremismus

Polizist aus Münster mit Nazi-Aufnäher auf Anti-Israel-Demo: Ermittlungen eingeleitet

Poizist mit Polizeiauto
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Gegen einen Polizisten aus Münster wird derzeit ermittelt. (Symbolbild)

In Münster kam es am Samstag zu antiisraelischen Protesten in der Innenstadt. Ein Polizist fiel durch seinen Wehrmachts-Aufnäher auf.

Münster – Etwa 600 Menschen hatten sich am vergangenen Samstag (12. Mai) zu einer pro-palästinensischen Demonstration vor dem Hauptbahnhof in Münster versammelt. Dabei soll es auch zu antisemitischen Anfeindungen seitens der Demonstranten gekommen sein. Die Polizei bewachte den Protest mit einer Hundertschaft. Wie nun herauskam, fiel einer der Beamten mit einem Nazi-Aufnäher auf.

Wie das Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND) berichtet, ermittelt die Polizei Münster derzeit gegen einen ihrer Beamten der Bereitschaftspolizeihundertschaft. In der Fahrerkabine eines Einsatzfahrzeugs war ein Rucksack mit Wehrmachts-Aufnäher zu sehen, auf dem zusätzlich der Schriftzug „Panther Panzerkampfwagen V“ abgebildet war.

StadtMünster
Einwohner313.000
BundeslandNRW

Polizist aus Münster mit Nazi-Aufnäher gesichtet: Polizeipräsident zeigt sich betroffen

Bei dem auf dem Aufnäher abgebildeten Wehrmachtspanzer handelt es sich um einen Panzer, der von den Nazis im Zweiten Weltkrieg zwischen 1943 und 1945 eingesetzt worden war. Polizeipräsident Falk Schnabel hat bereits angekündigt, den Vorfall zu überprüfen. „Dass ein Angehöriger der Polizei im Dienst eine Abbildung eines Wehrmachtspanzers bei sich getragen haben soll, hat mich sehr betroffen gemacht“, sagte er. Gegen den Mann werde mittlerweile ermittelt, hieß es.

„Alle Zeichen und Symbole, die Zweifel an einer neutralen und rechtsstaatlichen Aufgabenerfüllung durch die Polizei aufkommen lassen, sind für uns inakzeptabel. Der Vorfall muss nun unverzüglich aufgeklärt und disziplinar- und strafrechtlich bewertet werden“, betonte der Polizeipräsident aus Münster weiter. Neben einer disziplinarrechtlichen und strafrechtlichen Prüfung sollen laut Informationen des RND auch eine Bewertung durch den polizeilichen Staatsschutz erfolgen.

Münster: Polizist war für Schutz israelischer Einrichtungen zuständig

Der Polizist, der der Besitzer des Rucksacks mit dem Nazi-Aufnäher war, soll am vergangenen Samstag bei der Anti-Israel-Demo Beamter der 17. Bereitschaftspolizeihundertschaft gewesen sein. Neben der Verhinderung möglicher Auseinandersetzungen war er auch dafür eingesetzt, jüdische Einrichtungen gegebenenfalls zu schützen. Zu antisemitischen Ausfällen war es in der Domstadt bereits Tage zuvor gekommen, als mehrere junge Männer vor einer Synagoge in Münster eine Israel-Flagge verbrannt hatten.

Bei der Polizei in Deutschland werden immer wieder Fälle über rechtsextreme Beamten aufgedeckt. In NRW stehen derzeit 30 Personen unter Verdacht, an einer rassistischen Whatsapp-Gruppe teilgenommen zu haben. In Nordrhein-Westfalen durfte kürzlich eine Polizistin in ihren Job zurückkehren, obwohl sie sich an einer Rechtsextremen-Chatgruppe beteiligt hatte.

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