2. Prozesstag 

Hat er seine Ex-Frau angezündet? Staatsanwaltschaft appelliert in Mordprozess an Hotel-Manager 

+
Der Angeklagte verbarg am ersten Tag des Prozesses sein Gesicht vor den Kameras. 

Der versuchte Mord an seiner Ex-Frau wird einem 36-jährigen Hotelier aus Münster vorgeworfen. Vor Gericht riet der Staatsanwalt ihm zu einem Geständnis.

  • Wegen versuchten Mordes muss sich ein 36-Jähriger vor dem Landgericht Münster verantworten.
  • Der ehemalige Hotel-Manager soll seine Ex-Frau mit Benzin begossen und angezündet haben.
  • Am zweiten Prozesstag riet der Staatsanwalt dem Angeklagten zu gestehen. 

Update: 9. März. Drei Wochen nach dem ersten Verhandlungstag wurde ein Prozess wegen versuchten Mordes weitergeführt. Dem ehemalige Manager des B&B-Hotels in Münster wird vorgeworfen, seine Ex-Frau angezündet und ihr so schwerste Verbrennungen zugefügt zu haben. 

Der Angeklagte wollte sich auch am zweiten Tag des Mordprozesses nicht zu den Vorwürfen äußern. Gegenüber der Polizei hatte er zunächst angegeben, dass ein technischer Defekt das Feuer in seiner Wohnung, die sich im Hotel befand, in Münster verursacht hatte. Diese Aussage wurde jedoch von einem Brandsachverständigen unmittelbar nach dem Vorfall widerlegt. Während der Verhandlung machte der Angeklagte sich Notizen und folgte den Ausführungen aufmerksam. 

Der 36-Jährige, der zuletzt in Münster wohnte, ist bereits vier Mal in den vergangenen fünf Jahren straffällig geworden. Zwei Mal wurde er wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen verurteilt. Darüber hinaus wurde er wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln sowie wegen versuchter Nötigung verurteilt. Sollte das Gericht nun davon überzeugt sein, dass der ehemalige Hotelier für den versuchten Mord an seiner Ex-Frau verantwortlich ist, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. 

Der Staatsanwalt wandte sich daher persönlich an den Angeklagten, um ihn seine Situation deutlich zu machen: Er erklärte, dass bestimmte Umstände bei einer Tat sich vor Gericht strafmildernd auswirken können. Da das Opfer durch die Verbrennungen sehr stark geschädigt wurde, könne nun jedoch nur noch ein Geständnis des 36-Jährigen für solche mildernden Umstände sorgen. In diesem Fall müsste seine Ex-Frau nicht durch eine Befragung in dem Prozess in Münster erneut traumatisiert werden. 

Der Angeklagte nahm dies emotionslos zur Kenntnis. Sollte das Gericht bei ihm eine besondere Schwere der Schuld feststellen, würde das bedeuten, dass der 36-Jährige nicht nach den bei Mord üblichen 15 Jahren aus der Haft entlassen werden kann. "Es hängt extrem viel daran, ob sie hier ein Geständnis ablegen", beendete der Staatsanwalt seinen Vortrag am Landgericht Münster

Hat er seine Ex-Frau angezündet? Prozessauftakt gegen Hotel-Manager in Münster

Erstmeldung: 14. Februar. Münster – Einem 36-Jährigen wird seit Freitag (14. Februar) der Prozess gemacht: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seine Ex-Frau in Münster mit Benzin übergossen und dann angezündet zu haben. Der Angeklagte habe dabei nicht nur ihren Tod beabsichtigt, sondern auch in Kauf genommen, dass die 150 Menschen, die sich zu der Zeit im selben Gebäude aufhielten, zu Schaden kommen. Denn: Der Angeklagte ist der Leiter des B&B-Hotels am Albersloher Weg gewesen. 

Münster: Angeklagter soll Ex-Frau angezündet haben

Mit seiner Frau, von der er in Scheidung lebte, war er am Tag vor der Tat im vergangenen August aus dem Urlaub wiedergekommen. Die 42-Jährige sollte bei ihrem Ex-Mann übernachten. Sie habe sich für ein romantisches Bad umziehen wollen, so der Staatsanwalt bei dem Prozess in Münster. Als sie nur noch in Unterwäsche im Schlafzimmer stand, hatte der Angeklagte sie plötzlich mit dem flüssigen Brennstoff überschüttet und in Flammen gesetzt. 

Das Opfer, das mit dem Angeklagten einen gemeinsamen Sohn hat, konnte sich nur mühsam zur Wohnungstür schleppen, die der 36-Jährige zuvor abgeschlossen hatte. Dort brach sie zusammen. Die Wohnung befindet sich innerhalb des Hotels in Münster, für das der Mann zu diesem Zeitpunkt verantwortlich war. Er wurde wenige Tage nach dem Brand in Münster festgenommen

Fotostrecke: Hat er seine Ex-Frau angezündet? Hotelier vor Gericht 

 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefani e Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de
 © Stefanie Masuch / msl24.de

Opfer ist bei Brand in Münster nur knapp dem Tod entkommen

Nur durch das schnelle Alarmieren der Feuerwehr durch unbekannte Zeugen konnte die 42-Jährige überhaupt überleben. Inzwischen hatte sich der Brand auf die gesamte Wohnung ausgebreitet. Auch der Angeklagte wurde dabei leicht verletzt. Sein Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen und musste in eine Spezialklinik für Brandopfer gebracht werden. Dort wurde sie mehrere Wochen in ein künstliches Koma versetzt. 45 Prozent ihrer Hautoberfläche wurden verbrannt – die Frau wird ihr Leben lang entstellt bleiben, wie der Staatsanwalt in Münster dem Angeklagten vorwirft. 

Der 36-Jährige nimmt die Verlesung der Anklage ohne Regung hin. Zwischendurch bespricht er sich mit seiner Anwältin. Er hat sich schick gemacht für den Prozess: Ein dreiteiliger Anzug und eine modische Brille verleihen ihm das Aussehen eines Modeberaters. Wie die Richterin bei dem Prozess in Münster sagte, erwarten ihn, wenn er schuldig gesprochen wird, mindestens drei Jahre Haft, maximal zehn. 

Motiv noch unklar – Prozess in Münster wird fortgesetzt

Am zweiten Prozesstag in Münster soll der Angeklagte sich selbst zu den Vorwürfen äußern. Bei der Vernehmung durch die Polizei hatte er den Mordversuch bislang nicht zugegeben. Es ist auch immer noch nicht klar, mit welchem Motiv der 36-Jährige gehandelt haben könnte. Die Verhandlung wird am 9. März fortgesetzt.

Ein anderer Fall wird künftig auch vor dem Landgericht verhandelt werden: Dabei handelt es sich ebenfalls um einen versuchten Mord. Eine Mutter und ihre Tochter sprengten ihr Wohnhaus in Münster in die Luft, um der Zwangsräumung zu entgehen. Dabei gab es mehrere Verletzte. Zwei Pferde mussten anschließend eingeschläfert werden.

Begonnen hat nun ein weiterer Prozess: Ein 52-Jähriger soll seine Tante aus Münster ermordet haben. Bislang schweigt der Angeklagte. Um Missbrauch geht es indes in diesem Fall: An seiner eigenen Tochter soll sich ein Mann aus Lengerich nahe Münster vergangen haben. Zum Prozessauftakt gestand er die Taten. 

Auch interessant

Kommentare