Zeuge verhindert Schlimmeres

"Ihr Kanaken! Wir kommen wieder!": Rassistischer Anschlag in Münster geplant?

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Die Polizei ermittelt nach einem versuchten Brandanschlag auf ein Obdachlosenheim. (Symbolbild)

Entging Münster nur knapp einem rassistischen Anschlag? Diese Vermutung liegt derzeit nahe. Linke stellen derweil eine Forderung an die Polizei.

  • Offenbar rassistischer Anschlag vereitelt
  • Polizei Münster ermittelt
  • Linke fordert, eindeutiges Tatmotiv zu benennen

Münster – Entgingen Bewohner eines Obdachlosenheims vergangene Woche nur knapp einem Anschlag? Am 16. Juli wurden am Gebäude auf der Nieberdingstraße zwei Männer gesehen, die den Eingang der Unterkunft mit mehreren Müllcontainern blockierten.

Ein Zeuge sah die Männer durch sein Fenster und sprach sie an. Daraufhin flüchtete das Duo in einem silbernen Kombi zum Albersloher Weg. In Richtung der münsterischen Unterkunft soll einer der Tatverdächtigen noch die Drohung "Ihr Kanaken! Wir kommen wieder!" gerufen haben.

Anschlag in Münster? Linke fordern Motiv zu benennen

Das Gebäude an der Nieberdingstraße war ursprünglich eine Flüchtlingsunterkunft – wird derzeit jedoch als Obdachlosenheim genutzt. Die Polizei schließt nicht aus, dass der Vorfall am 16. Juli im Zusammenhang mit der Nutzung als Flüchtlingsheim steht. "Der Staatsschutz im Polizeipräsidium Münster hat daher die Ermittlungen aufgenommen", heißt es.

Derweil fordert die Antifaschistische Linke Münster von den Ermittlern, das rassistische Tatmotiv klar zu benennen. Zusammen mit den durch den Zeugen dokumentierten rassistischen Parolen ergibt sich ein eindeutiges Bild von der Motivation der Täter.", so Merle Linkowski, Pressesprecherin der Antifaschistischen Linken. Derweil ermittelt die Polizei nun auch wegen Brandstiftung, nachdem ein Studentenwohnheim in Münster in Flammen stand. Auch hier wurden zwei Personen in der Nähe gesehen.

Tatverdächtige aus Münster werden gesucht

Gegenüber den WN betonte Carsten Peters vom DGB-Stadtverband: "Was dort geplant war, darf nicht kleingeredet werden." Die Polizei Münster nimmt Hinweise unter 0251/27 50 entgegen und hat eine Täterbeschreibung veröffentlicht:

  • die Männer waren etwa 1,80 bis 1,90 Meter groß
  • überwiegend schwarz gekleidet
  • eine Person war korpulent, die andere dünn
  • Letztere trug einen roten Kunststoffbehälter mit sich

Hin und wieder kommt es in der Domstadt zu rassistischen Vorfällen. So marschierten vor einigen Monaten auf einem Friedhof in Münster Rechte mit Fackeln und Reichsflaggen. Die Ablehnung gegen Rechtsextremismus ist in der Stadt groß. Vergangenes Jahr demonstrierten Tausende Menschen in Münster gegen rechten Hass.

Auch in Westerkappeln ermittelt nun der Staatsschutz: Unbekannte hatten ein Hakenkreuz an ein Gebäude gesprüht. Ermittelt wird auch in der Domstadt wegen Volksverhetzung: Nach einem Vorfall in Münster ist der Staatsschutz eingeschaltet worden. Auch in diesem Fall ermittelt der Staatsschutz: Ein Jugendlicher aus Guinea wurde in Borken attackiert. Die Polizei sucht nach einem wichtigen Zeugen.

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