Protest angekündigt

Kleine Gruppe Rechtsradikaler will Kundgebung in Münster abhalten – und sagt dann ab

Sie nennen sich patriotische Opposition, streuen jedoch Verschwörungstheorien und rechtes Gedankengut. Nach einer erfolglosen Kundgebung in Münster wollten sie es noch einmal versuchen.

Update: 10. Juni. Die für kommenden Freitag (11. Juni) an der Stubengasse in Münster geplante Kundgebung der rechtsradikalen Vereinigung „Patriotic Opposition Europe“ (POE) wurde abgesagt. Zu diesem Schritt entschlossen sich die Veranstalter „aufgrund der Vorkomnisse (sic!) der letzten Woche und der massiven Anfeindungen“, wie es in einem Facebook-Post heißt. Ob die maue Teilnehmer-Anzahl der letzten Kundgebung ein weiterer Grund für die Absage ist, bleibt ungeklärt.

Rechtsradikale wollen Kundgebung in Münster abhalten

Erstmeldung: 9. Juni. Münster – Die Kräfteverhältnisse waren eindeutig: Auf der seinen Seite standen am vergangenen Freitag (4. Juni) ein knappes Dutzend Menschen der sogenannten „Patriotic Opposition Europe“ (POE) für eine Kundgebung auf der Stubengasse in Münster. Dem stellten sich knapp 150 Menschen zu einer Gegendemonstration entgegen.

Zu der rechten Kundgebung hatten der Youtuber Kevin Gabbe, der sich selbst als „aktiver patriotischer Aktivist und Blogger“ bezeichnet, sowie Markus Rahmsdorf, der zuvor im Umfeld der Alternative für Deutschland (AfD) in Münster als Sicherheitsmitarbeiter aktiv war, geladen. Viele Menschen konnten sie jedoch nicht mobilisieren – die Gegenseite hingegen schon.

Bündnis aus Münster stellt sich gegen rechte Verschwörungstheoretiker

„Münster hat heute erneut gezeigt, dass es ein schlechtes Pflaster für die extreme Rechte ist“, sagte Carsten Peters von „Keinen Meter den Nazis“ anschließend. Das Bündnis hatte im Vorfeld zu den Protesten gegen die rechten Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner aufgerufen. Nun will die POE erneut eine Kundgebung in der Domstadt abhalten. Diese ist für Freitag (11. Juni) um 16 Uhr geplant, „trotz des Reinfalls“ vor wenigen Tagen, wie das linke Bündnis hämisch kommentiert.

Daher ruft „Keinen Meter den Nazis“ erneut dazu auf, sich gegen die Rechtsradikalen auf der Straße zu positionieren. Das Bündnis attestiert der POE eine Offenheit für die extreme Rechte. „Wir haben immer gesagt, dass diese Szene mit ihren (strukturell) antisemitischen Verschwörungserzählungen offen für die extreme Rechte und mit dieser inhaltlich oft auf der gleichen Wellenlänge ist“ so Carsten Peters, dessen Bündnis sich vor einigen Wochen in Münster einer Querdenker-Demo in den Weg gestellt hatte.

 

Rubriklistenbild: © Sohrab Dabir/msl24.de

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