Neue Regel soll 2020 in Kraft treten

Stadt will mehr Parkplätze verhindern: Was die neue Verordnung für Münster bedeutet

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Die Anzahl der Parkplätze, die für jedes Gebäude zur Verfügung stehen, sollen in einer neuen Verordnung definiert werden. (Symbolbild)

Wie viele Parkplätze sollen Mieter auf dem Grundstück zur Verfügung gestellt bekommen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Stadtrat in Münster und will so verhindern, dass eine landesweite Verordnung durchgesetzt wird.

  • Stadt Münster will neue Stellplatzverordnung beschließen
  • Damit will sie die Landesverordnung umgehen
  • Anzahl der Parkplätze pro Gebäude werden geregelt

Münster – Nicht nur der Wohnraum in der Domstadt ist knapp – vor allem auch die Parkplätze. Während in der Innenstadt Autofahrer um jeden Zentimeter kämpfen, an dem sie ihren Wagen abstellen können, sind auch vor der eigenen Haustür die Stellplätze nicht immer gesichert. Eine neue Verordnung soll nun genaue Regeln für die Anzahl der Plätze pro Wohnung definieren.

Im vergangenen Jahr hat das Land NRW eine neue Bauordnung ins Leben gerufen, die Städten und Kommunen die Möglichkeit bietet, eigene Stellplatzsatzungen aufzustellen. Wird dieses Recht nicht wahrgenommen, kommt automatisch die Landesverordnung zum Tragen – und diese möchte die Stadt Münster nun umgehen.

Neue Parkplatzverordnung in Münster: Stadt will Stellplätze gering halten

Durch die Landesverordnung würde sich nämlich die Anzahl der Parkplätze in Münster gegenüber der derzeitigen Praxis deutlich erhöhen. Daher will der Rat der Stadt am 11. Dezember dieses Jahres eine eigene Regelung einführen und die Stellplatzverordnung den Gegebenheiten der Domstadt anpassen.

Die auf die Stadt Münster angepasste Verordnung soll mehrere Vorteile bringen, heißt es in einer Beschlussvorlage. Die neue Regelung soll:

  • erprobte quantitative und qualitative Standards für Fahrradabstellanlagen rechtlich verbindlich sichern
  • neu eingeführte rechtliche Möglichkeiten zur Stärkung des Radverkehrs berücksichtigen
  • einer weiteren Verlagerung des ruhenden Verkehrs in den öffentlichen Raum entgegenwirken
  • dem geänderten Mobilitätsverhalten und den Mobilitätsanforderungen (E-Mobilität, Carsharing, Modal-Split) der Bevölkerung Rechnung tragen
  • Raum zur Erprobung neuer Mobilitätskonzepte und Einzelvorhaben einräumen

So viele Parkplätze sollen Mieter in Münster bekommen

Konkret sieht die neue Stellplatzverordnung für Münster, die ab dem 1. Januar 2020 in Kraft treten soll, folgende Zahlen für Grundstücke vor:

Art des Gebäudes

Anzahl der Parkplätze

Wohnungen bis 30 Quadratmeter

1 Stellplatz je 4 Wohnungen

Wohnungen bis 50 Quadratmeter

1 Stellplatz je 2 Wohnungen

Wohnungen zwischen 50 und 150 Quadratmeter

1 Stellplatz je Wohnung

Wohnungen ab 150 Quadratmeter

2 Stellplätze je Wohnung

Studentenwohnheim mit Gemeinschaftseinrichtungen

1 Stellplatz je 5 Kleinwohnungen

Kinder- und Jugendwohnheime

1 Stellplatz je 20 Plätze

Alten- und Pflegeheime

1 Stellplatz je 10 bis 15 Plätze und mindestens 3 Stellplätze

In manchen Stadtteilen der Domstadt sind Autofahrer von vielen nicht gern gesehen. So wurde im Hansaviertel in Münster der "Park(ing) Day" ins Leben gerufen, bei dem kleine Parks auf den Stellflächen errichtet wurden. Das schwarz-grüne Ratsbündnis will zudem den Autoverkehr eindämmen: So soll für das Hafenviertel in Münster ein neues Konzept erstellt werden, das weniger Pkw- und dafür mehr Bus- und Radverkehr vorsieht. 

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