Münster

Brennende Israel-Fahne in Münster: Polizei gibt weitere Details zu Tatverdächtigen bekannt

In Münster ist es wohl zu einem antisemitischen Vorfall vor einer Synagoge gekommen. 13 Personen konnten identifiziert werden. OB Markus Lewe äußerte sich dazu.

Update: 12. Mai, 16.41 Uhr. Nach OB Lewe verurteilte auch Polizeipräsident Falk Schnabel den antisemitischen Vorfall, der sich am Dienstag vor der Synagoge in Münster abgespielte: „Diese Anfeindung gegen die jüdische Gemeinde in Münster ist abscheulich. Wir werden solche antisemitischen Straftaten konsequent verfolgen. Die Sicherheit unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger steht für uns an erster Stelle“, sagte Schnabel laut einer Pressemeldung der Polizei, in der auch weitere Details zu den 13 Tatverdächtigen veröffentlicht wurden.

Demnach handelt es sich dabei um Männer mit unterschiedlichen Staatsangehörigkeiten – zwei haben die syrische, einer die türkische, einer die kosovarische, zwei die irakische, einer die israelische, einer die libanesische, einer die deutsche und einer die deutsche und togoische Staatsangehörigkeit. Zehn der 13 Beschuldigten aus Münster und Senden, die im Alter von 15 bis 46 Jahren sind, seien bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten, berichten die Beamten aus Münster weiter. Dabei handle es sich jedoch nicht um politisch motivierte Kriminalität. Die Ermittlungen dauern an.

Brennende Israel-Fahne in Münster: OB Markus Lewe verurteilt antisemitische Aktion

Update: 12. Mai, 13.05 Uhr. Am gestrigen Dienstag verbrannten einige Männer als Reaktion auf den Krieg am Gazastreifen eine israelische Flagge vor der Synagoge an der Klosterschule in Münster. Oberbürgermeister Markus Lewe verurteilte den Vorfall nun aufs Schärfste. „In Münster sollen alle Menschen, ganz gleich welchen Glaubens, in Würde und ohne Angst leben können“, sagte er im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Münster, Sharon Fehr.

Beide betonten, dass es in einer weltoffenen Stadt wie Münster, „in der die Menschen, viele mit internationalen Wurzeln, im Allgemeinen friedlich und solidarisch zusammenleben“, keinen Platz für Antisemitismus gebe. „Wer miteinander ins Gespräch kommt und sich kennenlernt, entwickelt Verständnis füreinander“, fordern Markus Lewe und Sharon Fehr zu einem fairen Miteinander auf. 

OB Markus Lewe (l.) und Sharon Fehr von der Jüdischen Gemeinde Münster vereint gegen Antisemitismus.

Israel-Fahne vor Synagoge in Münster angezündet

Erstmeldung: 12. Mai, 7.51 Uhr. Münster – Gleich mehrere Zeugen alarmierten am Dienstagabend (11. Mai) die Polizei: Gegen 18.45 Uhr hatten sie beobachtet, wie mehrere arabisch aussehende Männer vor einer Synagoge an der Klosterschule standen, laut brüllen und eine israelische Fahne verbrennen würden.

15 Personen sollen sich laut Zeugenaussagen vor dem Gebäude aufgehalten haben. Als sich die alarmierten Beamten auf den Weg machten, fanden sie noch vor der Synagoge in Münster tatsächlich eine Gruppe junger Männer vor, die sich nach Ankunft der Polizisten in alle Richtungen zerstreuten.

StadtMünster
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Münster: Verbannte Israel-Fahne vor Synagoge gefunden

Zehn Personen konnte die Polizei vor Ort aufgreifen – von ihnen hielten sie die Personalien fest. Drei weitere Männer fanden die Beamten nach einer eingeleiteten Fahndung kurze Zeit später im Innenstadtbereich von Münster vor.

An der Synagoge in Münster fand die Polizei tatsächlich eine abgebrannte israelische Nationalflagge vor. Das Gebäude selbst wurde von den Männern nicht angegangen – im nordrhein-westfälischen Bonn hatten am selben Abend mehrere Personen eine Synagoge mit Steinen beworfen.

Strafverfahren nach Vorfall an Synagoge in Münster eingeleitet

Nach dem Vorfall in Münster am Dienstagabend erwartet die 13 Tatverdächtigen nun Strafanzeigen unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Die weiteren Ermittlungen dauern an. Seit Tagen kommt es am Gazastreifen zu heftigen Gefechten zwischen der palästinensischen Hamas und Israel. Dutzende Menschen sind dabei bereits ums Leben gekommen.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/dpa

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