Am Landgericht Münster

Tante aus Habgier ermordet? Prozess gegen 52-Jährigen beginnt bald

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Ein 52-Jähriger muss sich demnächst wegen Mordes verantworten. (Symbolbild)

Eine Frau aus Münster wurde tagelang vermisst. In einem Ort in Schleswig-Holstein wurde ihre Leiche gefunden. Ihr Neffe soll sie ermordet haben. Nun kommt es zum Prozess gegen den 52-Jährigen.

Update: 13. Februar. Knapp ein halbes Jahr, nachdem eine 68-Jährige aus Münster getötet wurde, kommt es nun zum Prozess gegen ihren Neffen. Dem 52-Jährigen aus Holm (Schleswig-Holstein) wirft die Staatsanwaltschaft vor, seine Tante Anfang August aus Habgier getötet zu haben.

Nachdem es wegen des Geldes zum Streit zwischen den Beiden gekommen war, soll der Beschuldigte die Frau durch "massive stumpfe Gewalt gegen den Hals getötet haben", heißt es. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ein nicht zurückgezahlter fünfstelliger Geldbetrag Auslöser der Auseinandersetzung war. Der Prozess beginnt am 27. Februar am Landgericht Münster.

Münster: Wurde 68-Jährige aus Habgier getötet?

Erstmeldung: 18. Dezember. Münster – Es sind schlimme Vorwürfe, die gegen einen 52-Jährigen erhoben werden. Hat er seine eigene Tante ermordet? Und welche Rolle spielte Geld dabei?

Im vergangenen August wurde eine 68-Jährige aus Münster vermisst. Eine groß angelegte Suche blieb zunächst erfolglos – bis im 270 Kilometer entfernten Appen (Schleswig-Holstein) schließlich eine Spaziergängerin einen grausamen Fund machte. In einem unzugänglichen Gelände fand sie einen Leichnam. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich dabei um die verschwundene Domstädterin handelt.

Erst vor Kurzem wurde eine weitere Frau tot aufgefunden: Die 52-Jährige aus Borken wurde in ihrer Wohnung erstochen. Im Verdacht steht ihr Exfreund.

Mord in Münster: Stumpfe Gewalt gegen den Hals

Eine Obduktion ergab, dass die 68-Jährige aus Münster-Kinderhaus durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Hals starb. Schnell geriet ihr Neffe in Verdacht, seine Tante ermordet zu haben. Seit September sitzt der Mann in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen den 52-Jährigen erhoben. Sie wirft ihm vor, seine Tante am 2. August dieses Jahres in ihrer eigenen Wohnung in Münster getötet zu haben. Hintergrund soll ein Streit ums Geld gewesen sein, der an diesem Tag ausartete.

Die Leiche einer 68-Jährigen aus Münster wurde in Schleswig-Holstein gefunden. Ihr Mörder soll ihr eigener Neffe sein. (Symbolbild)

Frau aus Münster getötet: Wollte Neffe Rückzahlung entgehen?

Wie es in der Anklageschrift heißt, soll sich der Angeklagte aus Schleswig-Holstein einen fünfstelligen Geldbetrag von seiner Tante geliehen haben. Die vereinbarte Rückzahlung am 31. Juli dieses Jahres ließ er verstreichen. Am 2. August besuchte er daraufhin seine Tante in Münster – dort kam es dann zum Streit mit verheerenden Folgen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 52-Jährige seine Tante durch massive Gewalt gegen den Hals getötet hat. Durch den Mord wollte er wohl der Rückzahlungsverpflichtung aus dem Darlehen entgehen. Daher steht der Verdacht des Mordes aus Habgier im Raum.

Neffe soll tote Tante aus Münster im Auto nach Schleswig-Holstein gefahren haben

Nachdem der Angeklagte seine Tante getötet haben soll, habe er den Leichnam in sein Auto gepackt und sei mit der Toten nach Schleswig-Holstein gefahren. Dort habe er die Frau aus Münster auf einem Gelände abgelegt. Die Leiche wurde erst am 30. August gefunden.

Der Beschuldigte räumte zwar ein, die 68-Jährige am besagten Tag in Münster besucht zu haben – den Mord an seiner Tante weist er jedoch von sich. Er beteuert zudem, dass er das Geld zuvor zurückgezahlt habe und es sich darüber hinaus um einen geschenkten Betrag gehandelt haben soll. Der 52-Jährige sitzt weiter in U-Haft.

Dort sitzt derzeit auch ein 67-Jähriger: Er wird beschuldigt, seine Frau in einem Pflegeheim in Emsdetten (Kreis Steinfurt) getötet zu haben. Die Ermittlungen in dem Fall stehen noch am Anfang. Vor dem Landgericht in Münster hat nun ein weiterer Mordprozess begonnen: Ein Mann soll seinen Bekannten in Gescher mit 15 Messerstichen getötet haben.

Ein Beziehungsdrama hat sich in der Domstadt ereignet: Ein 41-Jähriger hat in Münster seine Freundin und sich selbst getötet. Angeklagt wurden auch zwei Frauen: Sie sprengten sich 2019 in ihrem Haus in Münster in die Luft.

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