23-Jährige getötet

"Wie kann man so etwas tun?": Tiefe Trauer nach Mord an Münsteranerin

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Kerzen, Bilder und Blumen der toten 23-Jährigen haben Freunde und Bekannte vor ihrer Wohnung niedergelegt.

In Münster ereignete sich vergangene Woche eine schreckliche Beziehungstat. Eine junge Frau wurde von ihrem Freund brutal getötet. Über eine sinnlose Tat und den Schmerz der Hinterbliebenen.

  • Junge Frau in Münster ermordet
  • Der Täter war ihr Freund
  • Vater trauert um getötete Tochter

Update: 20. Januar. Die Szenerie vor der Wohnung im Süden von Münster deutet darauf hin, dass etwas Schreckliches passiert sein muss. Menschen haben Blumen, Kerzen und Bilder einer Frau niedergelegt, die Lebensfreude ausstrahlt. Ihr Leben wurde jedoch in der vergangenen Woche auf brutalste Art und Weise beendet.

Der Schock sitzt bei Freunden und insbesondere der Familie der Getöteten tief. Am vergangenen Donnerstag (16. Januar) schlitzte ihr Freund ihr die Kehle in der WG in Münster durch. Vermutlich aus Eifersucht. Ihre zunächst glückliche Beziehung dokumentierten die Beiden hin und wieder auf Facebook. "So glücklich. Ein super schönes Paar", kommentierte eine Freundin der 23-Jährige ein Paarfoto noch vor einem Jahr.

Doch die Beziehung fing in den vergangenen Monaten an zu bröckeln. Die junge Frau aus Münster trennte sich mehrfach von ihrem Freund, der mit diesem Schmerz anscheinend nicht umgehen konnte. Der 41-Jährige begab sich nach der Trennung in psychische Behandlung und hatte sich noch für diesen Januar vorgenommen, in eine Klinik zu gehen.

Am besagten Tag muss jedoch ein erneuter Streit zwischen den beiden eskaliert sein. Die WG-Mitbewohnerin der 23-Jährigen fand die Deutsch-Französin tot in der Wohnung in Münster. Daneben lag ihr Freund - ebenfalls tot. 

Die Münsteranerin war Tochter einer Opernsängerin und eines Professors. Am 12. September 1996 kam sie in Paris, der Stadt der Liebe, auf die Welt. Schon früh kam sie aufgrund des Berufs der Mutter mit der verschiedenen Kulturen in Berührung. In jungen Jahren hatte sie bereits den Entschluss gefasst, einen kreativen Beruf ausüben zu wollen. Opernsängerin zu werden war nichts für sie, schreibt sie auf ihrer Homepage. Mit 14 entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Fotografie. Sie fotografierte vor allem Menschen.

Freunde, Bekannte und Familie der Münsteranerin trauen um den Verlust der jungen Frau.

Mit 12 Jahren zog sie bereits nach Münster und schloss ihr Abitur am Pascal-Gymnasium mit der Note 2,4 ab. Ein Studium der Business Administration in Enschede (Niederlande) brach sie nach einem halben Jahr wieder ab. Ein Leben ohne Kreativität gab ihr wenig Sinn - also entschloss sie sich Grafikdesign in Köln zu studieren. "Bis heute gilt dieses Studium mit zu den besten Entscheidungen, die ich getroffen habe", schrieb sie.

Dass die junge Frau so plötzlich und unnötig aus dem Leben gerissen wurde, kann ihr Vater noch nicht richtig realisieren. Auf Facebook verfasste er ein emotionales Statement zum Verlust seiner geliebten Tochter. "Meine Sonne, meine 23 Jahre alte Freude wurde von einem Monster der Wut und Eifersucht aufgeschlitzt. Wie kann man so etwas tun? Mein Verstand kann es noch nicht begreifen."

Er postete Fotos von den vielen Kerzen, die vor dem Haus im Grünen Grund in Münster niedergelegt wurden. "So viele Menschen liebten sie", schrieb er darunter. Ein gemeinsames Foto mit seiner Tochter zeigt das Glück vergangener Tage. Übrig geblieben ist nur noch der Schmerz sowie die Frage nach dem 'Warum?'. 

Und die Erinnerung an eine junge Frau, die viele Menschen berührt hat. "Du wunderschöne Seele. Ich wünsche mir für dich, dass du nun auch an einem wunderschönen Ort bist und dich schnell von diesem schlimmen Schock erholen kannst, um unbeschädigt wieder in einen neuen Körper zu schlüpfen. So oder so... was dich erwartet, kann nur schön sein", lauten die Abschiedsworte einer Freundin der 23-Jährigen auf ihrer Facebook-Seite.

In den kommenden Tagen soll die junge Frau im Münsterland beigesetzt werden. "Sie wird inmitten von Vögeln und Jahreszeiten schlafen - so wie sie es gemocht hätte." Gemeinsam mit den anderen Trauernden wollen die Hinterbliebenen einen Baum für die Münsteranerin pflanzen, der an sie erinnert.

Schrecklicher Fund in Münster: Mann tötet seine Freundin

Erstmeldung: 17. Januar. Münster – Am Donnerstagabend (16. Januar) ging bei der Polizei ein dramatischer Notruf ein. Zeugen meldeten um 21 Uhr, dass sich in einer Wohnung auf der Straße "Grüner Grund" zwei Leichen befinden. Dort lebten zwei Frauen (23 und 21) in einer Wohngemeinschaft.

Die ältere der beiden Frauen lebte in einer Beziehung mit einem 41-Jährigen, der sich regelmäßig in der Wohngemeinschaft in Münster aufhielt. "Wir erhielten mittlerweile Hinweise darauf, dass es in der Beziehung immer wieder zu Streit kam", erklärt Kriminalhauptkommissar Dirk Bommert. Am Donnerstag eskalierte der Streit dann völlig und endete in einer Tragödie.

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass der 41-Jährige zunächst seine Freundin ermordet und anschließend sich selbst getötet hat. "Für die 23-jährige Frau und ihren 41-Jahre alten Partner kam jede Hilfe zu spät", so Bommert weiter. Die beiden Leichen wurden bereits am Freitag (17. Januar) im Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster obduziert.

23-Jähriger in Münster mit Messer getötet

Demnach habe der 41-Jährige zunächst mit einem Messer seine Freundin in Münster erstochen und danach sich selbst tödliche Verletzungen zugefügt. "Hinweise auf die Beteiligung einer dritten Person liegen nicht vor", heißt es im Polizeibericht. 

Ein Beziehungsdrama hat sich im vergangenen Herbst im Kreis Warendorf ereignet. Ein Mann stach in Ennigerloh auf seine Frau ein. Die 49-Jährige verstarb noch in derselben Nacht. Schlimmes ereignete sich auch im Kreis Coesfeld. Ein 34-Jähriger soll in Nottuln-Appelhülsen die Mutter seiner Kinder getötet haben. Es wurde eine Mordkommission eingerichtet.

Wegen Mordes steht auch ein Mann aus Schleswig-Holstein unter Verdacht: Er soll seine Tante in Münster getötet haben. Voraus ging ein Streit ums Geld. Die Leiche verscharrte er daraufhin in Norddeutschland. Ein weiterer Mann starb durch Messerstiche: Ein 55-Jähriger wurde im Kreis Steinfurt erstochen. Das Motiv dafür ist noch unklar. 

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